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14.01.2011

12:11 Uhr

Große Wachstumschancen

Die Party in den BRIC-Ländern geht weiter

VonChristian Schnell , Matthias von Arnim

Kein Zweifel, der Lack der frühen Jahre ist ab. Die einst so beliebten Aktienmärkte in Brasilien, Russland, Indien und China haben zuletzt enttäuscht. Dennoch stehen Finanzprodukte mit dem Etikett BRIC bei den Anlegern hoch im Kurs und die Investoren hoffen auf einen neuen Schub.

Blick auf den Zuckerhut: Brasiliens Wirtschaft boomt. Quelle: dpa

Blick auf den Zuckerhut: Brasiliens Wirtschaft boomt.

FRANKFURT. Seitdem Jim O'Neill, Vordenker und Chefökonom von Goldman Sachs die Chancen in Brasilien, Russland, Indien und China als Erster erkannt und aus den Anfangsbuchstaben den Begriff BRIC kreiert hatte, sind die Renditen auf Normalmaß gesunken, teilweise sogar darunter. Chinas Shanghai Composite Index hat im vergangenen Jahr sogar 15 Prozent verloren. Brasiliens Bovespa trat auf der Stelle, nur in Indien und Russland gab es Gewinne von 15 bzw. 22 Prozent.

Dennoch stehen Finanzprodukte mit dem Etikett BRIC bei den Anlegern hoch im Kurs. Das liegt zum einen an den Problemen im eigenen Land. Die westlichen Industriestaaten ächzen unter Schuldenbergen. Europa, Japan und die Vereinigten Staaten zahlen im wahrsten Sinne des Wortes einen hohen Preis für die Finanzkrise. In den BRIC-Staaten sieht die Situation ganz anders aus. Brasilien, Russland, Indien und China sind mit Ausnahme von Indien unterm Strich schuldenfrei, die Währungen stabil. Es geht nur darum, in welchem Tempo die Wirtschaft jeweils in den vier BRIC-Staaten wächst. "Wir erwarten ein robustes Wachstum in den BRIC-Staaten. Die Unternehmen werden schon im kommenden Jahr wieder so viel verdienen wie zuletzt auf dem bisherigen Höhepunkt im Jahr 2007", sagt Peter Oppenheimer von Goldman Sachs. Russland und Brasilien profitierten zudem von steigenden Rohstoffpreisen.

Voraussetzungen für Wachstum sind weiterhin gegeben

Doch es gibt noch andere Gründe für eine Rückkehr der überdurchschnittlichen Renditen von einst. "Dafür sprechen Faktoren wie das günstige globale Risikoumfeld, das anhaltend überdurchschnittliche Wachstum in den Schwellenländern, eine Politik, die das vorantreibt und eine nach wie vor attraktive Bewertung der verschiedenen Anlageklassen", sagt Anne Benoit von der französischen Großbank Société Générale.

Anleger, die vom BRIC-Thema überzeugt sind, haben die Wahl, ob sie in einzelne Länderzertifikate investieren oder einen kompletten BRIC-Korb mit Fokus auf die vier Länder wählen. Beispiele für Länderzertifikate sind ein Indexzertifikat auf den brasilianischen Bovespa Index (WKN: DB1CC7) von der Deutschen Bank oder ein Indexzertifikat von der Royal Bank of Scotland auf den Hang Seng China Red Chip Index (AA0RED). Mit einem BRIC-Zertifikat von der Commerzbank (DR3WD8) wird die Entwicklung von 40 Aktienwerten aus den BRIC-Staaten abbildet. Basiswert ist der Dax Global BRIC Kursindex, der auch vielen anderen Produkten als Basis dient.

Auf das eigene Research vertraut dagegen Goldman Sachs, man bietet unter dem smarten Begriff "BRICs Nifty 50" gleich zwei Konzepte an. Im Indexzertifikat auf den BRICs Nifty 50 Emerging Markets Tradable Index (GS3PL5) finden sich bis zu 50 Unternehmen, die aus Brasilien, Russland, Indien und China stammen. Der BRICs Nifty 50 Developed Markets Index (Indexzertifikat mit der WKN GS3PL4) dagegen konzentriert sich nicht auf Unternehmen aus den BRIC-Ländern, sondern bildet die Kursentwicklung von bis zu 50 Titeln von Unternehmen aus entwickelten Ländern ab.

Voraussetzung für eine Aufnahme in den Index: Die Unternehmen müssen in Brasilien, Russland, Indien und China nennenswerte Umsatzanteile erzielen. Die Idee dahinter: "Auch in den etablierten Industrienationen profitieren einige Unternehmen in besonderem Maße vom BRIC-Boom. Dazu zählen unter anderem Rohstoff-Unternehmen, Hersteller von Luxusgütern und einige international aufgestellte Banken", erklärt Peter Oppenheimer.

Aktuell gehören dem Developed Markets Index Unternehmen aus Europa, den USA, Japan, Australien und Südkorea an. Die Unternehmen in beiden Nifty-50-Indizes müssen eine Marktkapitalisierung von mindestens einer Milliarde Dollar aufweisen.

Kommentare (1)

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rs-depot.de

14.01.2011, 14:43 Uhr

Schwellenländer bieten tatsächlich die besten Renditechancen, weil dort auch höhere Wachstumsraten der Wirtschaft zu erwarten sind.
Aber Zertifikate sind wegen des Emittentenrisikos nur die zweitbeste Lösung. besser sind da kostengünstige indexfonds "ETF's", da macht man die wirtschaftliche Entwicklung nahezu 1:1 mit, ohne Emittentenrisiko.

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