Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.04.2013

15:04 Uhr

Dax-Discounter

Noch ein Produkt mit sechs Prozent

VonJürgen Röder

Auch die vorübergehenden Kursrückgänge beim Deutschen Leitindex haben die Konditionen für Discounter nicht wesentlich verbessert. Die Auswahl von entsprechenden Produkten mit attraktiven Ratings ist nicht sehr groß.

Weiter gesunken sind die Renditen von Discountern auf den Dax. dapd

Weiter gesunken sind die Renditen von Discountern auf den Dax.

DüsseldorfMaximal sechs Prozent Rendite bieten Dax-Discounter mit einem Abschlag von mindestens zehn Prozent gegenüber dem Indexstand - das sind aktuell die besten Konditionen auf dem Markt. Mit einem entsprechenden Produkt von Goldman Sachs (WKN: DZG20S) können Anleger noch eine Rendite von 6,07 Prozent erzielen. Das ergibt die Auswertung der beiden Ratingagenturen Scope und EDG unter Berücksichtigung eines Mindestratings.

Vor einigen Monaten lag die Rendite noch bei sieben Prozent jährlich. Und bei einem Abschlag von mindestens 20 Prozent und einer Laufzeit bis zu einem Jahr sind maximal noch 3,02 Prozent drin. (WKN: GT442U Emittent Goldman Sachs). Bei längerer Laufzeit - bis Ende 2015 - steigt die jährliche Rendite auf maximal 4,04 Prozent (WKN: BP3EDL, Emittent BNP Paribas, Scope-Tabelle).

Fakten zum Dax

Fakt 1

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung“ fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Fakt 2

Dem Dax gehören die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse an.

Fakt 3

Der Dax wird als Performance-Index berechnet und unterscheidet sich so wesentlich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Fakt 4

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Fakt 5

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse eine Rangliste für Börsenumsatz und Marktkapitalisierung. Diese dient auch dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Fakt 6

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Fakt 7

Zur Dax-Familie zählen für die Nebenwerte der MDax und für die Kleinwerte der SDax, denen je 50 Werte angehören. Zudem gibt es den TecDax mit 30 Technologieaktien.

Fakt 8

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt vier Mal im Jahr: im März, Juni, September, Dezember. Dabei überprüft er vor allem die Zusammensetzung der übrigen Indizes.

Fakt 9

Der Dax wird auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr sekündlich berechnet. Danach gibt es einen L-Dax, der die Kursentwicklung an der bis 20.00 Uhr offenen Parkettbörse abbildet.

Mit Discountern können Anleger gegenüber dem aktuellen Indexstand preiswerter in den Dax einsteigen. Im Gegenzug sind die Gewinne aber durch den Cap begrenzt. Denn von Notierungen oberhalb des Caps profitieren Anleger nicht mehr. Entscheidend für die Renditehöhe ist die implizite Volatilität, die Schwankungsbreite des Dax, die erwartet wird. Als Faustregel gilt: Je größer die zu erwartenden Kursschwankungen - ablesbar am Stand des Volatilitätsindex VDax -, desto höher die Renditechancen bei Discountern. Und derzeit notiert bei VDax bei rund 16, was sehr niedrig ist. Noch im Juni 2012 notierte dieser Index bei 30 und ist seitdem kontinuierlich gefallen.

Discountzertifikate mit 5-Sterne-EDG-Rating 
 Stand: 11.04.2013Discount mind. 10%Discount mind. 20%Discount mind. 30%
WKNGT443EVT1ATEGT442UBP7MX2--
EmittentGoldman SachsVontobelGoldman SachsBNP Paribas--
Laufzeit09.04.201420.12.201309.04.201417.01.2014--
Briefkurs69,869,2962,1461,8--
Cap7400720064006300--
Discount10,63%11,29%20,44%20,88%--
Seitwärtsrendite6,02%3,91%2,99%1,94%--
Seitwärtsrendite p.a6,07%5,71%3,02%2,54%--
Risikoklasse2222--
Rating4444--
Discountzertifikate mit 5-Sterne-EDG-Rating und CDS im oberen Drittel
 Stand: 11.04.2013 Discount mind. 10%Discount mind. 20%Discount mind. 30%
WKNDE8JX8DX5MFQDE8JWNDE8JWC--
EmittentDeutsche BankDeutsche BankDeutsche BankDeutsche Bank--
Laufzeit28.03.201428.02.201428.03.201428.03.2014--
Briefkurs69,9867,3762,357,9--
Cap7400700064005900--
Discount10,40%13,75%20,24%25,87%--
Seitwärtsrendite5,74%3,90%2,73%1,90%--
Seitwärtsrendite p.a6,00%4,44%2,85%1,98%--
Risikoklasse2222--
Rating4444--

Regelmäßig veröffentlicht Handelsblatt Online in Zusammenarbeit mit der Ratingagentur Scope und der European Derivatives Group (EDG) die attraktivsten Discountzertifikate auf den Dax mit einer kurzen Restlaufzeit von sechs bis zwölf Monaten. Bei beiden gibt es derzeit keine Zertifikate mit einem Abschlag von mindestens 30 Prozent auf den aktuellen Dax-Stand, der das Mindestrating (drei Sterne bei Scope, fünf Sterne bei der EDG) erfüllt.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Bei einem Discount von mindestens 20 Prozent und dem erforderlichen Mindestrating musste Scope längere Laufzeiten wählen. In der ersten Tabelle stammen die Rabattpapiere aus der Grundmenge aller in Deutschland gehandelten Discountzertifikate. In die zweite Tabelle schaffen es dagegen nur Papiere, deren Emittenten über eine Bonität verfügen, die im oberen Drittel der Bonitätsliste aller Banken liegt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×