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30.03.2012

12:38 Uhr

Exchange Traded Notes

US-Finanzaufsicht nimmt ETNs unter die Lupe

Ein umstrittenes Produkt der Credit Suisse veranlasst die US-Finanzaufsicht, den gesamten Markt der Exchange Traded Notes (ETN) zu untersuchen. Das ETN der Credit Suisse soll den Markt beeinflusst haben.

Optionen des S&P 500 werden in Chiacago angezeigt. Reuters

Optionen des S&P 500 werden in Chiacago angezeigt.

FrankfurtDie US-Finanzaufsicht FINRA nimmt Exchange Traded Notes (ETN) unter die Lupe. Auslöser dafür seien die ungewöhnlichen Ereignisse beim Handel mit einer ETN von Credit Suisse im Februar und März gewesen, sagte eine FINRA-Sprecherin. Die Behörde wolle sich bei ihren Ermittlungen jedoch nicht nur mit diesem einen Produkt befassen, sondern mit ETNs insgesamt. „Es läuft eine Untersuchung im Zusammenhang mit einer Menge von Themen, die ETNs und andere komplexe Produkte betreffen“, sagte die Sprecherin.

Die FINRA hat ihre Ermittlungen eingeleitet, nachdem die VelocityShares Daily 2x Long VIX Short-Term der Schweizer Bank innerhalb eines Tages 29 Prozent an Wert verloren hatte. Gleichzeitig hatte das Handelsvolumen in diesem Produkt deutlich zugenommen. Zu dieser Zeit hatte die Credit Suisse keine neuen Anteile an der ETN ausgegeben. Dem waren Vorwürfe vorausgegangen, dass das Derivat seinen Zweck verfehlt habe: Es habe die Entwicklung des Volatilitätsindex VIX, der die Kursschwankungen des US-Leitindex S&P 500 misst, beeinflusst, anstatt sie abzubilden.

Weil Credit Suisse etwa vier Wochen lang keine neuen Anteile an dem Produkt ausgegeben hatte, war das Angebot vorübergehend begrenzt gewesen - anders als üblich. Dadurch war der Anteilspreis leicht gestiegen, bis am 22. März schließlich der starke Kursverlust einsetzte.

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Am selben Tag nach Handelsschluss teilte die Credit Suisse mit, wieder neue Anteile an der ETN auszugeben. Das schürte unter Experten den Verdacht, einige Marktteilnehmer hätten vorab gewusst, dass Credit Suisse wieder neue Anteile ausgeben würde. Um dem damit einhergehenden Wertverlust zuvorzukommen, hätten sie plötzlich in großem Stil Anteile verkauft, so dass das Handelsvolumen angestiegen sei.

ETNs sind Inhaberschuldverschreibungen. Damit ähneln sie aus rechtlicher Sicht Zertifikaten. Im Unterschied zu Zertifikaten stellen bei ETNs jedoch nicht nur die Emittenten An- und Verkaufspreise, sondern mehrere Händler. Obwohl der Name der Produkte an börsennotierte Indexfonds (ETFs) erinnert, sind sie kaum mit diesen zu vergleichen. Denn ETFs sind statt Inhaberschuldverschreibungen wie alle Investmentfonds Sondervermögen, also im Falle einer Insolvenz des Anbieters geschützt.

Von

rtr

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