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15.01.2014

11:33 Uhr

Indexzertifikat

Wette auf Russland

Quelle:Börse am Sonntag

Russische Aktien haben im vergangenen Jahr enttäuscht. Vor allem die Rohstoffwerte wie Gazprom oder Lukoil gerieten unter Druck. Doch nun steht der Markt vor einem Comeback. Davon können Anleger profitieren.

Während deutsche Aktien Anlegern 2013 viel Freude bereiteten, wurden russische eher gemieden. Dabei haben Zertifikate auf den RDX potential. dpa

Während deutsche Aktien Anlegern 2013 viel Freude bereiteten, wurden russische eher gemieden. Dabei haben Zertifikate auf den RDX potential.

Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres regierten die Bären am russischen Markt. Der Grund waren hier vor allem schwache Rohstoffpreise, die den rohstofflastigen Aktienmarkt nach unten gezogen haben. Belastend wirkt sich auch eine mit 6,5 Prozent – im Vergleich zum Euro-Raum – hohe Inflation aus.

Die russische Volkswirtschaft kann allerdings auch positive Aspekte vorweisen. So ist die Verschuldung des Staates als auch der privaten Haushalte vergleichsweise gering. Darüber hinaus verfügt der russische Staat mit Stand vom Ende Dezember 2013 über Währungsreserven in Höhe von knapp 512 Milliarden US-Dollar.

Zertifikate-Typen

Was sind Bonuszertifikate?

Bonuszertifikate bieten einen Risikopuffer gegen Kursverluste bis zu einer bestimmten Kursschwelle, gleichzeitig Gewinnchancen in seitwärts tendierenden Märkten und unbegrenzte Gewinnchancen in steigenden Märkten.

Wie funktionieren Bonuspapiere?

Die Papiere bestehen aus drei Komponenten: Erstens die Chance, an der positiven Entwicklung eines Basiswertes zu verdienen – ein Index oder eine einzelne Aktie; zweitens am Laufzeitende ein Bonus, der bei Auflage des Zertifikats festgelegt, aber nur dann gezahlt wird, wenn drittens eine deutlich unter dem Startwert des jeweiligen  Basiswertes liegende Kursbarriere, die sogenannte Knock-in-Schwelle, während der gesamten Laufzeit nie berührt oder unterschritten wurde. Bis zur Knock-in-Schwelle hat der Anleger also einen Risikopuffer.

Kann der Bonus verloren gehen?

Ja. Wird die Knock-in-Schwelle während der Laufzeit unterschritten oder auch nur berührt, wandelt sich das Produkt in ein klassisches Index- oder Partizipations-Zertifikat. Der Bonus geht verloren.

Wie funktionieren Discountzertifikate?

Im Vergleich zum Kauf einer Aktie oder eines Index bezahlen Anleger bei einem Discountzertifikat durch den Abschlag (Discount) einen günstigeren Preis. Notiert der Kurs des Basiswertes am Ausübungstag auf oder oberhalb des festgelegten Höchstbetrags (Caps) des Discountzertifikates, wird der maximal mögliche Auszahlungsbetrag erzielt. Steigt der Kurs des Basiswertes darüber hinaus, nehmen Anleger an dieser Kursentwicklung nicht mehr teil.

Wann profitieren Discounter?

Das Sicherheitspolster in Form des Discounts kommt insbesondere bei Seitwärtsbewegungen oder leicht fallenden Kursen des Basiswertes zum Tragen. Erst wenn der Kurs des Basiswertes unter den individuellen Kaufpreis des Discountzertifikates fällt, tritt ein teilweiser Kapitalverlust ein. Dafür sind die Gewinnchancen begrenzt – der Preis des Sicherheitspolsters. Ein Verlust ist bei einem Discounter immer geringer als bei dem zugehörigen Basiswert.

Wie funktionieren Indexzertifikate?

Index- oder Partizipationszertifikate bilden einen Index eins zu eins ab. Somit ist die Performance des Zertifikats stets identisch mit der  Wertentwicklung des zugrunde gelegten Basiswertes. Manche Indexzertifikate haben eine begrenzte Laufzeit, viele laufen jedoch endlos. Die Papiere werden häufig mit einem Bezugsverhältnis von 100:1 emittiert, so dass ein Zertifikat jeweils ein Prozent des jeweiligen Index abbildet.

Welchen Vorteil haben Indexzertifikate?

Sie bieten gegenüber dem Kauf von Einzelaktien den Vorteil der Diversifikation über verschiedene Aktien. Außerdem sind diese Zertifikate eine kostengünstige Alternative zum klassischen Fondsinvestment.

Was sind Hebelzertifikate?

Hebelzertifikate sind häufig hochspekulativ, der Kapitaleinsatz ist gering, die Gewinnchance überproportional. Der Hebel gibt an, in welchem Verhältnis das Papier die Kursbewegung des Basiswertes nachvollzieht. Dax-Papiere gibt es bis zu einem Hebel von 200. So wird aus einem Kursplus von fünf Prozent beim Basiswert ein Plus von 1000 Prozent beim Zertifikat.

Können Hebelpapiere wertlos verfallen?

Ja. Fällt das Papier unter ein  festgeschriebenes Niveau, das sogenannte Knock-out-Niveau, wird es wertlos. Hebelzertifikate gibt es mit begrenzter Laufzeit und als Endlos-Papiere. Spekulieren können Anleger auf steigende (long) und fallende (short) Kurse.

Welche Vorteile haben kapitalgarantierte Zertifikate?

Kapitalgarantierte Zertifikate bieten einen Kapitalschutz oder eine Teilgarantie auf das zum Emissionszeitpunkt eingezahlte Kapital – wenn das Papier bis zur Fälligkeit gehalten wird. Zudem kann der Investor von einer positiven Kursentwicklung des Basiswertes, etwa einer Aktie, profitieren. Der Kapitalschutzbetrag sowie die Partizipationsquote werden direkt bei der Emission vom Emittenten festgelegt.

Wie hoch ist der Kapitalschutz?

Der Kapitalschutzbetrag kann bis zu 100 Prozent betragen. Entwickelt sich  das Zertifikat negativ, weil die Aktie zum Laufzeitende unterhalb des (garantieren) Basispreises notiert, erhält der Anleger mindestens diesen Betrag ausbezahlt. Die sogenante Partizipationsquote ist am Laufzeitende mitentscheidend für die Auszahlung an den Anleger. Notiert der Basiswert über dem Basispreis, erhält der Anleger den Nennwert zuzüglich der Differenz zwischen dem Schlusskurs des Basiswertes und dem Basispreis, multipliziert mit der Partizipationsquote zurück.

Was sind Aktien- und Indexanleihen?

Aktien- und Indexanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die mit einem hohen, oft zweistelligen Coupon ausgestattet sind. Ihre Preisentwicklung ist an den Kursverlauf eines der Anleihe zugrunde liegenden Basiswertes, einer Aktie oder eines Index, gebunden. Die bei Emission einer solchen Anleihe fixierten Rahmenbedingungen enthalten den Basiswert, den zugehörigen Basispreis, die Laufzeit, die Höhe des Zinscoupons und den Nennwert.

Wie werden die Papiere zurückgezahlt?

Liegt der Kurs der Aktie am Stichtag unter dem festgelegten Basispreis, erhält der Anleger kein Bargeld, sondern eine bestimmte Anzahl von Aktien. Die Tilgung von Indexanleihen erfolgt durch Lieferung von Indexzertifikaten, Fondsanteilen oder durch die Zahlung des aktuellen Indexstands in Geld. Obwohl sie „Anleihen“ genannt werden, sind die Produkte Zertifikate.

Wann punkten Expresszertifikate?

Expresszertifikate sind Produkte mit begrenzter Laufzeit, mit denen sich in seitwärts tendierenden oder leicht steigenden Märkten Geld verdienen lässt. Sie beziehen sich auf einen Basiswert – eine Aktie, einen Aktienkorb oder einen Index. Obwohl sie mitunter Laufzeiten von mehreren Jahren haben, bieten sie die Chance einer Sonderzahlung, wenn sie bereits deutlich vor ihrem Laufzeitende fällig werden, etwa wenn der Basiswert am Ende einer Betrachtungsperiode, nach drei Monaten oder einem Jahr, gleich oder höher notiert ist als an ihrem Anfang. Der Anleger erhält dann den Emissionswert des Zertifikats zuzüglich dieser Sonderzahlung. Er erzielt eine vor Emission festgelegte Rendite, die höher sein kann als die Kurssteigerung der Aktie oder des Index.

Was passiert bei stark steigenden Kursen?

Bei stark steigenden Kursen verdient er allerdings weniger als mit dem Basiswert. Zwischen den Beobachtungstagen darf das Papier in die Verlustzone geraten, wichtig ist nur, dass an einem der Beobachtungstage das Startniveau erreicht wird. Nach unten besteht volles Verlustrisiko, falls das Produkt keine Sicherheitsschwelle hat. Aber auch wenn Expresszertifikate einen Risikopuffer haben, können sie genauso viel verlieren wie eine Aktie oder ein Index. Das passiert, wenn der Kurs des Expresszertifikats am Fälligkeitstag auf oder unter der Untergrenze liegt.

Es gibt unterschiedliche Indizes, die russische Blue Chips abbilden. Der RTS-Index wird an der Moskauer Börse berechnet. Zertifikate-Emittenten nutzen bei ihren Produkten allerdings auch den RDX, der an der Wiener Börse berechnet wird. Die Abkürzung steht für Russian Depositary Index. Aus Gründen der besseren Handelbarkeit wird bei dem Index auf sogenannte Global Depositary Receipts (GDRs) zurückgegriffen, die an westlichen Börsen gehandelt werden und zum Bezug russischer Aktien berechtigen.

Wie in anderen russischen Indizes auch bilden Energiekonzerne im RDX die Schwergewichte. So ist Gazprom mit knapp 20 Prozent und Lukoil mit knapp 15 Prozent vertreten.

Beim Gedanken an russische Unternehmen taucht unweigerlich der Name Gazprom auf. Im vergangenen Jahr erreichte der Erdgas-Export des Konzerns mit über 161 Milliarden Kubikmetern einen Rekord. Das staatlich kontrollierte Unternehmen konnte so ein Fünftel der Deviseneinnahmen Russlands erwirtschaften.

Auch im Ausland wächst Gazprom weiter. So hat die EU-Kommission im Dezember 2013 eine komplette Übernahme der deutschen Erdgaslieferanten Wingas und WIEH genehmigt. Allerdings musste Gazprom im ersten Halbjahr 2013 einen Gewinnrückgang von mehr als einem Drittel auf 5,7 Mrd. Euro hinnehmen. Der Grund lag vor allem in den merklich gestiegenen Produktionskosten.

Mit dem Capped-Bonus-Zertifikat der RBS auf den RDX (ISIN: DE000AA8EMK6) profitieren Investoren bereits, wenn der Index sich nur seitwärts bewegt oder sogar leicht fällt. Das Bezugsverhältnis beträgt 100:1, Fälligkeitstermin des Produktes ist der 19. Dezember 2014. Wenn der Index während der gesamten Laufzeit über 1.050 Punkten notiert, erhalten Investoren zum Laufzeitende 15,50 Euro ausgezahlt.

Gegenwärtig notiert der RDX bei 1.352 Punkten. Das Zertifikat kann zu 13,63 Euro erworben werden. Somit ergibt sich bis zum Laufzeitende ein maximaler Ertrag von 13,7 Prozent. Berührt der Index sie Schwelle von 1.050 Punkten während der Laufzeit, erhalten Investoren zum Laufzeitende ein Hundertstel des Indexstandes ausgezahlt, maximal jedoch 15,50 Euro.

Von

BaS

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