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29.04.2012

10:09 Uhr

Inflation

Wie Anleger der Geldentwertung trotzen

VonGeorgios Kokologiannis

Die Risiken für Inflation steigen. Viele Finanzpapiere sollen den Kunden vor der Geldentwertung schützen. Doch häufig trügt das Verkaufsargument. Was Anleger zur drohenden Inflation wissen sollten.

Seit vier Jahren werden Inflationszertifikate offensiv angeboten. CAEPSELE

Seit vier Jahren werden Inflationszertifikate offensiv angeboten.

DüsseldorfDie Gelddruckmaschinen laufen auf Hochtouren, die Inflationsgefahr nimmt zu – seit der Italiener Mario Draghi den Franzosen Jean-Claude Trichet als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) abgelöst hat nicht nur in Übersee, sondern auch hierzulande. Die Staatsschuldenkrise zwingt die Notenbanker, Unsummen billigen Geldes in den Markt zu pumpen. Anders als sein amerikanischer Amtskollege Ben Bernanke lehnt Draghi es zwar ab, Staatsanleihen aufzukaufen. Durch die Hintertür hat er aber mehr oder weniger dasselbe erreicht.

Auf die Ankündigung, man werde unbegrenzt Kredite an private Banken vergeben und als Sicherheit europäische Staatsanleihen akzeptieren, folgten Taten: Im Dezember und Februar hat die EZB den Geschäftsbanken extrem billiges Geld für bis zu drei Jahre angeboten. Die Institute liehen sich insgesamt gut eine Billion Euro – und investierten es in Staatstitel. Zusätzlich zu dieser Geldflut liegt der Leitzins auf dem Rekordtief von einem Prozent. Experten sind davon überzeugt, dass das über kurz oder lang zu steigenden Preisen führen wird.

Schon jetzt verharrt die Inflationsrate seit fast anderthalb Jahren über dem Zielwert der EZB von knapp zwei Prozent: Im März lag die Teuerung nach Angaben der europäische Statistikbehörde Eurostat bei 2,7 Prozent. Und das dürfte nach Ansicht von Experten erst der Anfang sein.

So warnte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, in einem Interview mit dem Handelsblatt davor, dass die Inflationsrate auf absehbare Zeit Risiken nach oben ausgesetzt sei. „Preissteigerungen von bis zu vier Prozent werden bei uns die Regel sein.“ Sein Kollege Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, stimmt dem zu: Die Inflation sei nur deshalb noch nicht weiter gestiegen, weil sie im Euro-Raum von hoher Arbeitslosigkeit in Schach gehalten werde. „Aber wenn die Staatsschuldenkrise irgendwann ausgeschwitzt ist und die Arbeitslosigkeit nicht nur in Deutschland, sondern auch im Rest des Euro- Raums fällt, wird die Inflation anziehen", so Krämer. Drei bis vier Prozent seien realistisch.

Alarmiert sind auch die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute: In ihrem Frühjahrsgutachten für die Bundesregierung warnen sie davor, dass die EZB mit dem Öffnen der Geldschleusen bei der Inflationsbekämpfung in die Bredouille kommen könnte – mit negativen Folgen für die Preisstabilität.

Kommentare (10)

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Petra

29.04.2012, 10:39 Uhr

Zertifikate sind Wetten gegen die Bank, wobei die Bank sofort 100% des Wetteinsatzes kassiert, keine Sicherheiten bietet und die Wettregeln jederzeit ändern kann!!!
Es gibt nur zwei Erklärungen für einen Zertifikateauf:
1.) Ein sehr guter Verkäufer(mehr sind Bankberater nicht)
2.) Kurfristiges Aussetzen des Gehirns durch Geldgier (Gier frisst Hirn)

Account gelöscht!

29.04.2012, 12:09 Uhr

Wenn ich sowas lese, frage ich mich wirklich, ob das klug ist.

"...können Anleger ihr Geld in ein Inflationspapier der Société Générale investieren"

Das klingt nach Wahnsinn.

Chat

29.04.2012, 12:23 Uhr

Finanz- und Weltwirtschaftskrise 2012 Experten zufolge platzt 2012 der Rest von dem, was 2008 als Finanzkrise seinen Anfang genommen hat. Als Höhepunkt der Finanzkrise wird für das Jahr 2012 der finanzielle Ruin der USA vorhergesagt. Es wird erwartet, dass wir derzeit den Beginn der grössten Depression aller Zeiten erleben. Diese soll noch weit schlimmer verlaufen als die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre. Viele Länder würden auf das Niveau eines Entwicklungslandes zurück fallen. Im Jahr 2012, so die Prognose, sei die Lebensmittelversorgung der eigenen Familie das zentrale Problem der Weltbevölkerung. Der Versuch, zur Rettung die Gelddruckmaschine anzuwerfen und die Zinsen zu senken, werde scheitern. Die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen durch die Ausgabe von mehr Geld, wie es derzeit in den USA versucht wird, werde eine Hyperinflation auslösen. Nach dem Kollaps des Einzelhandels werde der Zusammenbruch auf dem Markt für gewerbliche Immobilien folgen. Massenarbeitslosigkeit, Armut, Revolten, bürgerkriegsähnliche Zustände und die Verelendung weiter Bevölkerungsschichten sind die Folgen. Im Zuge der weltweiten Krise werden soziale Unruhen weltweit, besonders in den USA erwartet. Doch auch in Europa, Indien und China würden schwere Unruhen ausbrechen.

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