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08.12.2016

15:34 Uhr

Finanzwetten

Bafin will die meisten CFD verbieten

VonFrank Matthias Drost, Jürgen Röder

Mit speziellen Wetten auf Währungen und Aktien können hohe Summe verdient, aber auch verloren werden. Die oftmals eingesetzten Finanzkontrakte („CFD“) mit Nachschusspflicht sollen verboten werden – zum Schutz der Anleger.

Zum zweiten Mal knöpft sich die Bafin eine komplette Produktkategorie vor. dapd

Finanzaufsicht

Zum zweiten Mal knöpft sich die Bafin eine komplette Produktkategorie vor.

Frankfurt/BerlinDie Finanzaufsicht Bafin plant den Handel mit Finanzprodukten einzuschränken, mit denen Anleger auf minimale Preisveränderungen von Aktien, Währungen oder Rohstoffen setzen. Kontrakte mit einer Nachschusspflicht dürfen Privatkunden dann nicht mehr angeboten werden.

„Das Verlustrisiko ist bei finanziellen Differenzgeschäften (Contracts for differences, CFD) mit Nachschusspflicht unkalkulierbar. Aus Verbraucherschutzgründen können wir das nicht akzeptieren“, begründete die oberste Wertpapieraufseherin der Bafin, Elisabeth Roegele, das Vorgehen. Die vom Anleger auszugleichende Differenz könne dass dann Vielfache des eingesetzten Kapitals betragen.

Nach Angaben des CFD-Verbands gibt es in Deutschland rund 250.000 Trader, von denen rund 50.000 CFDs handeln. Nach dem geplanten Verbot für Bonitätsanleihen interveniert die Bafin innerhalb von wenigen Monaten damit zum zweiten Mal im Produktbereich. Mit dem Kleinanlegerschutzgesetz, das Mitte 2015 in Kraft trat, wuchsen der Bafin neue Kompetenzen zu, die sie jetzt nutzt. Erstmals wurde mit dem Gesetz der Verbraucherschutz auch als Aufsichtsziel der Bafin etabliert. Betroffene Unternehmen haben die Möglichkeit, sich bis zum 20. Januar zu den geplanten Maßnahmen zu äußern.

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Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA hatte zuletzt im Juli 2016 eine Investorenwarnung zu CFDs ausgesprochen. Sie waren vor allem durch den sogenannten Franken-Schock Anfang 2015 in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Schweizerische Nationalbank hatte damals den Euro-Mindestkurs aufgehoben, und viele CFD-Anleger erlitten daraufhin durch Nachschusspflichten hohe Verluste. Auch die britische Finanzaufsicht hat diese Woche härtere Regeln für CFD-Anbieter angekündigt.

Differenzgeschäfte

Funktionsweise

Der Wert eines Contract for Difference (CFD) verändert sich parallel zum Basiswert, etwa zu einer Aktie. Steigt der Aktienkurs um einen Euro, steigt auch der Wert des CFD um einen Euro. Der Hebeleffekt entsteht, weil das Derivat weniger kostet. Während ein Aktionär etwa eine Aktie für 100 Euro kauft, zahlt ein Trader für einen CFD auf diese Aktie etwa nur fünf Euro. Die fehlenden 95 Euro leiht ihm der CFD-Broker.

Wirkung

Eine Kurssteigerung der Aktie um zehn Euro bedeutet auch für den CFD-Anleger ein Plus von zehn Euro. Während der Aktionär nur zehn Prozent Gewinn erzielt, verzeichnet der CFD-Trader aber ein Plus von 200 Prozent. Das Problem: Die Hebelwirkung funktioniert auch umgekehrt. Fällt der Aktienkurs etwa um fünf Prozent, verliert der CFD-Anleger bereits seinen gesamten Einsatz.

Kommentare (7)

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Herr Michael Müller

08.12.2016, 15:47 Uhr

Endlich mal eine sinnvolle Entscheidung!

Account gelöscht!

08.12.2016, 16:44 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Peter Delli

08.12.2016, 17:01 Uhr

Endlich wird der Mist verboten.

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