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29.05.2011

19:41 Uhr

Krisen-Zertifikate

Risikoausgleich im Depot

VonMatthias von Arnim

Der Schuldenkrise nährt die Sorgen an den Aktienmärkten. Investoren sind verunsichert. Doch Anleger, die mit fallenden Kursen rechnen, können sich mit speziellen Zertifikaten absichern.

Bei Nervosität an der Börse können sich Zertikate lohnen, um sich gegen fallende Kurse abzusichern. Quelle: dapd

Bei Nervosität an der Börse können sich Zertikate lohnen, um sich gegen fallende Kurse abzusichern.

FrankfurtDie Nervosität an den Aktienmärkten ist deutlich zu spüren. Die Lage in Ländern wie Griechenland, Irland und Portugal bleibt angespannt, die Debatte über eine Umschuldung Griechenlands verstärkt die Unsicherheit.

Anleger haben mehrere Optionen, um sich gegen zwischenzeitliche Kursverluste abzusichern: Eine Möglichkeit sind sogenannte Short-Hebel-Zertifikate. Diese Papiere ermöglichen es, mit geringem Einsatz hohe Gewinne zu erzielen, wenn die Kurse des betreffenden Basiswerts fallen. Nachteil: Je höher der Hebel, desto größer ist auch die Chance, dass die Papiere wertlos verfallen. Ein kurzzeitiger Kursanstieg kann zum Totalverlust führen.

Eine deutlich weniger riskante Möglichkeit als Absicherung gegen fallende Börsenkurse bieten sogenannte Reverse-Bonus-Zertifikate. Sie sind relativ einfach aufgebaut: Es gibt ein „Bonus“-Niveau, das unterhalb des Basiswertkurses am Emissionstag liegt, und eine „Barriere“, die darüber liegt. Solange der Kurs des Basiswerts, zum Beispiel des Dax, nicht auf oder über das Niveau der Barriere hinaus ansteigt, wird dem Anleger am Ende der Laufzeit mindestens das Bonusniveau pro Zertifikat ausgezahlt.

 „Anleger, die sinkende Kurse erwarten, aber trotzdem auch dann zu den Gewinnern zählen möchten, wenn der Dax doch noch etwas an Wert gewinnt, finden in Reverse-Bonus-Zertifikaten einen guten Kompromiss“, sagt Florian Röbbeling vom Institut für Zertifikate-Analyse IZA. Der Vorteil dieser Papiere gegenüber Short-Hebel-Zertifikaten: Eine Bonuszahlung kann auch dann fällig werden, wenn der Kurs des jeweiligen Basiswerts leicht steigt. Ein Beispiel: Beim Reverse-Bonus-Zertifikat von der Commerzbank auf den Dax liegt das Bonusniveau bei 5166 und die Barriere bei 8100 Dax-Punkten. Sofern der Dax bis zum 22. Dezember dieses Jahres nicht die Barriere erreicht oder darüber hinaus steigt, werden dem Anleger mindestens 118 Euro pro Zertifikat ausgezahlt. Geht die Spekulation auf, bedeutet das eine mögliche Rendite von derzeit rund 15 Prozent bis zum Ende der Laufzeit. Das sind 26,8 Prozent pro Jahr. Sollte der Dax bis 22. Dezember unter 5166 Punkte fallen, würde sich der Gewinn entsprechend erhöhen. Nur dann, wenn der Dax auf oder über 8100 Punkte steigt, fällt die Bonuszahlung aus, und dem Anleger drohen Verluste.

Als Basiswert für die Papiere bietet sich vor allem der Dax an, während beispielsweise Reverse-Bonus-Zertifikate auf das Kursbarometer Euro Stoxx 50 deutlich weniger Perspektiven bieten. Konkret: Während mit Dax-Reverse-Papieren derzeit zweistellige Jahresrenditen möglich sind, ist mit den meisten Reverse-Bonus-Zertifikaten auf den Euro Stoxx 50 kaum Geld zu verdienen. Der Grund: „Der Dax ist ein sogenannter Performanceindex. Das bedeutet, dass ausgeschüttete Dividenden im Index reinvestiert werden. Beim Euro Stoxx 50 handelt es sich um einen Preisindex. Im Fall einer Dividendenausschüttung werden diese vom Wert des Index abgezogen“, erklärt Sebastian Bleser von der Société Générale. Für die betreffenden Bonus-Reverse-Zertifikate bedeutet das im Fall des Euro Stoxx 50 ein Preisaufschlag von rund vier Prozent, das entspricht der durchschnittlichen Jahresdividende europäischer Aktien.

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