Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.01.2008

13:17 Uhr

Investmentidee

Anlegerschutz in luftiger Höhe

VonChristian Kirchner

Im aktuellen Marktumfeld sind vor allem defensive Anlagestrategien gefragt. Bonuszertifikate mit großem Puffer sind daher erste Wahl für Nachsteuerrenditen von viereinhalb Prozent und mehr bei zugleich vollen Kurschancen.

Quelle: Handelsblatt

DÜSSELDORF. Es gibt einen simplen Grund für die immense Popularität von Zertifikaten bei Privatanlegern: Diese Produkte lösen das klassische Problem der „Long-Falle“. Während man mit Aktien und den meisten Fonds nur Geld verdient, wenn die Märkte auch steigen, ist das Chance-/Risikoprofil mit Zertifikaten grundlegend anders. Für jede Markterwartung gibt es inzwischen ein Zertifikat, mit der Anleger die Marktmeinung gewinnbringend umsetzen können, egal ob sie steigende, stagnierende oder fallende Kurse erwarten.

Aktuell sind die Prognosen selbst für Fachleute schwierig. Die Bullen unter den Börsianern haben Angst, nahe den Höchstkursen einzusteigen, denn die Hausse an den Märkten währt nun fast fünf Jahre. Und die Bären lagen mit Crashprognosen zuletzt auch daneben, denn die Bewertungen sind alles andere als teuer.

Statt auf konkrete Kursrichtungen zu setzen, ist da eine spezielle Gattung von Zertifikaten eine spannende Alternative. Dabei handelt es sich um die sogenannten Deep-Bonuszertifikate. Sie funktionieren wie klassische Bonuszertifikate. Anleger erhalten eine Bonuszahlung in einer festgelegten Höhe, wenn der gewählte Basiswert des Bonuszertifikats – meist eine Aktie oder ein Index – während der Laufzeit eine bestimmte Barriere nicht unterschreitet.

Von Kurssteigerungen profitieren sie ohne Begrenzung; sie verzichten während der Laufzeit lediglich auf die Dividendenzahlungen, die Aktionäre, nicht aber Halter des Bonuszertifikats kassieren. Die Risiken sind dabei nicht größer als mit der Aktie oder dem Index selbst. Sollte die untere Barriere reißen, erhalten Anleger zum Laufzeitende den dann aktuellen Kurs des Basiswerts eins zu eins ausgezahlt.

Welche Rolle spielt der Begriff Deep im Denglish-Wortungetüm Deep-Bonuszertifikat? Eine feste Definition gibt es dafür, wie so häufig im Zertifikatemarkt, nicht. Der Begriff „Deep“ deutet aber darauf hin, dass zwischen dem aktuellen Kurs des gewählten Basiswerts und der unteren Barriere eines Bonuszertifikats ein großer Puffer von mindestens 30, besser 40 oder mehr Prozent vor Verlusten schützt.

Die Bonuszahlung kassieren Anleger immer dann, wenn der Basiswert die Barriere nie berührt. Anleger können so auch eine Negativ-Meinung umsetzen wie: Über das weitere Kursverhalten bin ich mir nicht im klaren, ich kann aber mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen, dass der Basiswert des Zertifikats unter die Barriere fällt.

Behalten sie Recht – und diese Wahrscheinlichkeit ist bei üppig gewählten Puffern von 35 Prozent und mehr zwischen Kurs und Barriere eines Bonuszertifikats groß – winkt ihnen eine Bonuszahlung. Geht der Kurs durch die Decke, partizipieren sie ebenfalls eins zu eins von Kurssteigerungen über den Bonusbetrag hinaus. Sie verzichten nur auf die Dividenden.

Daher verwundert es auch nicht, dass derzeit bei Aktien mit hoher Dividendenrendite besonders attraktive Bonusrenditen möglich sind. Zur besseren Vergleichbarkeit setzen Experten immer den möglichen Ertrag eines Bonuszertifikats – also die Differenz zwischen aktuellem Kurs und Bonuszahlung – ins Verhältnis zur Restlaufzeit des Zertifikats.

Das Ergebnis ist dann die Bonusrendite pro Jahr, die es, wie eine Analyse zeigt, selbst bei einem Puffer von 35 Prozent gegen mögliche Kursrückschläge locker mit festverzinslichen Anleihen aufnehmen kann – und zusätzlich Steuervorteile bietet. Denn bei mindestens einem Jahr Haltedauer und einem Verkauf bis 30.6.2009 sind Erträge aus einer Anlage in Bonuszertifikate steuerfrei. Für Zinsanlagen greift der Fiskus hingegen jenseits der Freibeträge mit dem persönlichen Steuersatz zu.

So notiert die Aktie der Deutschen Telekom derzeit bei rund 15 Euro. Mit einem Deep-Bonuszertifikat mit einer Barriere von 9,5 Euro lassen sich so derzeit Renditen von annualisiert knapp fünf Prozent verdienen. Diese Renditen hätten Anleger mit Deep-Bonuszertifikaten also auch dann sicher, wenn die Aktie der Deutschen Telekom drastisch, aber nicht mehr als 36 Prozent einbricht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×