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12.02.2014

14:38 Uhr

Finanzprodukte

Bafin-Chefin spricht sich für Risiko-Ampel aus

Rot, gelb, grün: Durch eine simple Kennzeichnung will die Bafin-Präsidentin Elke König erreichen, dass Verbraucher problematische Anlagen besser erkennen können. Auch die Frage höherer Bußgelder bleibe auf der Agenda.

Die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Elke König: Für sie muss bedacht werden, „welche Produkte über Wurfblätter im Briefkasten oder auch in der Straßenbahn beworben werden dürfen – und welche nur über professionelle Berater verkauft werden können“. dpa

Die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Elke König: Für sie muss bedacht werden, „welche Produkte über Wurfblätter im Briefkasten oder auch in der Straßenbahn beworben werden dürfen – und welche nur über professionelle Berater verkauft werden können“.

HamburgDie Präsidentin der deutschen Finanzaufsicht BaFin, Elke König, spricht sich dafür aus, das Risiko von Finanzprodukten mit einer Ampel klar zu bewerten. Dabei stehe „Rot für hoch riskante Produkte, Gelb für weniger riskante und Grün für Anlagen mit relativ geringem Risiko“, sagte König der Wochenzeitung „Die Zeit“ laut einer Vorabmeldung von Mittwoch. Es sei zwar schwierig, die Grenzen zu ziehen, aber „die Frage einer Ampel gehört auf die Agenda“. Die Idee solle ernsthaft geprüft werden, „selbst wenn das bedeutet, dass wir Produkte und Anleger in Schubladen stecken“.

König äußerte sich im Zusammenhang mit der Pleite des Windparkfinanzierers Prokon im Januar. Das Unternehmen hatte durch den Verkauf von Genussrechten etwa 1,4 Milliarden Euro von rund 75.000 Anlegern eingenommen. Für viele Kleinanleger ist ungewiss, ob sie von ihrem investierten Geld noch etwas zurück bekommen.

Die BaFin wusste nach eigenen Angaben schon vor mehreren Jahren, dass Prokon Altanleger mit dem Geld neuer Anleger auszahlte. Eine Möglichkeit zum Eingreifen habe die Aufsichtsbehörde aber nicht gehabt. König verlangte vor diesem Hintergrund eine stärkere Regulierung durch die Politik. Es sei zu überlegen, „welche Finanzierungsformen unter Aufsicht gehören, vor allem wenn sie an Verbraucher vertrieben werden“. Zudem müsse überdacht werden, „welche Produkte über Wurfblätter im Briefkasten oder auch in der Straßenbahn beworben werden dürfen – und welche nur über professionelle Berater verkauft werden können“.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte kürzlich Verbesserungen beim Anlegerschutz angekündigt. Es bleibe Ziel der Bundesregierung, „die Grauzonen im Finanzmarkt besser zu regulieren und zu beaufsichtigen“, sagte er Ende Januar dem „Handelsblatt“. So müsse etwa der Fall Prokon aufgearbeitet werden.

Die BaFin-Chefin äußerte sich in der „Zeit“ auch zu den Bankenskandalen der jüngeren Zeit. Die Frage, ob die BaFin in solchen Fällen höhere Bußgelder verhängen dürfe, bleibe auf der Tagesordnung, sagte sie. Die Bußgelder, die ihre Behörde bisher verhängen könne, seien „teils wirklich lächerlich“.

Von

afp

Kommentare (2)

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Gast

12.02.2014, 16:30 Uhr

Selbst wenn diese Kennzeichnung kommt, wird es noch genügend Anleger geben, die verstärkt auf die Rendite schauen und nicht verstehen (wollen) dass eine hohe Rendite immer mit einem hohem Risiko verbunden ist. Die Hobby-Anleger sollten verstehen, was sie da kaufen und was für Risiken das Produkt bringt.

JensSchneider

13.02.2014, 14:11 Uhr

In einem Parallelbeitrag wird auf eine Entscheidung des OLG Stuttgart verwiesen, nach der Bezeichnungen wie "Wachstum" und "Chance" für den Kunden nicht ausreichend sein sollen. Wie soll das dann mit drei (!) Farben klappen. Was ist noch grün, was ist schon orange/gelb oder rot.
Wir werden uns dann in Zukunft wohl wie im Straßenverkehr streiten können, ob die Ampel noch Gelb oder schon Rot war.
Meines Erachtens alles Käse. Man sollte die Verjährung von 10 Jahren wieder auf 30 Jahre herauf setzen. Dann hätte der Anleger auch bei Anlagen die auf mehr als 10 Jahre angesetzt sind (zB Lebensversicherungsprodukte oder Fonds zur Altersvorsorge) genügend Zeit zum Prüfen.

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