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27.05.2015

11:11 Uhr

Kreditpakete

Volkswagen bietet Airbag gegen Negativzinsen

Autokonzerne verkaufen gerne Fahrzeugfinanzierungen an professionelle Anleger weiter. Die Papiere sind eigentlich begehrt – doch Käufer könnten jetzt Zinsen zahlen müssen statt zu kassieren. VW und BMW steuern gegen.

Nicht nur Autofahrern, auch Investoren muss Volkswagen einen Schutzmechanismus bieten. PR

Airbags in einem VW

Nicht nur Autofahrern, auch Investoren muss Volkswagen einen Schutzmechanismus bieten.

FrankfurtAn den europäischen Anleihemärkten fordern Investoren neuerdings Klauseln, die sie davor schützen, Zinsen bezahlen zu müssen. Grund dafür ist, dass der Referenzzins Euribor inzwischen negativ geworden ist. Am Euribor orientieren sich die Preise für viele Wertpapiere.

Emittenten von Volkswagen bis zu einer Tochter der Rabobank fügen daher Klauseln in ihre Anleihebedingungen ein, um Investoren vor Zinszahlungen zu schützen, sollte der Zins für ihre Investments unter null sinken. Der Euribor ist Bezugsgröße für Schuldverschreibungen im Nominalwert von über 180 Billionen Dollar und umfasst forderungsunterlegte Anleihen (ABS), variabel verzinsliche Anleihen (FRN), börsennotierte Derivate und Unternehmenskredite, wie aus Angaben des European Money Markets Institute hervorgeht.

Die beispiellose geldpolitische Lockerung der Europäischen Zentralbank hat zu Störungen am Anleihemarkt und Verwirrung bei den Investoren geführt. Während Gläubiger der ABS-Papiere der Banco Popular im April nicht zu Kuponzahlungen aufgefordert wurden, nachdem die Zinsen unter null gefallen waren, hat die schwedische Nordea Bank in diesem Monat angekündigt, sie habe vor, den Investoren bei einigen neuen Hypothekenanleihen Kosten aufzuerlegen, sollte dies geschehen.

„Das Konzept, dass sein Investor bezahlt, statt einen Kupon zu erhalten, ist beispiellos und unlogisch“, sagt Tracy Chen, Vermögensverwalterin bei Brandywine Global Investment Management in Philadelphia. „Investoren wollen wissen, ob sie Geld beschaffen müssen, um diese Zahlung zu leisten.“

Volkswagen legt seit 19 Jahren Anleihen auf, die mit den Leasingraten auf Autos des Konzerns unterlegt sind. Im vergangenen Monat wurde bei ABS-Papieren im Volumen von 1,03 Milliarden Euro erstmals eine Klausel zum Schutz der Anleger eingeführt.

„Wir wollen den Investoren Sicherheit geben, was passieren wird“, sagte Stefan Rolf, Leiter forderungsunterlegte Wertpapiere bei Volkswagen Financial Services. „Deshalb haben wir erstmals eine Klausel in die Anleihebedingungen eingefügt, um klarzustellen, dass wir Investoren niemals bitten werden, für uns Zinsen zu bezahlen.“

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