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15.04.2011

12:08 Uhr

Grüne Rendite

Wie Anleger von der Energiewende profitieren

VonMatthias von Arnim

Atomkraft ist ein Auslaufmodell. Erneuerbare Energien aus Wind und Sonne gehört die Zukunft. Wie Anleger grüne Rendite erzielen.

"Solarwald" in Sachsen-Anhalt: Jährlich 8.000 kW pro Baum. Quelle: dpa

"Solarwald" in Sachsen-Anhalt: Jährlich 8.000 kW pro Baum.

FrankfurtDer 12. März 2011 wird wohl als Todestag der Atomtechnologie in Deutschland in die Geschichte eingehen. Als es im japanischen Fukushima in einem der Reaktoren vor laufenden Kameras eine Explosion gab, musste auch dem letzten Verfechter der angeblich sicheren und sauberen Atomkraft klar werden, dass es künftig in Deutschland keine politischen Mehrheiten mehr geben wird, die sich für eine Verlängerung von Atomkraftwerkslaufzeiten einsetzen. Wer sich heute noch als Atomkraft-Befürworter outet, braucht bei der nächsten Wahl gar nicht mehr für ein Amt anzutreten. Deshalb überbieten sich derzeit Politiker aller Parteien mit Atomausstiegs-Szenarien.

Ein rascher Ausstieg aus der Atomkraft bedeutet gleichzeitig, dass der Ausbau alternativer Energieerzeugung beschleunigt werden muss. Insbesondere die Produzenten von Techniken für regenerative Energien rechnen sich gute Chancen aus, von der Energiewende in Berlin zu profitieren. Das wissen auch die Anleger, weshalb die Börsenkurse von Unternehmen, die ihr Geld im Bereich Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft verdienen, innerhalb der vergangenen Wochen in die Höhe geschossen sind. Entsprechend gut sehen die kurzfristigen Performancedaten der betreffenden Zertifikate aus, die die Kursentwicklung von Öko-Aktien abbilden.

Doch Anleger sollten nicht nur auf das sehr effektvolle Comeback deutscher Solar- und Windkraftaktien schielen. Schon einmal machten deutsche Investoren den Fehler, pauschal zu früh zu viele Vorschusslorbeeren zu verteilen – und mussten mit ansehen, wie sie mit ihren Öko-Zertifikaten Geld verbrannten. Wer mit Zertifikaten erfolgreich auf das Thema „Erneuerbare Energien“ setzen will, sollte seine Investments gut auswählen.

Zukunfts-Technologie Windkraft

Bestes Argument insbesondere der Hersteller von Solar- und Windkraftanlagen: Wind und Sonne sind unbegrenzt vorhanden. Doch das heißt nicht, dass die Umwandlung von Wind oder Sonneneinstrahlung umsonst wäre. Grüner Strom will gut kalkuliert sein. Und wie sich in den vergangenen Jahren herausgestellt hat, ist Energie aus Windkraft deutlich günstiger zu haben als Sonnenenergie. Windstrom kostet derzeit acht bis neun Cent pro Kilowattstunde (kWh). Diese Kosten liegen noch zwei bis drei Cent über den Kosten für konventionellen Strom.

Doch die Lücke schließt sich. Die Leistungsfähigkeit der Anlagen ist Experten zufolge in den vergangenen 30 Jahren um das 20-fache gestiegen. Solarstrom hingegen ist heute mit rund 25 bis 30 Cent dreimal so teuer wie Strom aus Windkraftanlagen. Solche Zahlen sehen auch die Politiker, die die Subventionstöpfe verwalten. Deshalb verschieben sich nun die Trends. Stand bisher vor allem die Solarenergie im Fokus des Interesses, kommt nun der Windkraft immer größere Bedeutung zu. In den vergangenen vier Jahren haben sich die Kapazitäten fast verdreifacht. Ende des Jahres waren global insgesamt 159 Gigawatt an Windenergieleistung in Betrieb, was 1,5 Prozent der globalen Stromkapazitäten entspricht. Ein Gigawatt reicht aus, um etwa eine Million Haushalte in Deutschland mit Strom versorgen zu können.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

15.04.2011, 14:26 Uhr

Windkraft ist keine Zukunftsenergie, sondern nur ein ideologisch gehätscheltes Subventionskind. Kernenergie ist die Zukunftstechnologie im Bereich der Stromerzeugung, nur werden andere die Geschäfte machen. Zum Beispiel Frankreich, der heimlich lächelnde Hauptgewinner der "German Angst".

Blickt man nach Japan, dann sind dort 5 Wochen nach der Tsunami-Katastrophe alle vier Unglücksreaktoren stabilisiert, die Nachzerfallswärme (die aus dem Zerfall der radioaktiven Spaltprodukte entsteht) auf unter 0,5 Prozent des ursprünglichen Wertes (laufender Betrieb) gefallen, was es jetzt relativ leicht macht, die Reaktoren zu kühlen. Das ursprünglich vorhandene Jod-131, das Isotop, von dem bei Unfällen dieser Art anfangs die höchste Strahlenbelastung ausgeht, ist mittlerweile zu über 95 Prozent aufgebraucht, und alle 8 Tage halbiert sich der Rest. Auch am Reaktor ist die Strahlung mittlerweile deutlich zurückgegangen. Die an die Wand gemalte "Unbewohnbarkeit halb Japans" war und ist ein Märchen, schon jetzt könnte die Bevölkerung in Teile der Evakuierungszone gefahrlos zurückkehren, nachdem sich die gemessenen Strahlungsdosen dort wohl als geringer dargestellt haben als erwartet.
Bevor man also investiert, sollte man vorausdenken, wie die Lage wohl in ein paar Monaten beurteilt werden wird. Man wird dann zurückdenken an den Kollateralschaden einer Naturkatastrophe, bei dem aufgrund von Planungsmängeln des Betreibers ein großes Kernkraftwerk so beschädigt wurde, daß es abgeschrieben werden mußte. Zehntausedne von Menschen waren vorausschauend evakuiert worden, und mußten vorübergehende Entbehrungen auf sich nehmen, kamen aber gesundheitlich nicht zu Schaden. Hunderte von Ingenieuren und Arbeiter haben nach dem Tod dreier Kollegen in der Monsterflut unter gefährlichen Arbeitsbedingungen die Reaktoren gesichert, keiner wurde das Opfer von Radioaktivität.

heinrich

15.04.2011, 15:53 Uhr

"Atomkraft ist ein Auslaufmodell", heißt es im Bericht.

Wer die Sache mit Sachverstand betrachtet, kommt nicht zu diesem Ergebnis. Denn die sogenannten erneuerbaren Energien bergen ebenfalls Gefahren und Risiken, die man im Laufe der Zeit noch kennenlernen wird.

Als Auslaufmodell kann man eher Deutschland bezeichnen, nicht nur unsere Politiker und manche panikverbreitende Medien, sondern auch einen Großteil der Bürger. Man schaue sich einfach nur die Wahlergebnisse an.

KontraA

18.04.2011, 07:28 Uhr

Und was wären diese Gefahren und Risiken?

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