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28.06.2013

14:50 Uhr

Chartanalyse

Warnschuss für die SAP-Aktie

VonJürgen Röder

Der Kurs des Software-Konzerns hat aus charttechnischer Sicht ein klares Verkaufssignal gegeben. Doch das Chartbild bietet noch einen letzten Rettungsanker, der den Titel vor einem Absturz bewahren kann.

Das Logo des Software-Unternehmens SAP ist in Walldorf an einer Einfahrt zur Konzernzentrale zu sehen. dpa

Das Logo des Software-Unternehmens SAP ist in Walldorf an einer Einfahrt zur Konzernzentrale zu sehen.

DüsseldorfSeit August 2011 hatte sich bei der SAP-Aktie ein Aufwärtstrend gebildet. Damals notierte das Wertpapier bei rund 35 Euro. Und beinahe hätte sich seitdem der Kurs verdoppelt. „Doch im Mai verfehlte die Aktie jedoch den vorherigen Hochpunkt vom März  knapp, was ein erstes Warnzeichen darstellte“, sagt Chartexperte Dr. Hans-Dieter Schulz.

Als Folge kam das Papier in einen leicht abwärts geneigten Trendkanal (siehe Grafik). Ende Mai fiel die Notierung dann unter die Aufwärtstrendlinie. Und vor wenigen Tagen – im Zuge der allgemein schwachen Börsen – verließ der SAP-Kurs dann  auch noch den Trendkanal nach unten. „Dies stellt ein klares charttechnisches Verkaufssignal dar“, sagt Schulz.

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

Für ihn gibt es noch mit der Unterstützungszone bei 53 bis 55 Euro einen letzten Rettungsanker. „Dreht die Aktie hier möglichst schwungvoll nach oben, entspannt sich die Lage wieder und es winkt ein Anstieg bis auf rund 64 Euro“, meint der Chartexperte.  Danach sieht es in der aktuellen Börsensituation aus. Die Aktie steigt wieder.

Fallen die SAP-Papiere jedoch auch unter die Unterstützungszone bei 53 bis 55 Euro, ist nach Ansicht von Schulz unmittelbar mit einem Abwärtsschub bis zum nächst tieferen Support bei knapp 45 Euro zu rechnen.

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