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19.05.2012

16:44 Uhr

Hebelpapiere

Mehr als nur ein Glücksspiel für Anleger

VonChristian Panster

Zu den beliebten Hebelpapieren zählen die sogenannten Knock-out-Produkte. Sie beziehen sich auf unterschiedlichste Preisentwicklungen. Diese Papiere haben zwei Seiten - und die eine hat nichts mit Zockerei zu tun.

Knock-out-Produkte beziehen sich auf Währungen, Aktienkurse oder die Preise von Rohstoffen. dpa

Knock-out-Produkte beziehen sich auf Währungen, Aktienkurse oder die Preise von Rohstoffen.

FrankfurtWertpapiere mit Hebel haben etwas Faszinierendes. Weil sich der Gewinn des eingesetzten Geldes schnell vervielfachen kann, sollten sich die Kurse, auf die sich das jeweilige Papier bezieht, in die richtige Richtung bewegen. Der Hebel bedeutet - vereinfacht ausgedrückt - nichts anderes, als dass Anleger mit relativ kleinem finanziellem Einsatz weit größere Summen bewegen können.

Zu den beliebten Hebelpapieren zählen die sogenannten Knock-out-Produkte oder Mini-Futures. Diese Produkte beziehen sich auf die unterschiedlichsten Preisentwicklungen. Auf die Kurse von Aktien beispielsweise, auf Währungen oder die Preise verschiedener Rohstoffe.

Hebelprodukte

Contracts for Difference (CFD)

Mit CFDs – auch Differenzkontrakte genannt – partizipieren Anleger an steigenden und fallenden Kursen unterschiedlicher Basiswerte. Über einen Hebel, der weit über 100 Prozent sein kann, können sie dabei ein Vielfaches des eingesetzten Kapitals gewinnen – oder auch verlieren. CFDs sind keine Wertpapiere, CFD-Anleger haben keine Rechte an dem Basisinstrument.

Optionsschein

Ein Optionsschein ist ein derivatives Finanzinstrument, mit dem Anleger gehebelt von der Kursbewegung eines Basiswerts profitieren können. Optionsscheine sind verbriefte Wertpapiere. Ein Kaufoptionsschein (Call) verbrieft das Recht, einen Basiswert zu einem bestimmten Preis zu einer festgelegten Zeit beziehen zu können. Der Verkaufsoptionsschein (Put) verbrieft dagegen das Recht, den Basiswert zu einem bestimmten Preis zu einem festgelegten Zeitpunkt zu verkaufen.

Hebelzertifikat

Mit einem Hebelzertifikat können Investoren einen Basiswert, beispielsweise eine Aktie, zu einem günstigeren Preis kaufen. Hebelzertifikate werden auch unter dem Begriff Knock-out-Produkte angeboten, die je nach Emittent Waves, Mini-Futures, Classic/Unlimited/BEST oder Smart Turbos oder einfach nur Turbos heißen. Hebelzertifikate haben eine Knock-out-Grenze, bei der das Zertifikat wertlos wird. Durch den Hebel partizipieren Anleger stärker an den Kursschwankungen des zugrunde liegenden Basiswerts. Verlieren können Anleger nur den eingesetzten Betrag.

Hebel-ETF

Auch börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETF), die die Entwicklung eines Index eins zu eins nachbilden, gibt es mit Hebel. Diese Hebel-ETFs gibt es als Long- und als Short-Version. Verlieren können Anleger nur den eingesetzten Betrag.

Nehmen wir den Devisenmarkt. Spätestens seit Beginn der Euro-Krise sind Währungen zu einem beliebten Spekulationsobjekt geworden. Nicht nur Profis spekulieren auf dem riesigen Devisenmarkt, sondern auch immer mehr Privatanleger.

Spielen wir ein Beispiel durch mit Euro und Dollar, dem weltweit beliebtesten Währungspaar: Nachdem die Gemeinschaftswährung in den vergangenen zwei Wochen unter Druck geraten ist, gehen wir davon aus, dass sie sich in den kommenden Tagen wieder etwas erholen wird. Kaufen wir uns also einen Knock-out-Call-Optionsschein auf den Euro (Call steht für eine Wette auf steigende Kurse, Put für fallende).

Ein Knock-out zeichnet sich dadurch aus, dass der Emittent des Produkts eine bestimmte Kursgrenze definiert, die sogenannte Knock-out-Schwelle. Sollte der Euro diesen Kurs während der Laufzeit nach unten durchbrechen, ist das eingesetzte Geld futsch. So sind die Spielregeln. Anleger müssen bei der Auswahl des Optionsscheins deshalb genau darauf achten, wo diese Schwelle liegt.

Kommentare (8)

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wfd

19.05.2012, 20:41 Uhr

Nur haben sie die Marktmacht der Investmentbank/Hedgefonds vergessen. Wenn die Anleger kleine Summe spekulieren können die Kurse nicht sonderlich bewegt werden. Institutionelle Anleger können das schon - mit der Konsequenz, dass das angebliche Glücksspiel berechnend wird.

Evtl. keine Kurse mehr, die sich am Gewinn/Geschäftswert des Unternehmens orientieren?

esd

19.05.2012, 20:50 Uhr

Auf Grund der Kursberechungsmodell der Dt. Börse muss es Werte geben, wie genau sich die Marktmacht prozentual ausrechnen lässt. Beschränkungen und Transparenz scheinen seitens der Bafin/Kartellamt geboten.

DanielKonstanz

20.05.2012, 04:54 Uhr

Guter Hinweis, ich denke dass die Knock-outs, speziell mit endloser Laufzeit, gut geeignet sind um langfristige Investments abzusichern, so z.B. Edelmetalle. Nur den Trend vorherzusagen ist extrem schwierig, bei Gold hat es von einer Woche zur naechsten gewechselt. Mein Tip: sich einmal mit einer hohen Schwelle (put) absichern und dann aber nicht jeden Tag auf die Kursentwicklung starren, sonst wird man total verrueckt davon und tendiert der Entwicklung immer hinterherzuhecheln.

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