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20.12.2013

06:30 Uhr

Edelmetalle

Silber feiert ein Comeback

VonMatthias von Arnim

Anleger horten in ihren Tresoren so viel Silber wie noch nie zuvor. Der Preis des Edelmetalls fällt seit Monaten, dennoch bleibt es begehrt. Wie Investoren nun auf eine mögliche Preiswende setzen können.

Silbermünze aus einem Schatzfund aus dem 14. und 15. Jahrhundert: Das Edelmetall ist seit Jahrhunderten begehrt. dpa

Silbermünze aus einem Schatzfund aus dem 14. und 15. Jahrhundert: Das Edelmetall ist seit Jahrhunderten begehrt.

Die Münchener Edelmetall- & Rohstoffmesse Anfang November gab einen Eindruck davon, wie private Anleger derzeit ticken. Um die Stände, an denen Gold und Silber verkauft wurden, drängten sich Menschentrauben.

Münzen und Barren gingen Kiloweise über die Tresen. Insbesondere Silbermünzen waren gefragt: Sie sind preiswerter als Gold und lassen sich im Fall der Fälle – wenn Papiergeld vielleicht eines Tages nichts mehr wert sein sollte – leichter „versilbern“.

Silber als Hort der Sicherheit und als Krisenwährung – das mutet skurril an angesichts der Preisentwicklung in den vergangenen drei Jahren. Investoren machten mit dem Anlageobjekt Silber im April 2011 keine guten Erfahrungen: Damals stürzte der Silberpreis innerhalb weniger Tage von fast 50 auf 33 US-Dollar ab.

Sechs Fakten über die Rohstoffmärkte

Viel Verbrauch...

Die Weltbevölkerung wächst und wächst. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2100 mehr als zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben werden.

...und wenig Angebot

Rohstoffe wie Öl und Gold sind nicht endlos, dementsprechend teuer werden sie, wenn das Angebot sich verknappt.

13 Prozent

beträgt aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft. Die rohstoffhungrige Volksrepublik ist auf dem besten Wege die größte Handelsnation der Welt zu werden.

40 Prozent

der weltweiten Kupfer-, Zink- und Aluminiumproduktion verbrauchen die Chinesen.

30 Prozent mehr

als vor drei Jahren kosten nach Angaben des Food Price Index der Uno unsere Nahrungsmittel weltweit im Durchschnitt.

465 Prozent Gesamtrendite

konnten Anleger mit Aktien auf Goldminen seit 2002 einfahren.

Ein Grund für den kurzzeitigen Silber-Crash war unter anderem eine Verschärfung der Handelsregeln an der New Yorker Terminbörse Comex: Die zu hinterlegenden Sicherheitsleistungen, die sogenannten Margins, für den Silberhandel wurden damals von einem auf den anderen Tag deutlich erhöht. Dies führte dazu, dass Marktteilnehmer mit gleicher Liquidität weniger Silberkontrakte halten konnten und daher Positionen verkaufen mussten.

Von dieser technischen Zäsur hat sich der Handel mit dem Edelmetall bis heute de facto nicht mehr erholt. Zwar stieg der Kurs in den folgenden Monaten nach dem Silber-Crash noch einmal auf fast 44 US-Dollar. Doch seitdem schaukelte sich der Preis für eine Unze Silber (31,1 Gramm) immer weiter abwärts.

Heute liegt der Silberpreis bei weniger als 20 US-Dollar pro Unze. Wer beim Höchststand vor zweieinhalb Jahren Silber gekauft hat, hat sein angelegtes Kapital damit mehr als halbiert. Glänzende Geschäfte sehen anders aus.

Kommentare (5)

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Twinsearcher

20.12.2013, 12:21 Uhr

LOL, man hat sein angelegtes Kapital nicht halbiert. Denn man verkauft Silber (und Gold) ja nicht. Warum? Weil Gold und Silber längerfristig das echte Geld ist. Man kauft dazu und vererbt es weiter von Generation zu Generation. Während Papiergeld immer weniger Wert wird.

Die Dividende bei Gold und Silber ist die fehlende Inflation. Das verstehen anscheinend nur wenige xD


Account gelöscht!

20.12.2013, 12:41 Uhr

Die Weltjahresförderung von Silber liegt bei 20.000.000 kg.

Also ungefähr 250 Gramm für jeden Deutschen. Das entspricht ca. 8 Silbermünzen zu 1 Unze die man heute trotz Aufgeld für je 20€ kaufen kann. Dass Silber derzeit so billig ist liegt daran dass 99,99% der Deutschen in Schuldscheinen (FIAT-Papiergeld) und den hier beworbenen Wetten (Zertifikate) "sparen" und keine Silbermünzen mehr nachfragen. Und dass sie ihre Silberwaren und Altmünzen zum Recycling bringen. Die reine Förderung kann nicht einmal den industriellen Verbrauch in den derzeitigen schwachen Wirtschaftszeiten decken.

Sollte sich die Weltbevölkerung (Nachfrager) erhöhen
ODER
sollte die existierende Weltbevölkerung den derzeitigen westlichen Lebensstandard anstreben
ODER
sollte man vermehrt Solarenergieerzeugung mittels silberverspiegelter Module vorantreiben
ODER
sollte die Minenindustrie immer niedrigere Erzgehalte nicht mit besserer Förderungstechnologie ausgleichen können
ODER
sollten sich Energiepreise für die Förderung verteuern
ODER
sollte der Glauben dass man "reich" sei weil die Wetten und Schulden nie ausfallen erlöschen
ODER
die Regierung die FIAT-Währung mittels Inflation entwertet
ODER
mittels Bail-In bei Banken eingelagerte Guthaben beschlagnahmen

WIRD sich der Preis für unbegrenzt lagerfähiges und auch industriell nachgefragtes Silber als Geld ändern.

Inflate_Or_Die

20.12.2013, 12:51 Uhr

Papiergeld kommt und geht - Gold und Silber bleiben.
Daher ist es auch IRRSINNIG, als Sparer buchhalterisch den beiden Metallen ständig einen Papierpreis zuzuordnen.
Buchwertverluste in Papiergeld tangieren daher auch nur Spekulanten.
Der Gold- und Silbersparer kennt die Langfrist-Perspektive von Papiergeld, und die hat bereits Voltaire auf den Punkt gebracht. Sehr anschaulich auch in diesem Chart zu erkennen (wenn man denn nicht total verblendet ist):
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=256202

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