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07.02.2014

11:36 Uhr

K+S

Wette auf holprige Kursentwicklung

Quelle:Börse am Sonntag

K+S hatte im vergangenen Jahr Sand im Getriebe. Zum Teil waren die Probleme branchenbedingt. Mittlerweile notiert die Aktie auf einem niedrigen Kursniveau. Vor allem für Discount-Zertifikate-Anleger ergeben sich Chancen.

Der europäische Winter ließ in den vergangenen Wochen wenig Platz für Phantasie, was das Salzgeschäft betraf. dpa

Der europäische Winter ließ in den vergangenen Wochen wenig Platz für Phantasie, was das Salzgeschäft betraf.

Düsseldorf´

Enttäuschende Ergebnisse des kanadischen Konkurrenten Potash, die Ende Januar bekanntgegeben wurden, haben auch bei K+S Spuren hinterlassen und zu Kursrückgängen geführt. K+S-Aktionäre hatten aber schon im vergangenen Jahr keinen Grund zum Jubel. Im Tief des Jahres 2013 lag die Aktie bei gut 15 Euro, am Jahresanfang 2013 kostete die Aktie dagegen noch 35,60 Euro.

Grund für den heftigen Kursrutsch im vergangenen Sommer war der überraschende Ausstieg des größten russischen Kalidünger-Produzenten Uralkali aus einer Vertriebsallianz mit der Folge eines starken Preiskampfes.

So funktionieren Optionsscheine

Was ist ein Optionsschein?

Ein Optionsschein ist das verbriefte Recht, einen Basiswert (eine Aktie, einen Index, eine Anleihe oder auch Rohstoffe) zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem bestimmten Preis (Basispreis) zu kaufen oder zu verkaufen.

Was ist der Unterschied zwischen Put und Call?

Ein Put Optionsschein berechtigt zum Verkauf eines Basiswertes, ein Call Optionsschein berechtigt zum Kauf.

Muss ich am Ende tatsächlich kaufen oder verkaufen?

Grundsätzlich gibt es zwei Ausübungsvarianten: amerikanisch und europäisch. Bei der amerikanischen Variante berechtigt der Optionsschein zum Kauf oder Verkauf des Basiswertes innerhalb einer bestimmten Laufzeit. Bei der europäischen Variante darf am Ende der Laufzeit ge- oder verkauft werden. Der Anleger kann den Optionsschein aber auch verfallen lassen.

Wer verkauft Optionsscheine?

Die Optionsscheine werden von Banken und Brokern emittiert. Geht dieses Unternehmen Pleite, kann auch der Optionsschein verloren sein. Man spricht deshalb von einem Emittentenrisiko.

Wechseln die Basiswerte tatsächlich den Besitzer?

Tatsächlich sehen die meisten Optionsscheine gar keinen physischen Kauf oder Verkauf der Basiswerte vor. Stattdessen erfolgt beim Ausüben des Optionsscheins ein Barausgleich, der sich nach der Differenz zwischen aktuellem Kurs und Basispreis richtet.

Optionsscheine sind Hebelprodukte, was bedeutet das?

Die Hebelwirkung besteht darin, dass Optionsscheine überproportional auf die Veränderung des zugrunde liegenden Basiswertes reagieren. Im Vergleich zu einem Direktinvestment ist also ein deutlich geringerer Kapitaleinsatz notwendig. Der Hebel wirkt jedoch in beide Richtungen. Hat der Anleger zum Beispiel auf fallende Kurse gesetzt und der Basiswert geht aufwärts, verliert der Optionsschein schneller an Wert als das bei einem Direktinvestment der Fall wäre. Wer mit Optionsscheinen spekulieren will, geht also ein großes Risiko ein.

Was ist der innere Wert der Optionsscheins?

Der innere Wert ergibt sich aus der Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswertes und dem Basispreis.

Was ist der Zeitwert des Optionsscheins?

Der Zeitwert wird unter anderem von der Restlaufzeit des Optionsscheins und der Volatilität beeinflusst.

Wie viele Optionsscheine brauche ich?

Angenommen, ein Anleger möchte die Dax-Werte in seinem Depot absichern. Er hat 10.000 Euro in den Dax investiert und der Index steht bei 9000 Punkten. Das Bezugsverhältnis liegt beim Dax üblicherweise bei 0,01 (oder auch 1:100 geschrieben). Um das Depot zum Basispreis von 9000 Punkten abzusichern, müsste der Anleger wie folgt rechnen: 10.000/9000 x (1/0,01) = 112. Er müsste also 112 Optionsscheine kaufen.

Wie viel kostet die Absicherung?

Der Preis richtet sich nach der benötigten Menge der Optionsscheine. Im Beispiel oben ergibt sich bei 112 Optionsscheinen und einem Preis von je fünf Euro ein Gesamtpreis von insgesamt 560 Euro. Hinzu kommen noch Kaufgebühren des Emittenten.

Wie wird der Break Even berechnet?

Break Even wird der Kurs genannt, bei dem der Gewinn, den der Anleger am Ende der Laufzeit durch den Put Optionsschein macht, genau den Kosten entspricht, die er für die Absicherung aufwenden musste. Grob lässt sich das so berechnen: Basispreis – (Preis des Optionsscheins/Bezugsverhältnis) = Break Even. Im Beispiel oben also: 9000 – (5/0,01) = 8500.

Kann ich den Optionsschein zwischenzeitlich verkaufen?

Optionsscheine werden ebenso an der Börse gehandelt wie beispielsweise Aktien. Der Kunde erteilt zum Kauf eines Optionsschein einfach einen Wertpapierkauf- oder verkaufsauftrag.

Der europäische Winter ließ in den vergangenen Wochen wenig Platz für Phantasie, was das Salzgeschäft betraf. Das gilt allerdings nicht für Regionen wie die USA und Kanada, wo ein harter Winter das Salz begehrt machte. Anfang Dezember konnte K+S erfolgreich Anleihen am Markt platzieren, so dass ein Großteil der Finanzierung einer Produktionsstätte in Kanada in trockenen Tüchern ist. Das Bankhaus Lampe weist darauf hin, dass die Kursverluste bei K+S nun dazu geführt haben, dass die Aktie mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,2 im Vergleich mit den Wettbewerbern günstig ist. Zudem zeigt sich Licht am Ende des Tunnels, da Experten 2014 von einer steigenden Kalinachfrage ausgehen.

In einer aktuellen Einstufung der Citigroup-Analysten haben diese das Kursziel von 21 auf 23 Euro angehoben. Der Analyst Andrew Benson geht mit Blick auf das abgelaufene Jahr von einem operativen Ergebnis in Höhe von 640 Millionen Euro und einem Gewinn pro Aktie von 2,02 Euro aus. Benson erwartet, dass das Unternehmen seine Investitionen vorantreibt und die Aktieninvestoren dafür drei Jahre auf Dividenden verzichten müssen. Andere Investmenthäuser sehen bei K+S sogar noch höhere Kursziele. Die DZ Bank hat das Kursziel bei 28 Euro festgesetzt, während die australische Investmentbank Macquarie bei der Aktie Luft bis 30 Euro sieht.

Aus dem Hause Goldman Sachs kommt ein Discount-Zertifikat auf die K+S AG (WKN: GT7NKA). Die Kursobergrenze des Produkts liegt bei 20 Euro. Bewertungstag ist der 15. Januar 2015. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 21,98 Euro, können Investoren das Discount-Zertifikat zu 18,27 Euro erwerben. Notiert die K+S-Aktien am Bewertungstag bei 20 Euro oder höher, erhalten Anleger 20 Euro ausgezahlt. Der maximale Ertrag ist ausgehend von dem aktuellen Preis auf einen Ertrag in Höhe von 9,5 Prozent begrenzt. Falls die Aktie zum Laufzeitende unter der Kursobergrenze notiert, erhalten Investoren diesen Kurs ausgezahlt. Ein Verlust entsteht also erst dann, wenn die Aktie am 15. Januar 2015 unter dem Einstiegskurs des Discount- Zertifikates notiert.

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BaS

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