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27.07.2011

16:08 Uhr

Geheimtipp für Anleger

Reich werden im reichsten Land der Welt

VonMathias Brüggmann

Katar ist das wohlhabendste Land der Welt mit enormen Öl- und Gasreserven. Jetzt will es sich auch als Finanzplatz einen Namen machen. Die Rahmenbedingungen für Investoren sind hervorragend.

Blick auf die Skyline von Doha Quelle: dpa

Blick auf die Skyline von Doha

Berlin"Als wir 1972 das North-Dome-Feld vor unserer Küste entdeckten, waren wir traurig. Es war zwar das größte Gasfeld der Welt, aber eben ein Erdgasvorkommen“, erinnert sich Abdullah bin Hamad Al-Attiyah, Katars langjähriger Energieminister und heute Vizepräsident. Als Chef des Emiri Diwan ist er der wichtigste Berater des Staatschefs des wohlhabendsten Landes der Welt.

„Erdgas wollte damals kaum jemand haben, es waren die Jahre der Ölkrise und der rasant steigenden Rohölpreise.“ Al-Attiyahs Enttäuschung hat sich längst gelegt. Als er kürzlich auf einer Konferenz des Nah- und Mittelost-Vereins in Berlin auftrat, verkündete er: „Katar ist binnen 15 Jahren zum weltgrößten Flüssiggasproduzenten auf dem Globus geworden.“

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Das Wachstumswunder Katar ist nicht zuletzt Al-Attiyahs Werk, der als Energieminister konsequent auf die Entwicklung als weltweit führender Gas-Exporteur gesetzt hat. Zudem ist das Land laut Internationalem Währungsfonds (IWF) „besonders gut“ durch die internationale Finanzkrise gekommen und habe „mit dem Ausbau seiner Gasproduktion, einer starken Stützung seines Bankensystems und hohen staatlichen Ausgabenprogrammen“ starkes Wachstum generiert.

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Auch als Finanzmarkt will sich der Wüstenstaat einen Namen machen. Die 1997 aufgebaute und mittlerweile in Qatar Exchange (QE) umbenannte Börse strebt danach, dass ihr QE-Index den Emerging-Market-Status des führenden Indexanbieters MSCI bekommt. Damit würde der Index für internationale Investoren interessanter werden.

Das ist Teil der Strategie der Regierung in Doha, die Branche der Finanz- und Vermögensverwaltung in Katar deutlich auszubauen. Bisher liegen die führenden Finanzzentren der Golfstaaten in Dubai und Bahrain, Katar hat Nachholbedarf. Das will Doha mit dem Ausbau des Qatar Financial Center ändern und weltweit Investoren locken.

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Eine Hürde dabei ist, dass Ausländer bislang nur ein Viertel der an der QE gehandelten Aktien besitzen dürfen, was MSCI die Aufnahme des QE-Index in den weltweit führenden Emerging-Market-Index erschwert. QE-Chairman Hussain Al Abdullah will an der restriktiven Regelung dennoch bisher nichts ändern, sagte er kürzlich. Gewinnmitnahmen nach einem starken Börsenjahr sowie die Kursrückschläge im Zuge der Dubai-Krise und der Revolutionen in der arabischen Welt hatten Katars stark von Banken, Telekomfirmen und Versorgern dominierten Index zuletzt deutlich einknicken lassen.

Kommentare (1)

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flyingfridge

27.07.2011, 16:48 Uhr

Naja, mal auf dem Teppich bleiben. Katar hat etwa so viele Einwohner wie Hamburg, die Hauptstadt Doha weniger Einwohner als Essen oder Düsseldorf. Schön, wenn die dort Milliarden in Büros, Shopping Malls und zwölf Fussballstadien stecken. Aber irgendjemand muss die Dinge auch nutzen. Und wenn man sich das Fleckchen Katar mal in Google Earth ansieht, ist das ein großes Sandfeld mit ein paar Hochhäusern in einer Ecke. Also ich bin da irgendwie skeptisch ob der Nachhaltigkeit einer Investition.

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