Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.01.2008

09:30 Uhr

Fonds als Alternative

Aus dem Zertifikate-Baumarkt

VonHeike Schwerdtfeger
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Investmentfonds, die ausschließlich in Zertifikate investieren, haben sich am Markt durchgesetzt. Für wen sie sich lohnen.

Fonds, Zertifikat oder Zertifikate-Fonds? Anleger müssen genau nachrechnen. Foto: Archiv

Fonds, Zertifikat oder Zertifikate-Fonds? Anleger müssen genau nachrechnen. Foto: Archiv

Das ist Innovation: Vor 52 Jahren feierte der Deutsche Investment Trust (Dit) seine Premiere als Fondsanbieter mit dem Aktienfonds Concentra. Anleger bekamen als Präsent ein Spiel überreicht. Es erklärte nach Art des bekannten Monopoly, wie der Fonds funktioniert. Der Sieger ist, wer durch Dividenden und Kursgewinne das meiste Geld anhäuft. Einfach und klar gewinnen – das war einmal. Inzwischen wurde Dit in Allianz Global Investors umbenannt und ist mit einem Marktanteil von 59 Prozent und fünf unterschiedlichen Fonds zum Branchenprimus bei Zertifikatefonds aufgestiegen. Dahinter verbirgt sich eine finanztechnisch ausgefeilte Fondsvariante.

Fondsmanager spezialisieren sich bei den Zertifikatefonds statt auf das Management von Aktien und Anleihen auf ganz unterschiedliche Sorten von Zertifikaten, deren Kurse wiederum in irgendeiner Form von Aktien oder Anleihen abhängen. Die Manager haben für ihre Fonds die Auswahl unter bald 250 000 Papieren. Zwischen 30 und 100 Zertifikatetypen stecken in einem einzelnen Fonds.

Wenn René Assion, Zertifikate-Experte der Schweizer Vermögensverwaltung Brem & Neff, über seine Arbeit spricht, klingt das so: "Wenn man die Laufzeiten der Zertifikate ordentlich durchstrukturiert, dann kann man selbst in seitwärts laufenden Märkten eine gute Performance erreichen." Damit dürfte mancher Privatanleger schnell an seine Grenzen stoßen: Er muss beurteilen, wie sich die Kurse der Zertifikate jeweils im Auf und Ab der Märkte verhalten. Zudem muss er in der Lage sein nachzurechnen, ob der Preis eines Zertifikates für ihn günstig ist oder nur die Investmentbanker in den Bankhäusern reich macht. Die Fondsmanager haben den Auftrag, die passenden Zertifikate günstig einzukaufen, und vergleichen dazu das Angebot vieler Banken. Je nach Fonds kassieren sie für den Job jährlich zwischen 0,75 und 1,5 Prozent des angelegten Vermögens als Gebühr.

Manchen Vorteil bieten gut gemachte Zertifikatefonds: Die Möglichkeit, an den Gewinnen von Aktien teilzuhaben, Verluste jedoch zu begrenzen und kein Gedöns mit dem Management zu haben, hat viele Anleger überzeugt. Auf 7,9 Milliarden Euro ist das Volumen der mittlerweile 29 Zertifikatefonds angeschwollen (siehe Grafik: „Zertifikatefonds in Deutschland“).

Die meisten Zertifikatefonds großer Häuser wie DWS und Deka sind erst seit einigen Monaten auf dem Markt. Die Fondsmanager konnten noch nicht beweisen, dass sie ihren Job wirklich gut im Griff haben. Denn die Wertentwicklung allein sagt nicht viel aus über die Güte eines Zertifikatefonds. Der Anleger muss sie stets im Zusammenhang mit der Volatilität, also den Kursschwankungen, betrachten (siehe Tabelle „Zertifikatefonds im Überblick“). Erst dann erhält er ein einigermaßen aussagekräftiges Bild der Fondsqualität.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×