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21.01.2012

16:33 Uhr

Finanzaufsicht

BaFin-Aufseher knöpft sich Derivatemärkte vor

„Die Derivatemärkte haben sich völlig losgelöst von den realen Märkten“, sagt der oberste Bankenaufseher der deutschen Finanzaussicht BaFin. Sein Fazit: „Da müssen wir noch viel stärker regulierend eingreifen.“

Das Direktionsmitglied der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Raimund Röseler: „Wir haben das Problem erkannt und überlegen jetzt, was wir zur Entschleunigung der Märkte beitragen können.“ dapd

Das Direktionsmitglied der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Raimund Röseler: „Wir haben das Problem erkannt und überlegen jetzt, was wir zur Entschleunigung der Märkte beitragen können.“

FrankfurtDie deutsche Finanzaufsicht will sich die Märkte für Finanzderivate vorknöpfen. „Die Derivatemärkte haben sich völlig losgelöst von den realen Märkten, und ich glaube, da müssen wir noch viel stärker regulierend eingreifen“, sagte der oberste Bankenaufseher in der deutschen Finanzaufsicht BaFin, Raimund Röseler, der „Börsen-Zeitung“. So habe sich das Volumen von Währungsderivaten von der Entwicklung des Welthandels abgekoppelt. Für Kreditderivate gelte das gleiche.

„Früher hat man vielleicht zu naiv gedacht, diese Produkte dienen der Absicherung bestehender Kredite. Dies wurde auch von den Vertretern, die diese so attraktiv finden, regelmäßig betont“, sagte Röseler. „Wenn ich aber die mir bekannten Portfolios betrachte, dann ist es schwer, eine direkte Verbindung zwischen den CDS-Positionen und vorhandenen Kreditengagements zu finden.“

Credit Default Swaps (CDS) wurden ursprünglich erfunden, um Gläubigern eine Versicherung gegen eine Pleite der Schuldner zu ermöglichen. Viele Anleger nutzen sie aber zu Wetten auf die Zahlungsfähigkeit von Anleihe-Emittenten, ohne diese Papiere selbst zu halten. Das hat den CDS die Kritik einbracht, sie verschärften die Finanz- und Staatsschuldenkrise. Steigende Preise der CDS führen dazu, dass die Länder höhere Zinsen für ihre Staatsanleihen zahlen müssen.

Röseler sagte der Zeitung, er sei ein Anhänger der Finanztransaktionssteuer. Es gehe aber auch um das Risikomanagement der Banken in den Derivatemärkten. „Wir haben das Problem erkannt und überlegen jetzt, was wir zur Entschleunigung der Märkte beitragen können“, sagte der Bankenaufseher, der auch dem Management Board der europäischen Bankenaufsicht EBA angehört.

Von

rtr

Kommentare (21)

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Petra

21.01.2012, 16:39 Uhr

Ganz einfach: Ungedeckte Leerverkäufe verbieten!

Account gelöscht!

21.01.2012, 19:53 Uhr


Die Derivate Bombe – Das Kasino der Finanzbranche
Laut Daten der amerikanischen Währungs-aufsichtsamtes (OCC), die am 30. Juni 2008 veröffentlicht wurden, hielten alleine die drei größten US-Banken (J. P. Morgan Chase, Bank of America und Citicorp) ausstehende Derivatkontrakte im Wert von 179,4 Billionen Dollar bei einem Anlagevermögen von nur 5,6 Billionen Dollar.
Nach Angaben der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sollen sich die ausstehenden Kontrakte weltweit auf über 675 Billionen Dollar belaufen, aber das dürfte stark untertrieben sein. John Hoefle vom Executive Intelligence Review rechnet mit weit über einer Billiarde Dollar; er schreibt: "Die Bemühungen von Finanzminister Henry Paulson und seines ,Absturzverhinderungsteams" werden zunichte, weil der größte Berg an finanziellen Wettgeschäften der Weltgeschichte über ihnen zusammenbricht.
http://www.pressemitteilung.in/investment-magazin-derivate-bombe-kasino-finanzbranche-6177

BIZ-Quartalsbericht Juni 2008
Der Markt für außerbörsliche Derivate verzeichnet im zweiten Halbjahr 2007 trotz der anhaltenden Turbolenzen an den weltweiten Finanzmärkten ein relativ stetiges Wachstum. Der Nominalwert aller Kategorien "außerbörslicher Kontrakte" zusammen stieg um 15% auf 596 Billionen Dollar Ende Dezember nach einem Anstieg um 24% im ersten Halbjahr. Andere Segmente, darunter die Märkte für Devisen-, Zins- und Rohstoffderivate legten ebenfalls zu und verzeichneten sämtliche zweistellige Wachstumsraten.
http://www.bis.org/press/p080609_de.pdf

Während sich die Prüfer der Bafin die Zeit mit Pornos vertrieben, haben die deutsche Landesbanken in Irland Zweckgesellschaften gegründet, und ihre kriminellen Geschäfte damit vor der Finanzaufsicht verborgen. Allein die SachsenLB hat in 11 verschiedenen Zweckgesellschaften Risiken über 64 Mrd. Euro aus den Bilanzen ausgelagert.

Account gelöscht!

21.01.2012, 19:54 Uhr

Teil II
Wenn mit unserer Bad-Bank derzeit 280 Mrd. Risiken aus den Bilanzen an den Steuerzahler ausgelagert wurden, dürfte dies lediglich einen Tropfen auf den heißen Stein sein. Hängt man bei den 280 Mrd. nochmals 2Nuller ran, dann kommt man der Sache wahrscheinlich näher.
Dazu hatte man extra das Bilanzrecht geändert, um die Bankster vor dem sofortigem Konkurs zu bewahren. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Weltweit haben die Bankster über 600 Billionen $ an Derivateschrott aus ihren Bilanzen ausgelagert.

Der globale Systemausfall - den haben wir noch vor uns.
Die Grössenordnung des Derivatemarktes, der etwa das 530-fache der amerikanischen Geldmenge M1 beträgt, das 34-fache des US-Bond-Marktes (25.2 Bio. USD Stand 2006), das 19-fache des weltweiten Anleihemarktes (44.9 Bio. USD Stand 2006) und etwa das 24-fache des weltweiten Aktienmarktes (36.6 Bio. USD Stand Oktober 2008) zeigt, dass das Problem der dort angehäuften tickenden Zeitbomben nur noch in einem Supergau an den internationalen Finanzmärkten enden kann. Ein Ausfall von nur 5 % aller weltweiten Derivate würde nahezu das gesamte Weltbruttosozialprodukt eines Jahres vernichten
http://www.siggi40.magix.net/public/Fotos/Derivate.png

Mein Rat dazu: Schaut euch weiterhin während der Arbeitszeit Pornos an. Ihr könnt da sowieso nichts mehr retten. Solch gigantische Betrügereien wurden ja erst durch euer Versagen ermöglicht. Mal sehen, was der Pöbel mit euch anstellt, wenn es auch mal bei uns so richtig losgeht.

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