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27.02.2014

15:54 Uhr

Japan-Investments

Die gezielte Zerstörung des Yen

VonMatthias von Arnim

Japans Notenbank kennt derzeit nur ein Ziel: Die bewusste Abwertung des Yen. Damit soll der Export und damit die Wirtschaft gestärkt werden. Die Börse steigt. Anleger sollten aber die Nebenwirkungen nicht übersehen.

Silhouette vor der Börse in Tokio: Die Aktienkurse stiegen - aber die Risiken ebenfalls. dpa

Silhouette vor der Börse in Tokio: Die Aktienkurse stiegen - aber die Risiken ebenfalls.

Düsseldorf.Auf solch eine Idee würde ein deutscher Finanzminister wohl so schnell nicht kommen: eine steuerliche Förderung des Aktiensparens als Baustein zur Altersvorsorge. Doch genau diesen Weg beschreitet Japan gerade. Beim „Nippon Investment Savings Account“ (NISA), der am 1. Januar in Japan eingeführt wurde, können private Anleger pro Jahr bis zu einer Million Yen (umgerechnet 7.000 Euro) in Aktien und Indexfonds investieren. Auf Kursgewinne und Dividenden, die sie mit den dort deponierten Wertpapieren erzielen, müssen die Investoren keine Kapitalertragssteuer zahlen.

Die Regierung, die dem britischen Beispiel folgt, erreicht damit zweierlei: Sie fördert zum einen das private Alterssparen. Das ist wichtig, denn die überalterte Bevölkerung in Japan hat ein Rentenproblem. Der Staat ist völlig überschuldet. Es ist also nur konsequent, die private finanzielle Vorsorge steuerlich zu fördern, wenn absehbar ist, dass die staatlichen Rentenkassen die schweren Aufgaben in der Zukunft nicht werden schultern können. Zum anderen versüßt der Gesetzgeber eine mit dem Gesetz verbundene bittere Pille, die reichere Investoren schlucken müssen: Die Kapitalertragssteuer wurde zum Jahreswechsel auf 20 Prozent verdoppelt. Tröstlich für Anleger: Damit liegt Japan weltweit immer noch im unteren Durchschnitt.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Eine direkte Folge des neuen Gesetzes war in den vergangenen drei Monaten gut zu besichtigen: In Erwartung des NISA-Effekts zogen viele Investoren zum Jahresende 2013 ihre Käufe vor und schoben damit in Selbsterfüllung der eigenen Hoffnung die Aktienkurse kräftig an. Der Nikkei 225 Index startete Anfang November bei rund 14.000 Punkten und durchstieß im Dezember die 16.000-Punkte-Marke. Im Januar dann nahmen die Anleger ihre schnell erzielten Gewinne mit. Es folgte eine Korrektur auf die 14.000 Indexpunkte, bei denen die Endjahres-Rally gestartet war.

Der NISA-Effekt samt Gewinnmitnahmen sollte damit komplett abgearbeitet sein. Die Frage ist: Was folgt nun? Experten gehen davon aus, dass die Aktien-Kurse nach der verhältnismäßig kleinen jüngsten Korrektur mittel- bis langfristig wieder steigen und damit einen Trend fortsetzen werden, der schon seit Mitte November 2012 anhält. In den vergangenen eineinhalb Jahren hat der Nikkei 225 Index mehr als 70 Prozent an Wert zugelegt. Zum Vergleich: Der seit Jahren atemberaubend haussierende Dax weist für denselben Zeitraum nur ein Plus von rund 61 Prozent aus.

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