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17.04.2012

11:30 Uhr

Hedge-Fonds-Manager

John Paulson wettet gegen Europa

Nach Informationen von Insidern will Hedge-Fonds-Manager John Paulson gegen europäische Staatsanleihen wetten. Einerseits will er Bonds leerverkaufen, andererseits Ausfallversicherungen auf Euro-Staatsanleihen kaufen.

Der Hedgefonds-Manager John Paulson ist ein milliardenschwerer Star-Investor. dpa

Der Hedgefonds-Manager John Paulson ist ein milliardenschwerer Star-Investor.

Der Hedge-Fonds-Manager John Paulson hat seinen Investoren mitgeteilt, dass er europäische Staatsanleihen leerverkauft. Das berichtete eine mit den Vorgängen vertraute Person.

Der Milliardär habe auf einer Telefonkonferenz erklärt, er kaufe außerdem Kreditausfallswaps auf europäische Bonds, berichtete die Person, die ihren Namen nicht genannt haben wollte, weil die Information nicht öffentlich ist. Paulson habe spanische Banken als besondere Sorgenkinder identifiziert und auf ihre steigende Abhängigkeit von der Europäischen Zentralbank aufgrund ihrer Positionen bei spanischen Staatsanleihen und der Abflüsse von Kundengeldern verwiesen.

Die erfolgreichsten Hedgefonds-Manager 2011

Bruce Kovner

Mit einem Verdienst von 210 Millionen Dollar landet Bruce Kovner auf Platz 10 der best bezahlten Hedgefonds-Manager. Mit 67 Jahren beendete Kovner, der bis dahin bei Caxton Associates arbeitete, seine Karriere.

John Arnold

Seine Arbeit als Hedgefonds-Manager bei Centaurus Advisors brachte John Arnold 360 Millionen Dollar ein.

Alan Howard

Alan Howard verdiente bei Brevan Howard Asset Management 400 Millionen Dollar. Den 7. Platz teilt er sich mit einem Kollegen.

Kenneth Griffin

Ebenfalls 400 Millionen Dollar verdiente Kenneth Griffin. Der Hedgefonds-Manager, der für Citadel arbeitet, brachte den Kensington und Wellington Fonds wieder Werte wie vor der Rezession ein.

Charles "Chase" Coleman III

Der 36-jährige Charles Coleman konnte 2011 neues Vermögen horten. Der Hedegfonds-Manager arbeitet für Tiger Global Management und investierte unter anderem in Facebook, Linkedin und Zynga. Damit verdiente er 500 Millionen Dollar.

David Shaw

Mit einem Verdienst von 580 Millionen Dollar landet David Shaw (D.E. Shaw & Co.) auf Platz 5 der Forbes-Liste.

Steve Cohen

Mit 600 Millionen Dollar schafft es Steve Cohen auf Platz 4 der am besten verdienenden Hedgefonds-Manager. Er arbeitet bei SAC Capital Advisors.

Carl Icahn

Carl Icahn (Icahn Capital Management) ist schon über 30 Jahre im Geschäft. Trotzdem war das Jahr 2011 für ihn besonders lukrativ. Er verdiente 2 Milliarden Dollar.

James Simons

Auch wenn der „Quant King“ bereits 2010 aus seinem 20 Milliarden Dollar schwerem Hedgefond Unternehmen ausstieg, profitierte er immer noch von den Gewinnen der Renaissance Technologies. Er verdiente 2,1 Milliarden Dollar.

Ray Dalio

Großer Gewinner war 2011 Raymond Dalio. Der Chef der weltgrößten Hedgefonds-Firma Bridgewater Associates erwirtschaftete für seine Kunden umgerechnet 10,4 Milliarden Euro. Er selbst bekam dafür 3 Milliarden Dollar ausgezahlt.

Quelle: Forbes Magazine

Im vergangenen Jahr hatte Paulson Rekordverluste verzeichnet. Ein Hedge-Fonds seiner Gesellschaft büßte 51 Prozent seines Wertes ein, nachdem Paulson zum falschen Zeitpunkt eine Wette auf eine Konjunkturerholung in den USA eingegangen war. Im Februar bezeichnete er den Euro als "strukturell voller Fehler" und erklärte, die Währung werde sich wahrscheinlich letztendlich auflösen.

Sorgen um eine Verschlechterung der Lage Spaniens haben die Finanzierungskosten des Landes in diesem Jahr in die Höhe schnellen lassen. Am Dienstag stiegen die Preise für Kreditausfallswaps auf spanische Staatsanleihen auf ein Rekordhoch, wie aus Daten von CMA hervorgeht. Die Renditen der spanischen zehnjährigen Bonds kletterten auf den höchsten Stand seit 1. Dezember.

Die größten Hedge-Fonds der Welt

Man Group

Man Group

Sitz in London. Verwaltetes Vermögen: 69,0 Milliarden US-Dollar

Durch die Übernahme des Konkurrenten GLG Partner zum weltgrößten börsennotierten Hedge-Fonds mutiert, musste das Unternehmen zuletzt hohe Mittelabflüsse hinnehmen. So zogen Anleger im vierten Quartal 2010 der Gesellschaft netto eine Milliarde US-Dollar (743 Millionen Euro) ab. Man Group-Chef Manny Roman geht für die Zukunft von weiteren Konzentrationen innerhalb der Branche aus.

Bridgewater Associates

Bridgewater Associates

Sitz in Westport, USA. Verwaltetes Vermögen: 62,0 Milliarden US-Dollar.

Zuletzt durch Gründer und Chef Ray Dalio in den Medien. Er kündigte an, sich der philanthropischen Kampagne der Milliardäre Bill Gates und Warren Buffet anzuschließen und einen Großteil seines Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden.

JPMorgan Asset Management

JPMorgan Asset Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 45,5 Milliarden US-Dollar

Teil des globalen Finanzdienstleistungskonzerns JPMorgan Chase & Co. mit einer 130jährigen Tradition in der Vermögensverwaltung für private und institutionelle Investoren.

Paulson & Co

Paulson & Co

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 30 Milliarden US-Dollar

Amerikanischen Medien (Wall Street Journal) zufolge verdiente Gründer und Präsident John Paulson im Jahr 2010 fünf Milliarden US-Dollar und konnte sich damit selbst den dicksten Gehaltsscheck der Geschichte überreichen. Nach Daten der amerikanischen Finanzaufsicht SEC zählt neben Gold ein Aktienpaket an der amerikanischen Bank Citigroup zu den größten Positionen Paulsons. Zudem stehen die Bereiche Energie und Gesundheit in seinem Fokus. Doch der

Brevan Howard Asset Management

Brevan Howard Asset Management

Sitz in London. Verwaltetes Vermögen: 32,3 Milliarden US-Dollar

Sorgte ähnlich wie BlueCrest Capital Management mit dem Umzug in die Schweiz für Aufsehen. Seit Sommer 2010 verwalten nun Mitarbeiter in Genf einen Großteil der Investments. Als Grund wurden die Ungewissheit über die Besteuerung der Banker und die Marktregulierungen in Großbritannien angegeben.

Och-Ziff Capital Management

Och-Ziff Capital Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 28,7 Milliarden US-Dollar

Deutschen Anleger könnte der Name durch dessen frühere Beteiligung am Windkraftanlagenbauer Nordex ein Begriff sein.

Soros Fund Management

Soros Fund Management 

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 27,0 Milliarden US-Dollar

Der Quantum Fund von George Soros brachte seit seiner Gründung im Jahr 1973 bisher 35 Milliarden US-Dollar ein – nach Abzug sämtlicher Gebühren. Seine Anlagenstrategien basieren auf der Analyse von tatsächlichen oder vermeintlichen makroökonomischen Trends in verschiedenen Ländern. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, vom Druck auf Währungen zu profitieren. Dies kommt nicht von ungefähr: 1992 wette Soros gegen die Bank of England auf eine Abwertung des englischen Pfunds und verdiente damit mehr als eine Milliarde Dollar.

BlackRock

BlackRock

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 26,6 Milliarden US-Dollar

Durch den Kauf der Vermögensverwaltung der britischen Barclays Bank zum größten Aktionär Deutschlands aufgestiegen. In der Finanzwelt ist die Gesellschaft für ihr einzigartiges Risikomanagement bekannt. Über 5.000 vernetzte Computer spielen rund um die Uhr alle erdenklichen Szenarien eines Geschäfts durch.

Highbridge Capital Management

Highbridge Capital Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 25,0 Milliarden US-Dollar.

Tochter von JPMorgan. War zeitweise an der deutschen Immobiliengesellschaft Gagfah beteiligt.

BlueCrest Capital Management

BlueCrest Capital Management

Sitz in London. Verwaltetes Vermögen: 24,5 Milliarden US-Dollar

 Konkurrent Man Group verkaufte Ende März seinen Anteil von 25,5 Prozent wieder zurück an Bluecrest. Zudem sorgte die Firma ähnlich wie Brevan Howard Asset Management mit dem Umzug in die Schweiz für Aufsehen. Seit Sommer 2010 verwalten nun Mitarbeiter in Genf einen Großteil der Investments. Als Grund wurden die Ungewissheit über die Besteuerung der Banker und die Marktregulierungen in Großbritannien angegeben.

Baupost Group

Baupost Group

Sitz in Boston. Verwaltetes Vermögen: 24 Milliarden US-Dollar

Gründer und Präsident ist Seth Klarman. Die Gesellschaft verwaltet das Geld für vermögende Familien und Einzelpersonen in liquiden Kapitalanlagen.

Cerberus Capital Management

Cerberus Capital Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 24 Milliarden US-Dollar

Beteiligt sich an Unternehmen und veräußert sie nach Umstrukturierung weiter. In Deutschland ist die Gesellschaft durch den Kauf von Handelsimmobilien in Erscheinung getreten. Zuletzt mit dem Kauf von Großmärkten die an die Metro vermietet werden.

Angelo Gordon & Co

Angelo Gordon & Co.

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 23,5 Milliarden US-Dollar

1988 von den beiden ehemaligen LF Rothschild-Bankern John Angelo und Michael Gordon gegründet. Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Immobilien und Distressed Securities. Bei letzteren handelt es sich um Wertpapiere von Emittenten, die sich in einer wirtschaftlichen Notlage befinden, aufgrund dessen Zahlungsausfälle drohen oder bereits eingetreten sind. Dies kann ein in die Krise geratenes Schwellenland sein, meist handelt es sich aber um ein finanziell angeschlagenes Unternehmen.

Farallon Capital Management

Farallon Capital Management

Sitz in San Francisco. Verwaltetes Vermögen: 21,5 Milliarden US-Dollar

Von Thomas Steyer im Jahr 1986 gegründet, verwaltet die Gesellschaft in erster Linie Geld für College-Stiftungen, Stiftungen und vermögende Privatpersonen. Seine Firma benannte Steyer nach den Farallon-Inseln, einer Gruppe vulkanischer Inseln und Felsen vor der Küste San Franciscos.

Winton Capital Management

Winton Capital Management

Sitz in London. Verwaltetes Vermögen: 20 Milliarden US-Dollar

Der Neueinsteiger in den Top20. Gegründet 1987 vom britischen Mathematiker und Unternehmer David Winton Harding. Seit 1997 besitzt Goldman Sachs 10 Prozent an der Gesellschaft. Auf ihrer Homepage weist das Unternehmen auf seine Forschung rund um die Themen Finanzmathematik, statistische Analyse historischer Marktdaten und die Entwicklung von Handelssystemen unter Verwendung von mathematischen Algorithmen hin.

King Street Capital Management

King Street Capital Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 19,9 Milliarden US-Dollar

Gegründet 1995 von Brian J. Higgins, and Francis Biondi Jr.

Die Investitionen der Firma umfassen Public Equity- und Anleihe-Märkte weltweit mit dem Schwerpunkt auf notleidende Unternehmen, Aktien, Anleihen, Devisen, Optionsscheine und Optionen.

Goldman Sachs Asset Management

Goldman Sachs Asset Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 19,8 Milliarden US-Dollar

Gegründet 1988. Offen für private und institutionelle Investoren. Neben der Beratung von  Universitäten, Wohlfahrtsverbänden und Stiftungen unterstützt der Hedge-Fonds-Arm von Goldman auch Konzerne bei der Erfüllung von Pensionsverpflichtungen.

Canyon Partners

Canyon Partners

Sitz in Los Angeles. Verwaltetes Vermögen: 19 Milliarden US-Dollar

Die 1990 gegründete Gesellschaft kümmert sich um vermögende Privatkunden und institutionelle Anleger weltweit. Das Unternehmen bezeichnet seinen Ansatz selbst als risikoscheu und ereignisgesteuert und investiert in alle wesentlichen Asset-Klassen, inklusive unter anderem Bankschulden, Distressed Securities und verbriefte Forderungen.

Renaissance Tec.

Renaisssance Tec.

Sitz in East Setauket, USA. Verwaltetes Vermögen: 17,1 Milliarden US-Dollar

1982 vom Mathematiker James Harris Simons gegründet.

Seine für Kunden und die derzeit etwa 275 Mitarbeiter angepeilte überdurchschnittliche Rendite erzielt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge durch das Festhalten an mathematischen und statistischen Methoden. Simons selbst tritt wie andere Milliardäre in den USA mehr und mehr durch seine großzügigen Spenden an Forschungseinrichtungen in Erscheinung.

Elliott Management

Elliott Management

Sitz in New York. Verwaltetes Vermögen: 17,1 Milliarden US-Dollar

Chef Paul Singer gründete 1977 die Gesellschaft Elliott Associates. Der Hedge-Fonds war zuletzt mit einer Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in den Medien. Dabei ging es um die Auszahlung von argentinischen Staatsanleihen, die aufgrund des Staatsbankrotts im Jahr 2001 weitgehend ausgefallen seien.

Die Ausleihungen spanischer Banken bei der EZB legten im März um annähernd 50 Prozent zu auf ein Rekordhoch, wie Daten der spanischen Zentralbank belegen. Die Kreditinstitute nutzen die Notfalldarlehen der EZB und kaufen für einen Teil des Geldes spanische Staatsanleihen.

Paulson wurde 2007 mit Wetten gegen den US-Markt für Subprime-Hypotheken zum Milliardär. Armel Leslie, ein Sprecher für die Hedgefondsgesellschaft Paulson & Co., wollte sich zur Telefonkonferenz mit den Investoren nicht äußern.

Kommentare (49)

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Account gelöscht!

17.04.2012, 11:49 Uhr

...na, vielleicht liegt er auch mal falsch und muß dann hoffentlich auch mal etwas von seinem erzockten Vermögen abdrücken...

Thomas-Melber-Stuttgart

17.04.2012, 12:09 Uhr

Vielleicht 'mal ein Fall für den BND? Herr Schindler wollte den Dienst ja "erlebnisorientierter" gestalt.

Account gelöscht!

17.04.2012, 12:12 Uhr

ich mag den Mann. Europa ist am Ende, warum damit nicht Geld verdienen? Der Kapitalismus ist gnadenlos

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