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17.10.2011

16:46 Uhr

Derivatebörse

Turbulenzen verderben Anlegern Rendite bei Zertifikaten

Börsenstürme haben vielen Anlegern die Bonus-Rendite gründlich verhagelt. Bei tausenden Papieren sind Experten zufolge die Barrieren gebrochen.

Viele Anleger müssen auf mögliche Dividenden verzichten. dapd

Viele Anleger müssen auf mögliche Dividenden verzichten.

FrankfurtDie Börsenturbulenzen der vergangenen Wochen haben vielen Zertifikateanlegern einen Strich durch die Renditerechnungen gemacht. Denn bei zahlreichen Bonuszertifikaten sind die Barrieren gerissen, wie Zahlen des Finanzdienstleisters Derivatives Data Service (DDS) am Montag zeigten. „Allein bei den Anlagezertifikaten wurden seit Anfang August bei mehr als 77.000 Papieren die Barrieren durchbrochen“, sagte DDS-Geschäftsführer Harald Gabel.

Momentan sind an Deutschlands größter Derivatebörse Euwax nach eigenen Angaben rund 353.000 Anlagezertifikate gelistet. Diese Zahl bietet im Verhältnis zur Menge der Papiere, bei denen die Barrieren gerissen wurden, jedoch keine zuverlässige Vergleichsgröße. Denn laufend werden Zertifikate automatisch fällig, während neue hinzukommen.

Der Großteil der Papiere, die seit August ihre Barrieren gerissen haben, ist DDS zufolge auf klassische Bonuszertifikate und Bonuszertifikate mit Gewinnobergrenzen (Caps) entfallen. Mit diesen setzen Anleger überwiegend auf steigende Kurse. Unterschreiten die Kurse der Basiswerte die Barrieren der entsprechenden Bonuspapiere, entfallen die Bonuszahlungen für Anleger. Die Zertifikate entwickeln sich dann ebenso wie die Basiswerte. Außerdem müssen Anleger auf mögliche Dividenden verzichten.

„Anleger mussten leider wieder einmal feststellen, dass in unruhigen Marktphasen selbst 30 Prozent Barriereabstand keine vollkommene Sicherheit bieten“, sagte Gabel. Einen besseren Schutz in volatilen Märkten sieht er in Bonuszertifikaten mit Partial-Time-Barrieren. Bei diesen sind die Barrieren nur am Laufzeitende oder in einer kurzen Phase davor aktiv. „Diese Variante ist in besonders volatilen Phasen eine interessante Alternative zu klassischen Bonuszertifikaten“, sagte Gabel. Er rät Anlegern, auch bei hohen Barriereabständen die Kursentwicklungen der Basiswerte zu verfolgen und gegebenenfalls rechtzeitig darauf zu reagieren.

Von

rtr

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