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29.06.2011

18:08 Uhr

Derivate

Anleger halten Dax-Euphorie für übertrieben

Dem Kursanstieg am deutschen Aktienmarkt stehen Derivateanleger skeptisch gegenüber. Sie halten die Euphorie am Tag der Abstimmung des griechischen Sparpakets für übertrieben und setzten auf sinkende Kurse.

Die Deutsche Börse in Frankfurt. Quelle: dapd

Die Deutsche Börse in Frankfurt.

FrankfurtDerivateanleger haben den Kursanstieg am deutschen Aktienmarkt am Tag der Abstimmung über das griechische Sparpaket für übertrieben gehalten und auf sinkende Kurse gesetzt. Dementsprechend kauften sie Puts und verkauften Calls auf den deutschen Leitindex. „Viele Anleger halten die heutige Euphorie für ungerechtfertigt und sind skeptisch“, sagte Euwax-Händler Norbert Paul.

Das griechische Parlament hat am Nachmittag den Sparplänen der Regierung zugestimmt. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass das finanziell angeschlagene Griechenland von der EU und dem Internationalen Währungsfonds weitere Milliarden-Hilfen erhält. Börsianer hatten eine Zustimmung erwartet, und dieser Optimismus hatte den Dax beflügelt, der sich auch nach dem Parlamentsentscheid klar im Plus hielt.

An der Scoach machten gekaufte Puts und verkaufte Calls bis zum Nachmittag rund 66 Prozent aller gehandelten Dax-Optionsscheine aus, gemessen am Handelsvolumen. Der Euwax-Sentiment-Indikator notierte den ganzen Tag über deutlich im Minus und zeigte damit einen Überhang der Pessimisten an.

Ein Dax-Turbo-Put mit Basispreis und Barriere bei 7400 Punkten von der Citigroup war an der Euwax das meistgehandelte Hebelprodukt. An der Scoach war ein Dax-Turbo-Put mit Basispreis und Knock-Out-Barriere bei 7329 Punkten von der Citigroup besonders gefragt. Unterdessen notierte der Dax bei 7266 Punkten und damit rund 1,3 Prozent fester als bei Handelsschluss am Dienstag.

Außergewöhnlich viele Transaktionen gab es an beiden Handelsplätzen in einem Turbo-Call auf den Schweizer Leitindex SMI mit Basispreis bei 5512 Punkten und Barriere bei 5620 Punkten von der Deutschen Bank. An der Scoach war dieser Schein bis zum Nachmittag das meistgehandelte Hebelprodukt, an der Euwax das mit den zweitmeisten Transaktionen. Händler berichteten überwiegend von Verkäufen, um Gewinne mitzunehmen. „In den vergangenen Tagen hatten viele Anleger diesen Schein gekauft“, sagte Paul. „Sie hatten wohl darauf spekuliert, dass die Zustimmung zum griechischen Sparpaket den Schweizer Franken gegenüber dem Euro schwächer machen würde, was den Schweizer Unternehmen und ihren Aktienkursen zugutekäme.“ Am Nachmittag notierte der SMI rund 1,3 Prozent fester bei 6082 Punkten.

Starke Gewinnmitnahmen gab es auch in einem Call auf die VW-Aktie mit Basispreis bei 130 Euro von Goldman Sachs. Die VW-Vorzüge hatten am Dienstag ihr bisheriges Allzeithoch vom 6. Dezember 2010 übertroffen und waren am Mittwoch um weitere 1,4 Prozent auf 143 Euro gestiegen. Der Autokonzern kommt seinem Übernahmeangebot für den Lastwagenhersteller MAN näher.

Von

rtr

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