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18.01.2005

13:57 Uhr

Chipbranche

Kurseinbruch bei AMD ermöglicht attraktive „Vola-Plays“

VonChristian W. Röhl und Werner H. Heussinger (Zeritifikatejournal)

Ein böses Erwachen erlebten am vergangenen Dienstag Anleger, die im Halbleiter-Sektor auf das falsche Pferd gesetzt hatten: Während Branchenprimus Intel für 2004 einen Rekordumsatz vermelden konnte, sah sich die Konkurrenz von Advanced Micro Devices (AMD) genötigt, ihre Prognosen nach unten zu revidieren – und prompt stürzte die Aktie um rund 20 Prozent ab.

Ahnungslos wie eh und je präsentierten sich dabei die Analysten in den Banken und Brokerhäusern; nachdem etwa Wells Fargo sogar Anfang Januar noch zum Einstieg geblasen hatten, hagelte es erst am Mittwochmorgen, als mithin längst alles zu spät war, Verkaufsempfehlungen und Herabstufungen.

Fraglich allerdings, ob nicht sowohl der Markt als auch die Herdentiere in den Research-Abteilungen etwas übertrieben haben. Zugegeben, dass AMD im vierten Quartal statt der erwarteten 1,35 Mrd. nur 1,24 Mrd. US-Dollar umgesetzt hat und dass der Gewinn nach Unternehmensangaben „deutlich“ unter den 68,4 Mio. US-Dollar aus der Vorperiode liegen soll, ist schon eine herbe Enttäuschung. Dahinter steht allerdings kein allgemeines operatives Problem, sondern eine klar auf den Bereich Speicherchips einzugrenzende Schwäche. Vor allem im Bereich „Flash Memory“ – dabei handelt es sich um spezielle Speichermedien, die u.a. in Digitalkameras und MP3-Playern eingesetzt werden – hat AMD stärker als andere Hersteller mit den rasant fallenden Preisen zu kämpfen, weil man wegen eines schwindenden Marktanteils kaum eigene Gestaltungsmacht hat, sondern nur noch der Preispolitik von Intel und Samsung hinterherlaufen kann.

Doch gottlob stellt AMD ja nicht nur Speicherchips her, die Domäne des in Sunnyvale / Kalifornien angesiedelten Unternehmens bleibt der Bereich Prozessoren – und der läuft weiterhin richtig gut. Mit dem Erfolgsmodell „Opteron“ konnte man im volumenstarken Geschäft mit Netzwerk-Servern fleißig Marktanteile hamstern, für Phantasie sorgt nun der Einstieg in das weniger preissensitive Notebook-Segment. Hier ist die Centrino-Technologie von Intel momentan unangefochten, doch wenn man der Fachwelt Glauben schenken darf, könnte AMD dem Erzrivalen mit dem neuen „Turion“ durchaus nicht wenige von bislang 86 Marktanteils-Prozenten abknöpfen. Kurzum: Bei den Speichermedien besteht sicherlich Handlungsbedarf, insgesamt jedoch scheint der Konzern aussichtsreicher positioniert, als der jüngste Kursverfall und der damit einhergegangene Anstieg der impliziten Volatilitäten suggerieren mag.

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