Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.04.2014

06:04 Uhr

Geldanlage

Im Süden Europas geht es aufwärts

VonMatthias von Arnim

Die südlichen Krisenländer der Euro-Zone haben ihre Hausaufgaben gemacht. Die Anpassungen waren schmerzhaft für die Bevölkerung. Doch der Lohn dafür ist eine Rückkehr zum nachhaltigen Wirtschaftswachstum.

In Italien geht die Sonne auf: Mit dem neuen Ministerpräsidenten Matteo Renzi könnte Italien nötige Reformen endlich anpacken. Getty Images

In Italien geht die Sonne auf: Mit dem neuen Ministerpräsidenten Matteo Renzi könnte Italien nötige Reformen endlich anpacken.

DüsseldorfDeutschlands Wirtschaft geht es gut. Der Export boomt, die positive Handelsbilanz wächst. Noch. Doch die Tugenden, die Deutschland stark gemacht und die Krise der vergangenen Jahre haben überstehen lassen, werden in Berlin derzeit über Bord geworfen. Austerität? Sparsamkeit? Zurückhaltung bei den Löhnen? Überprüfung der Rentenkassen auf nachhaltiges Wirtschaften? All das, was Kanzlerin Merkel in den vergangenen Jahren von den Staaten der europäischen Südperipherie gefordert hat, wird von der großen Koalition gerade in großem Stil missachtet.

Die Rentenkassen werden geplündert, der Staatsapparat wird weiter aufgebläht, Beamte und angestellte Staatsbedienstete haben gerade erst nach nur kurzen Verhandlungen einen üppigen Lohzuschlag aus der Pulle bekommen. Wozu sparen? Alles muss raus! Während sich die Politiker in Berlin darin überbieten, Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu reduzieren, haben ausgerechnet die Südstaaten der Euro-Zone sich in den zurückliegenden Jahren unter Schmerzen die Ermahnungen des internationalen Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und des Europäischen Rettungsfonds zu Herzen genommen und sind ihre Problemfelder ernsthaft angegangen.

Generalis Südeuropa Fonds

Europas Erholung

Die Furcht vor einem Auseinanderbrechen der Eurozone ist vorbei, erste Strukturreformen greifen, die Exporte ziehen an. Experten sind sich einig: Langsam aber sicher erholt sich Europa - und hier vor allem die Krisenstaaten im Süden. Der Generali European Recovery Equity Fonds (WKN: A1W94L) ist der erste Fonds, der sich speziell dieser südeuropäischen Genesung widmet.

Strategie

Der Fonds investiert nur in Unternehmen aus Spanien, Italien, Portugal und Griechenland und ausdrücklich nicht in solche, die schon global unterwegs sind. Stattdessen fasst der Fonds vor allem solche gering kapitalisierten Betriebe ins Auge, die ihr Geschäft auf die heimische Wirtschaft beschränken, allen voran Banken und Telekommunikationsanbieter.

Griechenland

Während andere europäische Nebenwerte-Fonds Griechenland als Anlageziel meiden, investiert Generali absichtlich in das Schwellenland. Es gebe dort weder Broker, noch viele Investoren. In Griechenland könne man noch echtes Stock-Picking betreiben und Unternehmen vor Ort aufspüren.

Unternehmen

Zyklische Unternehmen, die im Aufschwung profitieren, interessieren den Fonds besonders; dazu zählen etwa Unternehmen, die Rohstoffe wie Zement oder Aluminium herstellen. Angesichts ihrer wirtschaftlichen Bedeutung notierten sie unter Wert. Die Wirtschaft brauche sie aber, die Kosten, diese Industrien zu ersetzen, seien zu hoch.

Risiko

Die meisten der 43 Unternehmen im Fonds haben kein Rating. Der Fonds verfolgt bei der Auswahl der Titel nur die Vorgabe, dass sie einen vernünftigen, vertretbaren Verschuldungsgrad aufweisen. Die Analyse liegt in den Händen der Fondsmanager.

„Die Wachstumsprognosen für Italien, Spanien, Portugal und Griechenland verbessern sich zusehends“, bestätigt François Gobron, Manager des Generali European Recovery Equity Fund. „Die Leistungsbilanzen sind nahezu ausgeglichen, und die Haushaltsdefizite gehen zurück. Die Renditen der Staatsanleihen sind stabil und der Anstieg der Verbraucherpreise ist gering“, so Gobron. Insbesondere in Spanien und Italien geben die Einkaufsmanagerindizes positive Signale und zeigen eine deutliche Expansion an.

Das sollte sich positiv auf die Entwicklung der Unternehmensgewinne auswirken, die noch immer weit unter dem Niveau von vor der Finanzkrise liegen. Insbesondere Finanzwerte seien zuletzt sehr gut gelaufen. Als Gründe dafür nennt der Fondsmanager unter anderem die sich verbessernden Staatsfinanzen in der Peripherie sowie das abnehmende Länderrisiko. Insbesondere Finanztitel profitierten aufgrund ihrer prozyklischen Eigenschaft von verbesserten Konjunkturaussichten.

Ein gutes Beispiel dafür liefert Griechenland. Das schuldengeplagte Land hat sich am Dienstag dieser Woche kurzfristig 1,3 Milliarden Euro am Kapitalmarkt besorgt. Der Zinssatz für die sechsmonatigen Papiere beläuft sich auf gerade einmal 3,01 Prozent. „Noch vor einem Jahr war es undenkbar, dass Griechenland den Kapitalmarkt anzapft. Jetzt ist es Realität“, sagt Alessandro Giansanti, Zinsstratege bei ING. Zur Erinnerung: Noch vor zwei Jahren brachten griechische Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren eine Rendite von 37 Prozent. Mit einer Rückzahlung rechneten nur unverbesserliche Optimisten.

Am Donnerstag hat das Land zudem nach Angaben der Regierung in Athen rund drei Milliarden Euro mit einer fünfjährigen Laufzeit aufgenommen - zu einem Zinssatz knapp unter fünf Prozent. Der griechische Regierungssprecher Simos Kedikoglou warnte im Fernsehen vor allzu großer Begeisterung. Die Griechen müssten „noch vieles leisten“, sagte er.

 

Kommentare (22)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

11.04.2014, 07:41 Uhr

28% Arbeitslose in Griechenland. Wo geht da was aufwärts?
Für die Zocker ("Investoren")scheint es doch nun nur sicher, dass sie ihr Geld nicht verlieren, sondern guten Gewinne zuLasten der europäischen Steuerzahler machen. Und dies sorgt für die Nachfrage bei den Anleihen. Mit der Wirtschaft hat das nichts zu tun. Mit Deutschland als Exportüberschussweltmeister zusammen in der EU haben die Südländer 0 Chance.

Account gelöscht!

11.04.2014, 07:49 Uhr

Eine Rückzahlung der vom ESM und der EZB gehaltenen Griechenlandkredite wird es auch weiterhin nicht geben.
Die Laufzeit dieser 134 Mrd. Eurokredite liegt bei 30 Jahren, und die Zinssätze bei nominal durchschnittlichen 1,5%. Die müssen aber nicht bezahlt werden, weil gerade ausgesetzt. Auf dieser Basis sind die Investoren sicher, dass auch die Rückzahlung der neuen Anleihe vom europäischen Steuerzahler garantiert wird. Also, ein todsicheres Geschäft.

Account gelöscht!

11.04.2014, 07:58 Uhr

Der Süden hat Hausaufgaben gemacht???

Deutschland hat gebürgt und es fließt wieder Geld. Das ist alles.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×