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19.11.2014

15:36 Uhr

Geldanlage mit Rohstoffen

Die Bullen haben Zucker geleckt

Quelle:Börse am Sonntag

Der süße Rohstoff ist als billiger Kohlenhydratlieferant bekannt. Zucker ist so günstig wie selten zuvor. Am Terminmarkt zeichnet sich jedoch eine Wende ab. Wird daraus mehr als nur eine temporäre Gegenbewegung?

Zucker lässt nicht nur Kaffee und Tee besser schmecken. Mit Zucker-Zertifikaten können sie auch ihr Depot versüßen. dpa

Zucker lässt nicht nur Kaffee und Tee besser schmecken. Mit Zucker-Zertifikaten können sie auch ihr Depot versüßen.

Der Zuckerpreis ist seit den Rekorden Anfang 2011 auf Talfahrt. Das weltweite Überangebot belastet. Seit dem Wirtschaftsjahr 2010/11 (bis Ende September) übersteigt die globale Produktion den Bedarf. Und auch für 2014/15 geht die Internationale Zuckerorganisation von einem Überschuss aus. Aufgrund dieser fundamentalen Entwicklungen ist die fortgesetzte Talfahrt nicht verwunderlich. Dies zeigt sich beispielhaft am März-Future.

Seit dem Zwischenhoch im Juni ist innerhalb der übergeordneten langfristigen Talfahrt eine erneute dynamische Abwärtswelle erkennbar. Die Einbrüche am Terminmarkt wurden begleitet von einem deutlichen Abbau der typischen großen Netto-Short-Positionierungen bei den Commercials. Gleichzeitig weiteten die großen Spekulanten ihre Short-Positionen aus. Deren gesamte Netto-Long-Positionierung ist daher nun so gering wie seit Januar nicht mehr. Seinerzeit startete eine kräftige Rallye.

Ist die aktuelle Positionierung der großen Marktakteurer abermals ein Hinweis für einen dynamischen Aufwärtsimpuls?

Erste Lebenszeichen sind bereits auszumachen. Der Zuckerpreis zog jüngst zeitweise etwas kräftiger an. Für Bewegung sorgten Berichte aus Brasilien, dem weltweit größten Zuckerproduzenten. Die Ernte in der dortigen Hauptanbauregion endete früher als erwartet. Das schürt die Annahme einer geringer als bislang angenommenen Produktion. Möglicherweise hat dies auch zur Schließung von Short-Positionen geführt, was den Kurs zusätzlich anfeuerte.

Begriffe aus der Charttechnik

Widerstand- und Unterstützungslinien

Kann der Kursverlauf mehrmals einen bestimmten Kurs nicht überwinden entsteht eine Widerstandslinie. Wird der Widerstand durchbrochen entsteht ein Kaufsignal. Wird ein bestimmter Kurs mehrmals erreicht und nicht unterschritten, entwickelt sich eine Unterstützungslinie. Wird die Unterstützung durchbrochen, entsteht ein Verkaufssignal.

Auf- und Abwärtstrend

Ein Trend gibt die grundsätzliche Richtung eines Kursverlaufs an. Er wird bei steigenden Kursen als Aufwärtstrend, bei gleich bleibenden Kursen als Seitwärtstrend und bei fallenden Kursen als Abwärtstrend bezeichnet. Trends besitzen eine unterschiedliche Dauer. Zu unterscheiden sind hier der Primärtrend (langfristig), der Sekundärtrend (mittelfristig) und der Tertiärtrend (kurzfristig). Kann zusätzlich zur unteren Trendlinie eine parallele obere Trendlinie gezogen werden, entsteht ein Trendkanal.

Gleitende Durchschnitte

Gleitende Durchschnittslinien dienen der Kursglättung. Zu Bestimmung der Durchschnitte werden die Kurse für einen festen Zeitraum addiert und durch die Anzahl der Tage geteilt. Gängige Durchschnitte sind die 38-, 100- und 200-Tage-Linie. Je länger der gewählte Zeitraum ist, umso „glatter“ verlaufen die Durchschnittslinien.

Offen ist jedoch, wie nachhaltig der jüngste Anstieg ist. Er ist mit Vorsicht zu genießen. Schließlich dürfte sich an dem globalen Überangebot erst einmal nicht viel ändern. Charttechnisch interessant wird es jedoch, wenn das Zwischenhoch von Oktober bei 17,20 US-Cent geknackt wird, wäre damit doch eine potentielle Trendwendeformation komplettiert.

TypWKNBasispreis/Knock-outLaufzeitHebel
IndexzertifikatVT1FCK-open end-
Hebel-Zertifikat (long)CM5J2Q12,40/12,70 US-Centopen end4,40
Hebel-Zertifikat (short)CR30BA20,20/19,80 US-Centopen end3,85

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