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05.01.2006

13:29 Uhr

Größtes Fondshaus überschreitet seine traditionellen Grenzen

DWS bietet Zertifikate an

VonIngo Narat

Zertifikate- und Fondsbranche gehen nicht länger auf Konfrontationskurs. Die größte deutsche Investmentgesellschaft DWS sowie der bedeutende Zertifikateanbieter ABN Amro Bank entwickeln Mischprodukte. Die DWS geht in die Offensive.

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HB FRANKFURT. „Wir werden unsere gesamte Derivate-Expertise massiv ausbauen“, sagte DWS-Geschäftsführer Stephan Kunze in Frankfurt. Zertifikate basieren maßgeblich auf Derivaten und sind juristisch Anleihen. Bei Fonds hingegen ist der Kunde direkt Miteigentümer des Vermögens.

Der vor kurzem von ABN Amro eingekaufte Experte Kunze verfolgt eine viergleisige Strategie. Danach wird die DWS verstärkt Derivate und damit Terminmarktinstrumente in traditionellen Fonds einsetzen. Ein Beispiel ist die Belebung des Geschäftes mit Garantiefonds. Außerdem will die DWS Fonds für Zertifikate begeben. Zum Start offeriert sie einen in Bonuszertifikate anlegenden Fonds – er ist der erste seiner Art.

Darüber hinaus plant Vordenker Kunze spezielle über Luxemburg lancierte Fonds mit Derivateelementen. Und er kündigt für die DWS den direkten Einstieg in das Zertifikategeschäft an – als erste Investmentgesellschaft. Eine Konkurrenz zur Mutter Deutsche Bank, einem großen Zertifikateemittenten, soll es allerdings nicht geben. Über einen derartigen Wettbewerb war in der Branche spekuliert worden.

Die DWS braucht für das Zertifikatsangebot ein Bank-Emissionshaus. Laut Kunze „kann das unsere Mutter sein, es können auch andere Häuser sein“. Der rechtliche Zertifikatemantel für ein Produkt biete sich dann an, „wenn es klein oder wenig diversifiziert ist, es schneller lanciert werden soll, oder es auf für Fonds schwieriger zugänglichen Basisobjekten wie Rohstoffen basiert“.

Der DWS-Geschäftsführer sieht sich in einer Pionierrolle für die Investmentbranche. Seiner Meinung nach „müssen große Fondshäuser in Zukunft aktiv Derivate einsetzen, wenn sie erfolgreich wollen“. Seine Vision ist die schrittweise Annäherung beider Branchen. Kunze sieht großen Nachholbedarf bei den meisten Investmenthäusern. „Viele haben den Derivatetrend schlicht verschlafen.“

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