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30.01.2007

10:56 Uhr

Investmentidee

Heißer Ritt auf dem kleinen Drachen

VonJürgen Röder

Die Börse in Vietnam ist fest im Visier deutscher Anleger. Drei deutsche Zertifikate-Emittenten haben einen hohen zweistelligen Millionenbetrag eingesammelt, der nun an der marktengen Börse investiert werden muss. Das hat rasante Kurssprünge zu Folge. Was Anleger bei Vietnam-Investments beachten sollten.

Zu den Traditionen in China und Vietnam gehört der Drachentanz. Anleger sollten aber vorsichtig agieren, wenn sie an der Börse in Vietnam investieren. Foto: dpa.

Zu den Traditionen in China und Vietnam gehört der Drachentanz. Anleger sollten aber vorsichtig agieren, wenn sie an der Börse in Vietnam investieren. Foto: dpa.

DÜSSELDORF. Nach wie vor gehört Vietnam zu den ärmsten Ländern Asiens, wenngleich eine deutliche Verbesserung durchzugreifen beginnt. Drastisch verändert hat sich seit Ende des vergangenen Jahres auf jeden Fall die Entwicklung an der dortigen Börse. Seitdem drei deutsche Emittenten Zertifikate auf vietnamesische Werte auf den Markt gebracht haben, fließen Millionen Euro aus Deutschland in diesen kleinen Markt. Nach Meinung von Brancheninsidern sind Deutsche die mit Abstand größten Spekulanten.

So bieten die Statistiken an der Stuttgarter Euwax, der marktführenden Börse für Derivate in Deutschland, jeden Tag das gleiche Bild: Auf den ersten drei Plätzen bei den häufigsten Trades sind täglich die drei Vietnam-Zertifikate zu finden. Allein am gestrigen Montag wurden mehr als 6,6 Millionen Euro mit diesen drei strukturierten Produkten umgesetzt. Dabei hat der Ho-Chi-Min-Index nur eine Marktkapitalisierung von umgerechnet rund sechs Milliarden Euro – weniger als ein Prozent der Marktkapitalisierung der Dax-30-Werte.

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Wenn Millionen in eine marktenge Börse einfließen, dann sind zunächst rasante Kursgewinne die Folge. Investmentbanker nennen das „free lunch“ – die Einladung zu einem kostenlosen Mittagesssen, womit steigende Kurse gemeint sind. Doch das funktioniert natürlich nicht nur in die eine Richtung. So legte das Produkt der Berliner Landesbank – das volatilste Vietnam-Zertifikat - in nur wenigen Tagen von 137 Euro auf knapp 179 Euro zu, um dann in nur drei Tagen wieder auf unter 130 Euro zu fallen.

So warnen auch Experten: Nur sehr risikobereite Anleger sollten auf den Zug springen, und wenn, dann nur mit kleineren Beträgen. Vor einem Jahr gab es bereits einen ähnlichen Run auf exotische Investments, damals auf Aktien aus Dubai. Doch mit dem Tod des damaligen Herrschers blieb die Börse geschlossen, mehr als eine Woche lang konnte die Deutsche Bank keine Kurse mehr stellen.

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