Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.03.2012

12:20 Uhr

ING-DiBa

Anleger schichten Depots um

Die Kunden der größten deutschen Direktbank gelten als besonders aktiv und reduzieren ihre Bestände an Zertifikaten. Börsennotierte Indexfonds sind dagegen begehrt.

Zentrale der ING-DiBa in Frankfurt am Main. dpa

Zentrale der ING-DiBa in Frankfurt am Main.

Die Anleger der Direktbank ING-DiBa setzen immer weniger auf Zertifikate und immer stärker auf börsennotierte Indexfonds (ETFs). Ende 2011 waren durchschnittlich knapp drei Prozent des Depotvermögens in Zertifikate und knapp fünf Prozent in ETFs investiert, wie eine Auswertung der ING-DiBa für Reuters am Freitag zeigte. Ende 2007 waren auf Zertifikate noch knapp sechs Prozent und auf ETFs ein Prozent entfallen.

„Der Trend geht weg von Zertifikaten und hin zu ETFs“, kommentierte Produktmanager Konstantinos Liolis von der ING-DiBa die Zahlen. „Die Lehman-Krise wirkt sich offenbar nach wie vor negativ auf Zertifikate aus.“ Das Vermögen der Anleger, welches in Zertifikate investiert ist, liegt momentan nahe dem Tiefstand Mitte 2009. Zwischenzeitlich war es - bedingt durch Preiseffekte aufgrund steigender Börsenkurse - wieder angestiegen.

Eine detaillierte Analyse zeigt, dass das in Zertifikate investierte Vermögen über fast alle Basiswerte hinweg abgenommen hat. Die Ausnahme bilden Rohstoffzertifikate inklusive Exchange Traded Commodities (ETCs), deren Anteil gestiegen ist. „Das hängt sicher damit zusammen, dass es zu diesen Produkten kaum Alternativen für Anleger gibt, wenn diese in einzelne Rohstoffe investieren wollen. ETFs müssen sich in der Europäischen Union aus rechtlichen Gründen auf mehrere Rohstoffe beziehen. In den vergangenen Jahren hat Liolis zufolge vor allem die Nachfrage nach Gold-, Silber- und Ölprodukten zugenommen.

Das ETF-Wachstum in den Depots ist dagegen ungebrochen. „Momentan entfallen etwa 15 Prozent des Fondsvermögens unserer Depotkunden auf ETFs“, sagte Liolis. „2007 hatte dieser Anteil nur etwa zwei Prozent betragen.“ Dass ETFs so stark aufgeholt haben, sei besonders beachtlich angesichts der Tatsache, dass die ING-DiBa in den vergangenen Jahren hauptsächlich klassische, aktiv gemanagte Investmentfonds vermarktet habe.

Ein Blick auf die Orderzahlen zeigt, dass die Zertifkateanleger der ING-DiBa aktiver handeln als die ETF-Anleger. Im Jahr 2011 haben rund 39 Prozent der Zertifikateanleger öfter als 25 Mal gehandelt. Unter den ETF-Anlegern lag diese Quote bei 27 Prozent. „Da die meisten unserer Zertifikateanleger auch in viele weitere Wertpapiere investiert sind, sind sie aktiver als der durchschnittliche ETF-Anleger, der weniger Wertpapiere im Portfolio hält“, sagte Liolis.

Die ING-DiBa ist die größte Direktbank in Deutschland. Momentan verwaltet sie nach eigenen Angaben rund 18 Milliarden Euro in 900.000 Depots.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×