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25.06.2015

11:57 Uhr

Essilor

Brillengläser-Aktie im Visier

Quelle:Börse am Sonntag

Essilor ist der weltweit größte Brillengläser-Produzent. Trotzdem verliert die Aktie an Wert. Mit der richtigen Taktik könnten Anleger aber sogar weitere Kursverluste verkraften.

Mit einem Capped Bonus-Zertifikat der Commerzbank auf Essilor können Anleger weitere Kursverluste verkraften, ohne dass die Bonus-Auszahlung gefährdet wäre. dpa

Den Durchblick behalten

Mit einem Capped Bonus-Zertifikat der Commerzbank auf Essilor können Anleger weitere Kursverluste verkraften, ohne dass die Bonus-Auszahlung gefährdet wäre.

DüsseldorfIn der gegenwärtigen Korrektur der Aktienmärkte konnte sich auch Essilor den Kursverlusten nicht entziehen. Vom bisherigen Jahreshoch bei etwa 115 Euro haben die Kurse auf etwa 105 Euro nachgegeben. Die 100 Euro-Marke wurde bislang noch verteidigt. Mit einem Capped Bonus-Zertifikat der Commerzbank auf Essilor (ISIN: DE000CR785N7) können Anleger sogar noch weitere Kursverluste verkraften, ohne dass die Bonus-Auszahlung gefährdet wäre. Der einzige Wermutstropfen dabei: Auf unbegrenzte Kursgewinne müssen die Zertifikateanleger verzichten.

Bonuszertifikate im Detail

Woraus bestehen Bonuszertifikate?

Bonuszertifikate werden aus zwei Derivaten gebildet. Die Teilnahme am Kursgewinn des Basiswertes wird über einen sogenannten Zero-Call gewährleistet. Dabei handelt es sich um einen einfachen Long Call mit einem Basispreis von 0,00Euro. Dieser Call ist üblicherweise günstiger als der Basiswert selber, da der Call im Gegensatz zum Basiswert kein Recht auf den Bezug einer Dividende enthält. Das bedingte Rückzahlungsversprechen wird über eine exotische Option, einen sogenannten Down-and-out-Put dargestellt. Diese exotische Option verspricht solange eine Zahlung, wie sich der Kurs des Basiswertes zwischen Kursschwelle und Bonusniveau bewegt.

Wenn die Kursschwelle gerissen wird

Fällt der Kurs mindestens zu einem Zeitpunkt auf bzw. unter die Kursschwelle verfällt der Put wertlos und der Inhaber des Bonuszertifikats ist im Grunde nur noch im Besitz des Zero-Calls, der ihm zur Fälligkeit in jedem Fall die Wertentwicklung des Basiswertes garantiert.

Andere Form der Abbildung

Eine weitere Form der Abbildung eines Bonuszertifikats erfolgt über den Kauf eines Zerobonds (Nullkuponanleihe), dem Kauf eines Out-of-the-moneyCalls und dem gleichzeitigen Verkauf eines Down-and-in-Puts. Hierbei dienen Zinserträge und die Prämie aus dem Verkauf des Puts für die Finanzierung des zusätzlichen Calls sowie des Bonus.

Worauf Anleger achten sollten

Wie bei einem Direktinvestment sollte auch bei Bonuszertifikaten immer der Basiswert beobachtet und entsprechend der Situation reagiert werden. Wichtig: Während der Laufzeit verhält sich das Zertifikat im Vergleich zum Basiswert unterschiedlich. Bei längerer Restlaufzeit und größerem Abstand zur Kursschwelle verhalten sich Basiswert und Zertifikat annähernd gleich. Bei Zertifikaten kurz vor der Fälligkeit und einem Basiswert, der nur knapp über der Kursschwelle notiert, sind die Kursschwankungen erheblich höher.

Wann verkauft werden sollte

Wenn der Basiswert deutlich gestiegen ist und oberhalb des Bonusniveaus notiert, sollte der Verkauf des Produktes erwogen werden. Eine wichtige Kennzahl bei den Überlegungen sollte sein, ob die Rendite bis zum Laufzeitende mit den Renditewartungen noch übereinstimmt. Auch sollte ein Verkauf erwogen werden, wenn die Kursschwelle verletzt wurde oder sich die Einschätzung zum Basiswert negativ verändert hat.

Für welche Anleger sich das Produkt eignet

Anleger müssen nicht nur auf steigende Kurse setzen, sondern erhalten bereits eine Rendite, solange der Kurs des Basiswertes nicht die Kursschwelle durchbricht („Seitwärtsrendite“). Dieser Zertifikatetyp ist sowohl für defensive als auch für chancenorientierte Anleger geeignet. Denn je niedriger die Kursschwelle gegenüber dem aktuellen Kurs des Basiswertes gesetzt wird, umso defensiver das Produkt. Dies geht natürlich auf Kosten der Rendite. Sicherheitsorientierten Anlegern können Bonuszertifikate empfohlen werden, bei denen das Bonusniveau dem aktuellen Kurs des Basiswertes entspricht. Dann profitieren diese nur noch vom Anstieg des Basiswertes, besitzen aber eine hohe Absicherung bei fallenden Kursen. Der Tausch von Aktien in Bonuszertifikate kann das Depot in entsprechendem Umfang vor einer mageren Rendite in eher seitwärts tendierenden Märkten schützen.

Dem weltgrößten Brillengläser-Produzenten Essilor mit Sitz bei Paris wird immer wieder auch Kaufinteresse am deutschen Konkurrenten Rodenstock nachgesagt.
Marktbeobachter gehen von einem möglichen Mindestgebot von 500 Millionen Euro aus. Mit 1,7 Milliarden Euro haben die Franzosen bei der Übernahme des
US-Konzerns Transitions Optical im vergangenen Jahr sogar einen noch größeren Deal gestemmt.

Essilor wurde durch den Kauf zum Weltmarktführer bei selbst tönenden Gläsern. Zukäufe waren einer der Gründe, dass der Konzern im ersten Quartal 2015 einen Umsatzsprung von gut 25 Prozent melden konnte.

Wie Bonuszertifikate funktionieren

Was bieten Bonuszertifikate?

Bonuszertifikate bieten eine Teilabsicherung des investierten Kapitals, gleichzeitig quasi unbegrenzte Partizipation am steigenden Basiswert. Die Rückzahlung hängt vom Kursverlauf des jeweiligen Basiswertes (Aktien, Indizes, Währungen oder Rohstoffe) ab. Berührt oder unterschreitet dieser während der Laufzeit eine festgelegte Kursschwelle – auch als Sicherheitslevel bezeichnet –, wird die Bonusfunktion aufgehoben. Ansonsten wird das Zertifikat zu einem festgelegten Betrag (Bonusniveau) bei Fälligkeit zurückgezahlt.

Die Rückzahlungsvarianten

Es sind drei Rückzahlungsvarianten bei Fälligkeit eines Bonuszertifikats denkbar.

Rückzahlungsvariante 1

Notiert der Basiswert während der Laufzeit nie unter der Kursschwelle und bei Fälligkeit unterhalb des Bonusniveaus, wird das Bonuszertifikat zum Bonusniveau zurückgezahlt.

Rückzahlungsvariante 2

Notiert der Basiswert während der Laufzeit nie unter der Kursschwelle und bei Fälligkeit oberhalb des Bonusniveaus, wird das Bonuszertifikat entsprechend der Wertentwicklung des Basiswertes zurückgezahlt.

Rückzahlungsvariante 3

Notiert der Basiswert während der Laufzeit mindestens zu einem Zeitpunkt am bzw. unter der Kursschwelle, wird das Bonuszertifikat entsprechend der Wertentwicklung des Basiswertes zurückgezahlt. Alternativ werden Stücke des Basiswertes gemäß dem Bezugsverhältnis geliefert.

Am Ende der Laufzeit

Werden Bonuszertifikate bis zur Fälligkeit im Depot gehalten, sind Verluste somit nur dann möglich, wenn der Kurs des Basiswertes mindestens zu einem Zeitpunkt während der Laufzeit an bzw. unter die Kursschwelle gesunken ist und bis zur Fälligkeit nicht mindestens sein Anfangsniveau wieder erreicht.

Wichtige Begriffe

Für die Bewertung von Bonuszertifikaten sind drei Begriffe wichtig: Kursschwelle, Bonusniveau und Laufzeit. Bonuszertifikate sind – bis auf wenige exotische Ausnahmen – immer durch zwei Schwellen während der gesamten Laufzeit gekennzeichnet: Die Kursschwelle (Risikoschwelle), die bei Emission immer unterhalb des Kurses des Basiswerts liegt, und das Bonusniveau, das in der Regel über dem Kurs des Basiswerts angesiedelt ist. Das Bonusniveau wird auch als Bonusschwelle oder Bonuslevel bezeichnet. Diese beiden Parameter haben entscheidenden Einfluss auf das Chance-Risiko-Profil des Zertifikats. Je größer der Abstand des Basiswertes zur Kursschwelle ist, desto geringer ist bei gleicher Laufzeit die Bonuszahlung und umgekehrt. Je größer der Abstand zur Kursschwelle gewählt wird, desto weniger riskant ist die Anlage, wenn sonst alle Faktoren gleich gewählt werden.

Aufgeld

Um höhere Bonusniveaus und damit höhere Bonusrenditen zu schaffen, bringen Emittenten oft Bonuszertifikate mit einem „Aufgeld“ zum Basiswert auf den Markt. Doch dieses Aufgeld zum Basiswert bietet nicht nur Chancen auf eine höhere Rendite, sondern erhöht auch das Risiko. Denn wenn die Kursschwelle verletzt wird, verliert der Anleger mehr als beim Kauf des Basiswertes - nämlich zusätzlich das Aufgeld.

Fälligkeit

Bonuszertifikate haben in den allermeisten Fällen eine feste Fälligkeit, die weder verkürzt noch verlängert werden kann. Beim Vergleich verschiedener Produkte fällt auf, dass Bonuszertifikate mit langen Laufzeiten optisch attraktivere Konditionen bieten als Kurzläufer. Entweder fallen die Bonusniveaus höher aus oder die Absicherung ist komfortabler. Auch kann beides der Fall sein. Der Grund dafür sind die Dividendenzahlungen, die für die Finanzierung der Bonusstruktur einbehalten werden. Denn je länger die Laufzeit ist, umso mehr Dividendentermine können stattfinden. Im Gegenzug ist natürlich bei einer längeren Laufzeit auch die Gefahr größer, dass die Kursschwelle verletzt wird und damit das Bonusniveau entfällt.

Einfluss der Laufzeit


Die Laufzeit hat aber auch erheblichen Einfluss auf den Kurs des Bonuszertifikates. Zu Beginn der Laufzeit zeigen Bonuszertifikat und Basiswert ein sehr ähnliches Kursverhalten. Anders sieht die Situation kurz vor Fälligkeit aus, wenn der Basiswert dicht oberhalb der Kursschwelle notiert. Dann sind extreme Kursausschläge des Zertifikates möglich, auch wenn sich der Basiswert nur wenig verändert.

Die Erlöse stiegen in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 1,32 auf 1,66 Milliarden Euro. Konzernchef Hubert Sagnières zeigte sich bei Bekanntgabe der Unternehmenszahlen im April 2015 zuversichtlich, die gesteckten Jahresziele zu erreichen. Bereits im vergangenen Jahr waren die Zahlen überzeugend.
Der Nettogewinn 2014 stieg um mehr als die Hälfte auf 929 Millionen Euro. Aktionäre wurden mit einer Dividendenanhebung um 8,5 Prozent auf 1,02 Euro belohnt. Für den Optikkonzern nichts Ungewöhnliches, es war die 18. Dividendenerhöhung in Folge.

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