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21.11.2014

06:05 Uhr

Goldminen-Aktien

„Investiere nicht in Gold, sondern in Schaufeln“

VonMatthias von Arnim

Die Stimmung unter Gold-Anlegern ist auf einem Tiefpunkt angelangt. Gerade das ist eine Chance für ein Comeback. Anlegern stehen viele Möglichkeiten offen - auch Goldminenaktien sind interessant.

Anleger können auch über Goldminenaktien in die Wertentwicklung von Gold investieren. Allerdings ist die Anlage etwas risikoreicher. Getty Images

Anleger können auch über Goldminenaktien in die Wertentwicklung von Gold investieren. Allerdings ist die Anlage etwas risikoreicher.

Düsseldorf.Der Goldpreis ist in den vergangenen Tagen unter die Marke von 1.200 US-Dollar gefallen. Aktuell kostet eine Feinunze des gelben Metalls rund 1.180 US-Dollar. Es ist ein neuer Tiefpunkt in einer Preishistorie, deren Talfahrt nun schon dreieinhalb Jahre andauert. Ende August 2011 kostete eine Feinunze Gold noch mehr als 1.880 US-Dollar. Wer sich damals Gold ins Depot gelegt hat, hat unter dem Strich ein Minus von 37 Prozent zu verbuchen – in Dollar gerechnet. In Euro bleibt ein Minus von 26 Prozent.

Denn der US-Dollar hat gegenüber dem Euro in dieser Zeit elf Prozent an Wert zugelegt – es ist die übliche Begleiterscheinung: „Wenn der US-Dollar steigt, ist das meistens schlecht für den Goldpreis“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. Und es gebe noch weitere Anzeichen, die gegen eine Goldpreiserholung sprächen: „Die physische Gold-Nachfrage in China war in diesem Jahr relativ schwach. Und in Indien, einem der weltweit größten Goldimporteure, will die Regierung die Einfuhr von Gold weiter erschweren. Denn die Goldimporte belasten die Handelsbilanz negativ“, so Weinberg.

Das seien alles sehr negative Vorzeichen, die keinen steigenden Goldpreis erwarten ließen. Allerdings könnte es genau deshalb dazu kommen. Denn wer Angst vor weiteren Verlusten hat, ist in den vergangenen Monaten aus der Anlage Gold ausgestiegen. Die Pessimisten sind aus dem Markt. Die Negativschlagzeilen sind längst im Preis verarbeitet. Und das größte Problem der Weltwirtschaft, die massive Verschuldung der Staaten, ist nach wie vor nicht gelöst. „Vielleicht sollte man nicht unbegrenztes Vertrauen in die Leitwährungen haben“, sagt Eugen Weinberg.

So lange die Zinsen niedrig gehalten werden, bleibe Gold als Reservewährung deshalb attraktiv. Gerade in Krisenzeiten gilt Gold als sichere Geldanlage. Wenn die Bären losgelassen werden und es an den Börsen kracht, steigt die Sucht nach dem gelben Metall. Seit Jahrzehnten ist das zu beobachten, es ist eine sich immer wieder selbst erfüllende Prophezeiung.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Es war schon oftmals eine gute Idee, gegen den mehrheitlich propagierten Trend zu handeln. Insbesondere bei Gold könnte die Talsohle bereits in Sichtweite sein. Denn weit unter 1.000 US-Dollar wird der Goldpreis vermutlich kaum fallen. Schon 1.200 US-Dollar sind ein kritischer Preis.

„Kleinere Minengesellschaften holen das Edelmetall für einen Preis von etwa 1.200 US-Dollar pro Feinunze aus dem Boden. Große Gesellschaften arbeiten noch bei einem Goldpreis von etwa 1.000 Dollar profitabel. Aber schon jetzt sinkt das Angebot. Wer es sich leisten kann, hortet sein Gold und verkauft es nicht zum aktuellen Preis“, sagt Manuel Peiffer von GVS Financial Solutions.

Und es gibt eine Reihe von Minengesellschaften, die sich das leisten können. „Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren ihre Finanzreserven aufstocken können. Das ist im Moment sehr hilfreich. Man kann sehen, dass das Volumen an Terminverkäufen zurückgegangen ist. Die Branche erwartet höhere Preise“, so Peiffer.

Kommentare (6)

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Herr wulff baer

21.11.2014, 09:02 Uhr

"Vielleicht sollte man nicht unbegrenztes Vertrauen in die Leitwährungen haben!"
Wer solche Sprüche von sich gibt, dessen Rat würde ich miemals suchen.
Angesichts der Meere von ungedecktem Falschgeld, überbewerteten Aktien, der größten weltweiten Verschuldung aller Zeiten ist physisches und nicht Papiergold die einzige Sicherheit, die es noch gibt.

Herr C. Falk

21.11.2014, 09:23 Uhr

Also momentan liegt der Goldpreis nicht bei 1180$ sondern bei 1197$, Tendenz steigend.

Für den langfristigen Anleger giltt nach wie vor Gold physisch zu halten und zu kaufen.

"Wer es hat, der hat es"

Herr Stefan Lehnert

21.11.2014, 10:56 Uhr

Ich verstehe eh nicht warum Gold soviel Bedeutung zugemessen wird, auch physischem! wenn man sich anschaut wo Gold verwendet wird, dann großteils nur für Schmuck, Münzen, Barren - Dinge die keine Sau auf der Welt braucht! - sollte das system doch mal vor die wand fahren will anstatt 5 tonnen gold im keller lieber ein stück land auf dem ich meine kartoffeln anbauen kann und am besten nochn panzer dazu damit ich mein hab und gut verteidigen kann

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