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06.09.2012

13:32 Uhr

Daytrader

Die Tricks der Broker

VonJörg Hackhausen, Serkan Dizbay

Die Deutschen entdecken das Daytrading. Wer weiß, was er tut, kann damit durchaus verdienen. Doch nur wenigen gelingt das; erst recht, wenn man an den falschen Broker gerät. Wo Anleger aufpassen müssen.

Bildschirm eines Traders: Wer ohne Plan handelt, hat sein Geld schnell verspielt. Reuters

Bildschirm eines Traders: Wer ohne Plan handelt, hat sein Geld schnell verspielt.

DüsseldorfAm Ende gewinnt immer die Bank. So lautet eine alte Erkenntnis. Sie gilt am Roulettetisch, für einige heiße Finanzwetten trifft sie genauso zu. Die Hoffnung auf schnelles Geld bringt immer mehr Deutsche dazu, sich als Daytrader zu versuchen. Vom heimischen Rechner aus wetten sie auf Aktien, den Dollar oder den Goldpreis; sekundenschnell und mit hohem Hebel. Wer weiß, was er tut, kann mit kurzfristigen Spekulationen durchaus verdienen. Doch nur wenigen gelingt das. Wer nicht aufpasst, macht nur seinen Broker reich.

„Der typische Kleinanleger, der ohne Strategie handelt, noch dazu viel zu hohe Positionen eingeht, hat seinen Einsatz oft nach wenigen Wochen verloren“, sagt Torsten Gellert, Deutschlandchef des britischen Brokers FXCM.

Was aus 1.000 Euro in zehn Jahren wurde

Deutscher Aktienindex (Dax)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren: +88,8 Prozent (ohne Dividenden)

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.888 Euro

Dow Jones

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +52,7 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.527 Euro

EuroStoxx 50

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +31,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.313 Euro

Nikkei

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,1 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1101 Euro

Chinesische Aktien (Shanghai B-Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +10,3 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.103 Euro

MSCI Emerging Markets

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +228 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.285 Euro

Gold

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +314 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 4.142 Euro

Silber

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +428 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 5.275 Euro

Öl

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +221 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 3.205 Euro

Weizen

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +92 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.916 Euro

Kaffee

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +151 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 2.509 Euro

Staatsanleihen (Rexp)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +67 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.666 Euro

Unternehmensanleihen (Citigroup World BIG Corporate Index)

Veränderung auf Sicht von zehn Jahren (in Euro): +56 Prozent

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.559 Euro

Sparbuch

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.095,90 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 0,92 Prozent (Spareckzins)

Tagesgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.209 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 1,92 Prozent

Festgeld

Was aus 1.000 Euro geworden wäre: 1.266 Euro*

*bei einem durchschnittlichen jährlichen Zinssatz von 2,39 Prozent

Seine Einschätzung deckt sich mit Untersuchungen zum Thema Daytrading. Nach der Studie „The Cross-Section of Speculator Skill Evidence from Day Trading” von Brad M. Barber von der University of California machen langfristig nur 15 Prozent der Daytrader nach Abzug der Transaktionskosten einen Gewinn. Die Studie basiert auf Daten aus Taiwan, wo Daytrading eine Art Volkssport ist.

Beliebt bei Daytradern ist die Spekulation mit Währungen (Forex) oder mit Contracts for Difference (CFD), zu deutsch: Differenzkontrakte. Bei Währungen wird teilweise auf die Veränderung der vierten Stelle hinter dem Komma gesetzt – und das mit teils enormem Hebel und geringem Kapitaleinsatz. Bei CFDs entspricht der Gewinn oder Verlust einer der Differenz zwischen dem Eröffnungs- und dem Schlusspreis der Transaktion. Anleger können sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse verschiedenster Basiswerte setzen, ebenfalls mit hohem Hebel.

Nach Schätzungen liegt die Zahl der Nutzer von Online-Plattformen, die aktiv mit Forex oder CFD spekulieren, bei rund 65.000. Der Handel mit CFDs und Forex ist im Vergleich zu den Aktien- und Terminmärkten wenig reguliert. Verbraucherschützer sind von den Produkten nicht angetan.

Sie glichen eher einem Glücksspiel als einer Geldanlage, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden Württemberg.

Das sehen die Anbieter naturgemäß anders. Sie werben dafür, dass sich Anleger gut vorbereiten, sich eine Strategie zurechtlegen und diese zunächst mit Spielgeld, etwa einem Demo-Konto, testen sollten.

Daneben kommt es entscheidend darauf an, welchen Broker sich der Anleger aussucht. „Mit den Konditionen, die manche Broker bewerben, kann ich mir kaum vorstellen, dass der Broker damit seriös Geld verdient“, sagt Torsten Gellert von FXCM.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

06.09.2012, 11:39 Uhr

Häh, "Daytading" mit "CFDs" oder "Optionsscheinen"?!

Selten solch Schwachsinn im Handelsblatt gelesen. Welche Azubine hat den Artikel geschrieben?
Vernünftig sinnvoll und ertragreich kann man Intraday nur mit direkter EUREX-Futures und XETRA-Kassamarkt Anbindung handeln, einem Reuters oder Bloomi News-Tool und mind. 6 Bildschirmen. Am besten ist auch noch eine gültige EUREX- und XETRA-Händlerlizenz
Alles andere ist vllt. was für Amateure und Hobby-Trader.

Account gelöscht!

06.09.2012, 11:42 Uhr

Wenn Banken Daytrading betreiben und das Geld ihrer Kunden nicht langfristig und nachhaltig anlegen, dann nennt man sie "Zocker".

Wenn Privatpersonen CFDs kaufen oder Daytrading betreiben, nennt das Handelsblatt sie "Anleger".

Schöne, (schein)heil(ig)e Welt :-)

basil2000

06.09.2012, 12:06 Uhr

"Wer weiß, was er tut, kann damit durchaus verdienen". Was fürs Pferdewetten noch stimmen mag, muss für das Daytraiden noch lange nicht stimmen.

Der Vorteil derer, die mit der Infrastruktur Geld verdienen, die sie den Daytraidern zur Verfügung stellen - und das sind die einzigen, die in diesem Geschäft tatsächlich nachhaltig Geld verdienen -, ist, dass Zeitungen wie das Handelsblatt immer mal wieder einen dieser pseudoabwägenden Artikel bringen, der dieses Geschäft seriöser erscheinen lässt als das der Automatenaufstellern.

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