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01.09.2014

20:11 Uhr

Euro-Peripherie

Draghis neue Waffe für die Sorgenkinder

VonMatthias von Arnim

Das neue Hilfsprogramm der Europäischen Zentralbank dürfte vor allem die Wirtschaft in den südlichen Ländern beflügeln. An den dortigen Börsen geht es aufwärts. Doch Vorsicht: Nicht alle Länder sind ein Investment wert.

Börse in Madrid: Die Wirtschaft des Landes glänzt wieder mit Exportüberschüssen. Das war vor zwei Jahren noch kaum denkbar. dpa

Börse in Madrid: Die Wirtschaft des Landes glänzt wieder mit Exportüberschüssen. Das war vor zwei Jahren noch kaum denkbar.

Straßen bauen gegen die Rezession. Vereinfacht gesprochen, ist das die Empfehlung, die Mario Draghi den Regierungen Europas am vergangenen Freitag mit auf den Weg gab. Auf dem jährlichen Treffen der Notenbanker in Jackson Hole stahl Draghi allen anderen Anwesenden die Show, als er von seinem vorab veröffentlichten Redetext abwich und die europäischen Regierungen offensiv aufrief, ihre bisherige Sparpolitik zu überdenken und „wachstumsfreundliche“ Ausgaben zu forcieren, zum Beispiel durch öffentliche Investitionen in die Infrastruktur.

Geht es nach dem Chef der Europäischen Zentralbank, sollten die Staaten der Europäischen Währungsgemeinschaft dafür auch ruhig mehr Schulden machen. Spätestens jetzt wird auch dem letzten Zweifler klar geworden sein, dass die Geldwertstabilität nicht mehr das vorrangige Ziel der Notenbank ist. Im Gegenteil: Draghi hat Druck von unten. Die Ängste vor einer Deflation und ein Absacken in eine europaweite Rezession sind gewachsen.

Aktuellen Prognosen zufolge wird die durchschnittliche Preissteigerungsrate in den EU-Ländern im August auf ein Allzeittief sinken, von zuletzt 0,4 Prozent auf dann 0,3 Prozent. Zur Erinnerung: Ziel der EZB ist eine Inflation von zwei Prozent. Da ist ordentlich Luft nach oben. Um zu verhindern, dass die Volkswirtschaften Europas in eine Deflationsspirale geraten, will die EZB alle ihre Möglichkeiten ausreizen.

Unendlich viele Handlungsmöglichkeiten hat sie dabei nicht mehr. Die Leitzinsen sind so niedrig wie nie zuvor, Banken zahlen für ihre Einlage bei der Notenbank sogar schon Negativzinsen. Eine weitere Zinssenkung hätte bei einem Hauptfinanzierungssatz von 0,15 Prozent in der Euro-Zone also nur noch symbolische Wirkung. „Draghis Problem ist, dass das billige Geld nicht dort ankommt, wo es ankommen soll, nämlich in der Wirtschaft“, sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank.

Die Investitionsbereitschaft sei gering, die Kreditaufnahme halte sich auf gefährlichem Rezessionsniveau, erklärt Halver. Zur Kompensation muss die konjunkturstützende Verschuldung der EU-Staaten weiter steigen. „Damit ist klar, dass die Zinsen auch in Zukunft definitiv nicht steigen werden und Draghi auch dafür sorgen wird, dass die Anleiherenditen nicht ansteigen“, so Halver.

Kommentare (4)

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Herr Illu Minator

01.09.2014, 20:24 Uhr

Nachdem bezüglich der diversen Brüche der Euro-Verträge und -Versprechungen ALLE Säulen der Gewaltenteilung, zuletzt das sogenannte Bundesverfassungsgericht, VERSAGT haben, braucht man sich über nichts mehr zu wundern. Freifahrschein und Lizenz zum Gelddrucken für Blackrock!

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Jürgen Dannenberg

02.09.2014, 08:38 Uhr

Die beste Waffe der "Sorgenkinder", also der Club Med Staaten, ist Drahgi mit seiner bewundernswerten. kaltschnäuzigen kriminellen Energie.
Mittlerweile ist es müßig seine Tabubrüche,. die nichts anders sind als kriminelle Handlungen, solange die mit großer Mehrheit gewählte BR nicht ein Einsehen hat mit der Realität.

Herr Teito Klein

02.09.2014, 08:54 Uhr

[b]Goldman Sachs Draghi empfiehlt:
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Straßen bauen gegen die Rezession. Vereinfacht gesprochen, ist das die Empfehlung, die Mario Draghi den Regierungen Europas am vergangenen Freitag mit auf den Weg gab.

Er empfiehlt auch mehr Schulden zu machen.
Wie konnte es dazu kommen?
Draghi ist ein Goldman Sachs Mann, und einmal Goldman Sachs, immer Goldman Sachs.

Und wie Goldman Sachs agiert, sehen Sie hier im Film:

Goldmann / Sachs - Eine Bank lenkt die Welt [HD] - Kompletter Film.

https://www.youtube.com/watch?v=zNEeHd6kY3I

Goldman Sachs ist mehr als eine Bank. Sie ist ein unsichtbares Imperium, dessen Vermögen mit 700 Milliarden Euro das Budget des französischen Staates um das Zweifache übersteigt. Sie ist ein Finanzimperium auf der Sonnenseite, das die Welt mit seinen wilden Spekulationen und seiner Profitgier in ein riesiges Kasino verwandelt hat. Die amerikanische Investmentbank ist in den letzten Jahren zum Symbol für Maßlosigkeit und ausufernde Spekulationen im Finanzbereich geworden. Ihre Geschäfte mit der Zahlungsunfähigkeit amerikanischer Privathaushalte haben sie zwar an den Rand des Bankrotts gebracht, aber letztlich wurde sie dank ihrer politischen Verbindungen vor dem Aus bewahrt. Der wie ein Thriller aufgebaute Dokumentarfilm erzählt chronologisch, wie Goldman Sachs am Ende stets als Gewinner dastand, vom US-Immobilienskandal des Jahres 2007 bis zur Eurokrise und der Staatsverschuldung im Euroraum seit 2010. Aufgrund der finanziellen Bedeutung und vor allem des Einflusses der „Firma", wie die Bank an der Wall Street genannt wird, konnte sich Goldman Sachs mühelos über ethische Grundsätze hinwegsetzten, immer knapp am Rande der Legalität.

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