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08.05.2015

12:58 Uhr

Derivate im Portfolio

Buffett freundet sich mit „Massenvernichtungswaffen“ an

Einst beschrieb Investoren-Legene Warren Buffett Derivate als zerstörerisch. Jetzt sinkt der Druck aus solchen Wertpapieren auf sein Konglomerat Berkshire Hathaway. Das macht die Bilanz verständlicher.

Seit 50 Jahren führt der 84-Jährige Berkshire Hathaway. Reuters

Warren Buffett

Seit 50 Jahren führt der 84-Jährige Berkshire Hathaway.

Die Derivate-Wetten von Warren Buffett haben während der Finanzkrise bei seiner Investmentholding Berkshire Hathaway die Gewinne unter Druck gebracht und waren ein Grund, warum Berkshire das erstklassiges „AAA“-Rating verlor. Inzwischen sieht die Lage für die Gesellschaft des 84-jährigen Milliardärs jedoch deutlich besser aus.

Die Verpflichtungen aus den Swap-Kontrakten sind per Ende März auf 3,5 Milliarden Dollar gesunken, während sie sechs Jahre vorher noch rund 15 Milliarden Dollar betrugen. Einige der Derivate sind langfristige Wetten auf steigende Anleihekurse, andere sichern Anleihegläubiger gegen Verluste ab, wenn Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen.

Deutliche Anstiege bei den Aktienindizes in den USA, Europa und Japan sowie ein stärkerer Dollar haben dazu beigetragen, die Verpflichtungen aus den Derivaten über Jahre zu reduzieren. Im ersten Quartal hat sich diese Entwicklung intensiviert, der Gewinn von Berkshire kletterte 9,8 Prozent auf 5,16 Milliarden Dollar.

„Solange die Welt nicht in den nächsten Jahren auseinanderbricht, wird das eine weitere Wette, die er gewonnen hat“, kommentierte Analyst Meyer Shields von Keefe Bruyette & Woods in Richmond, Virginia.

Zwischenzeitlich sah es ganz anders aus. In der Finanzkrise schwollen die Verpflichtungen aus den Derivaten an und trugen im ersten Quartal 2009 zu einem Verlust bei. Im gleichen Jahr entzogen Moody's Investors Service und Fitch Ratings Berkshire das Top-Rating und verwiesen in der Begründung auf die Derivate. Zudem schien ein so großes Engagement bei Derivaten nicht zu früheren Aussagen von Buffett zu passen. Im Jahr 2003 hatte er sie als „finanzielle Massenvernichtungswaffen“ bezeichnet, ein Ausdruck, der in der Finanzkrise häufig zitiert wurde.

Im Jahresbericht 2009 verwendete Buffett mehr als vier Seiten auf eine Erklärung, warum seine Derivate-Transaktionen anders waren. Er schrieb, dass Berkshire für die Übernahme des Risikos bezahlt worden sei und die dafür erhaltenen Gelder in der Zwischenzeit investieren könne. Zudem müsse die Gesellschaft kaum Sicherheiten für die Kontrakte stellen, die erst nach vielen Jahren fällig würden.

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