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25.07.2011

11:53 Uhr

Edelmetall-Anlagen

Das dunkle Geschäft mit dem Gold

VonMatthias von Arnim, Christian Schnell, Regine Palm

Der Goldpreis hat einen weiteren Rekord geknackt. 1622 Dollar kostete die Feinunze in der Spitze. Der Boom hat längst Banken und Fondshäuser erfasst. Bei vielen Produkten ist der Begriff Gold aber nur Fassade.

Der Goldpreis steigt immer höher - davon wollen viele profitieren. Quelle: dpa

Der Goldpreis steigt immer höher - davon wollen viele profitieren.

Düsseldorf/FrankfurtEs ist die Geschichte von Schuldenkrise und Zukunftsängsten, von einem Massenphänomen und einem Mythos. Wo immer derzeit an den Finanzmärkten über die Entwicklung der kommenden Jahre diskutiert wird, stets fällt der Name eines Investments, das vielen Anlegern als Inbegriff für Sicherheit und Werterhalt gilt: Gold.

Die Branche der Produktentwickler in den Banken und Fondshäusern hat diesen Trend längst erkannt. Zuhauf kommen täglich neue Produkte mit dem Edelmetall im Namen an den Markt.

Sie alle generieren vor allem eines: Wer als Anleger nicht das nötige Geld oder den sicheren Aufenthaltsort für Goldbarren- oder münzen hat, kann sich über Wertpapiere an ihnen beteiligen und so am steigenden Preis partizipieren. Für den Krisenfall geeignet - genau dieser Gedanke spielt bei Gold-Investments stets die dominante Rolle - sind indes nur wenige dieser Vehikel. Das hieße nämlich, dass sich Anleger das Gold tatsächlich ausliefern lassen könnten.

Zwei Produkttypen gilt es zu unterscheiden: Zum einen börsengehandelte Goldfonds - ETCs - oder in der Langform Exchange Traded Commodities genannt. Was viele Anleger nicht wissen: Es handelt sich um Schuldverschreibungen eines Emittenten - aus rechtlicher Sicht also um Zertifikate. Geht der Emittent pleite, ist das Investment ähnlich wie einst bei Lehman-Zertifikaten futsch.

Um daher alle Bedenken bereits im Keim zu ersticken, bedienen sich Emissionshäuser einer offensichtlich sicheren Variante: Sie kaufen physisches Gold, um damit den ETC zu unterlegen. Weil in den vergangenen Wochen und Monaten immer mehr Geld in diese Fonds geflossen ist, haben sie allein im zweiten Quartal 45 Tonnen Gold erworben. Weltweit lagern bei den acht größten Anbietern jetzt 2 200 Tonnen Gold.

In Anbetracht der weltweiten Reserven, die zum Jahreswechsel bei über 30 000 Tonnen lagen, ist das eine erhebliche Menge. Das treibt unweigerlich den Goldpreis, zuletzt auf Rekordwerte von über 1 600 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die meisten Bestände lagern in London.

Kommentare (15)

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Kurt

25.07.2011, 12:35 Uhr

Wer "Papiergold" kauft ist Spekulant oder einfach nur dumm.
Sehr bald kommt ein heftiger, geplanter, deflationärer Einbruch.
Dann sehen viele Papiergoldhalter alt aus !

Petra

25.07.2011, 13:18 Uhr

Das wichtigste Argument fehlt noch! Steuer!
Gewinne mit physischem Gold sind nach einer Haltedauer von 12 Monaten STEUERFREI!

Goldfinger

25.07.2011, 13:32 Uhr

Gold und Silber sind GELD !!!
Unser Papiergeld ist nur Schuld, ein Versprechen, Kreditgeld, Geld ohne Wert im Hintergrund, Fiat-Money, legaliertes Falschgeld......

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