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21.10.2014

16:39 Uhr

Fielmann-Aktie

Brillenhersteller krempelte die Branche um

Quelle:Börse am Sonntag

Guter Durchblick: Deutschlands bekanntester Brillenhersteller Fielmann blickt auf ein gutes Jahr zurück. Im ersten Halbjahr konnte die Aktie zulegen. Anleger könnten jetzt selbst von stagnierenden Kursen profitieren.

Brille Fielmann: Die Aktie konnte in der ersten Jahreshälfte zulegen. dpa

Brille Fielmann: Die Aktie konnte in der ersten Jahreshälfte zulegen.

Bis zur ersten Jahreshälfte startete die Aktie des Brillenherstellers Fielmann durch. Im Juni erreichte der MDax-Konzern ein Hoch bei über 54 Euro. Danach kam es zu einer Seitwärtsbewegung, deren untere Begrenzung bei etwa 44,50 Euro liegt. Auf diesem Kursniveau notiert die Aktie der Optikerkette auch momentan.

Optiker mit Weitblick

Unternehmensgründer Günther Fielmann, mittlerweile 75 Jahre, hat in den 80er und 90er-Jahren die Branche umgekrempelt. Das Konzept war denkbar einfach und tragfähig: Modische Brillengestelle sollten preiswerter als bei der Konkurrenz zu haben sein. Durch die Produktion großer Stückzahlen konnten die Brillen billiger hergestellt werden. Mittlerweile ist aus dem Unternehmen ein Konzern mit jährlichem Umsatz von deutlich über einer Milliarden Euro geworden. Neben Brillen will sich Fielmann nun auch im Geschäft mit Hörgeräten positionieren.

Ende August legte der Konzern seine Halbjahreszahlen vor, die die Erwartungen der Geschäftsleitung erfüllt haben. Der Absatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,5 Prozent auf 3,7 Millionen Brillen. Der Gewinn nach Steuern erhöhte sich um 14,8 Prozent auf 75,6 Millionen Euro. Im August mögen sich manche Investoren die Augen gerieben haben. als die Aktie nur noch mit der Hälfte des Kurses notiert war. Die Ursache war ein Aktien-Split, Anleger sahen zu Recht doppelt, denn jeder Investor bekam für eine alte Fielmann-Aktie zwei neue in sein Depot eingebucht.

Auf der Kaufliste

Die DZ Bank empfiehlt die Aktie der Optikerkette in der „DZ Bank Equity Ideas Long List“. DZ-Bank Analyst Thomas Maul sieht etliche positive Aspekte, die für die Aktie sprechen. Dazu zählt nach Auffassung des Experten die hohe Produktivität sowie der hohe Bekanntheitsgrad. Zudem arbeitet die demographische Entwicklung mit einem Zuwachs an älteren Menschen für das Unternehmen. Hinzu kommt eine attraktive Dividende, auf die Zertifikateanleger allerdings verzichten müssen.

So funktionieren Optionsscheine

Was ist ein Optionsschein?

Ein Optionsschein ist das verbriefte Recht, einen Basiswert (eine Aktie, einen Index, eine Anleihe oder auch Rohstoffe) zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem bestimmten Preis (Basispreis) zu kaufen oder zu verkaufen.

Was ist der Unterschied zwischen Put und Call?

Ein Put Optionsschein berechtigt zum Verkauf eines Basiswertes, ein Call Optionsschein berechtigt zum Kauf.

Muss ich am Ende tatsächlich kaufen oder verkaufen?

Grundsätzlich gibt es zwei Ausübungsvarianten: amerikanisch und europäisch. Bei der amerikanischen Variante berechtigt der Optionsschein zum Kauf oder Verkauf des Basiswertes innerhalb einer bestimmten Laufzeit. Bei der europäischen Variante darf am Ende der Laufzeit ge- oder verkauft werden. Der Anleger kann den Optionsschein aber auch verfallen lassen.

Wer verkauft Optionsscheine?

Die Optionsscheine werden von Banken und Brokern emittiert. Geht dieses Unternehmen Pleite, kann auch der Optionsschein verloren sein. Man spricht deshalb von einem Emittentenrisiko.

Wechseln die Basiswerte tatsächlich den Besitzer?

Tatsächlich sehen die meisten Optionsscheine gar keinen physischen Kauf oder Verkauf der Basiswerte vor. Stattdessen erfolgt beim Ausüben des Optionsscheins ein Barausgleich, der sich nach der Differenz zwischen aktuellem Kurs und Basispreis richtet.

Optionsscheine sind Hebelprodukte, was bedeutet das?

Die Hebelwirkung besteht darin, dass Optionsscheine überproportional auf die Veränderung des zugrunde liegenden Basiswertes reagieren. Im Vergleich zu einem Direktinvestment ist also ein deutlich geringerer Kapitaleinsatz notwendig. Der Hebel wirkt jedoch in beide Richtungen. Hat der Anleger zum Beispiel auf fallende Kurse gesetzt und der Basiswert geht aufwärts, verliert der Optionsschein schneller an Wert als das bei einem Direktinvestment der Fall wäre. Wer mit Optionsscheinen spekulieren will, geht also ein großes Risiko ein.

Was ist der innere Wert der Optionsscheins?

Der innere Wert ergibt sich aus der Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und dem Basispreis.

Was ist der Zeitwert des Optionsscheins?

Der Zeitwert wird unter anderem von der Restlaufzeit des Optionsscheins und der Volatilität beeinflusst.

Wie viele Optionsscheine brauche ich?

Angenommen, ein Anleger möchte die Dax-Werte in seinem Depot absichern. Er hat 10.000 Euro in den Dax investiert und der Index steht bei 9000 Punkten. Das Bezugsverhältnis liegt beim Dax üblicherweise bei 0,01 (oder auch 1:100 geschrieben). Um das Depot zum Basispreis von 9000 Punkten abzusichern, müsste der Anleger wie folgt rechnen: 10.000/9000 x (1/0,01) = 112. Er müsste also 112 Optionsscheine kaufen.

Wie viel kostet die Absicherung?

Der Preis richtet sich nach der benötigten Menge der Optionsscheine. Im Beispiel oben ergibt sich bei 112 Optionsscheinen und einem Preis von je fünf Euro ein Gesamtpreis von insgesamt 560 Euro. Hinzu kommen noch Kaufgebühren des Emittenten.

Wie wird der Break Even berechnet?

Break Even wird der Kurs genannt, bei dem der Gewinn, den der Anleger am Ende der Laufzeit durch den Put Optionsschein macht, genau den Kosten entspricht, die er für die Absicherung aufwenden musste. Grob lässt sich das so berechnen: Basispreis – (Preis des Optionsscheins/Bezugsverhältnis) = Break Even. Im Beispiel oben also: 9000 – (5/0,01) = 8500.

Kann ich den Optionsschein zwischenzeitlich verkaufen?

Optionsscheine werden ebenso an der Börse gehandelt wie beispielsweise Aktien. Der Kunde erteilt zum Kauf eines Optionsschein einfach einen Wertpapierkauf- oder verkaufsauftrag.

Sie wird vom Emittenten vereinnahmt, um die Zertifikatestruktur zu finanzieren. Den fairen Wert der Aktie sieht die DZ Bank bei 54 Euro. Investoren, die eher eine Seitwärtsbewegung oder leicht steigende Kurse des Fielmann-Titels erwarten, können mit einem Discount-Zertifikat davon überproportional profitieren.

Beispielsweise mit einem Discounter der Hypo-Vereinsbank (WKN HY5R8M). Das Zertifikat auf die Aktie des MDax-Konzerns ist mit einer Kursobergrenze in etwa auf Hohe des aktuellen Aktienkurses ausgestattet. Die Fielmann-Aktie kostet gegenwärtig 48,24 Euro, die Kursobergrenze des Zertifikats liegt bei 48 Euro.

Das Produkt wird am 16. Juni 2015 bewertet und am 23. Juni zurückgezahlt. Der Discounter kann zu 45,28 Euro erworben werden. Liegt der Schlusskurs der Fielmann-Aktie am Bewertungstag bei 48 Euro oder darüber, erhalten Anleger diesen Betrag ausgezahlt. Liegt der Aktienkurs an diesem Tag dagegen unter 48 Euro, erhalten Investoren pro Zertifikat eine Fielmann-Aktie ins Depot eingebucht. Unter Berücksichtigung des Kaufkurses ist der maximale Ertrag pro Zertifikat auf 2,74 Euro beziehungsweise 9,1 Prozent begrenzt.

Von

Börse am Sonntag

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