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21.07.2013

15:27 Uhr

Lanxess

Spekulieren auf die Kurswende

VonJürgen Röder

Für die Aktie des Spezialchemikers Lanxess ging es zuletzt bergab, doch der Tiefstkurs könnte bald erreicht sein. Mit welchen Produkten Anleger von einer bevorstehenden Wende des Kurses profitieren können.

Der (Noch-)Unternehmenssitz des Spezialchemiekonzerns Lanxess in Leverkusen. Anleger fragen sich, wann es mit der Aktie nach dem Kurssturz wieder nach oben geht. dpa

Der (Noch-)Unternehmenssitz des Spezialchemiekonzerns Lanxess in Leverkusen. Anleger fragen sich, wann es mit der Aktie nach dem Kurssturz wieder nach oben geht.

DüsseldorfDer jahrelange Outperformer im Dax hat eine Schwächephase: In den vergangenen achteinhalb Jahren stieg der deutsche Leitindex um rund 200 Prozent, die Lanxess-Aktie konnte hingegen um 300 Prozent zulegen. Doch seit Jahresanfang verlor der Titel des Spezialchemikers rund 30 Prozent an Wert, während der Dax um mehr als fünf Prozent zulegen konnte.

Nach dem Kursrutsch ist Lanxess nun eine heiße Turn-Around-Spekulation. Das Leverkusener Chemieunternehmen Lanxess, das derzeit seinen Hauptsitz nach Köln verlegt, macht rund 40 Prozent seines Umsatzes mit der Autoindustrie.  Wichtigstes Produkt ist synthetischer Kautschuk, vor allem für Reifen, Dichtungen oder Schläuche. Schon das erste Quartal war eine Enttäuschung, das zweite dürfte kaum besser gelaufen sein. Wegen der Krise in der Autoindustrie und anhaltenden Preisdrucks bei synthetischem Kautschuk wird erwartet, dass im Gesamtjahr nach 504 Millionen Gesamtgewinn (2012) nicht einmal die Hälfte bleibt. 

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Dennoch dürfte in den nächsten Monaten nach Meinung der Wirtschaftswoche-Börsenredaktion die Aktie ihre Tiefstkurse ausloten. Auf seinen anderen Geschäftsfeldern (Vorprodukte für Agrarchemie oder Pharma) kommt Lanxess gut voran. Um Kosten zu senken, werden Anlagen stillgelegt. Spätestens 2014 sollten dann die Lagerbestände der Kunden  aus der Reifen- und Autoindustrie geräumt sein und die Bestellungen bei Lanxess wieder anziehen. So hat die Commerzbank Anfang Juli zwar das Kursziel für das Papier von 65 auf 55 Euro gesenkt, aber weiterhin zum Kauf empfohlen. Die langfristigen Wachstumstreiber für den Hersteller von synthetisiertem Kautschuk seien intakt und die Aktie nach dem jüngsten Kursrutsch laut Ansicht des Analysten ein Kauf.

Falls es aber länger dauern sollte, bevor die Aktie wieder alte Höhen ansteuert, bieten Bonuszertifikate auf den Chemiewert gegenüber einem Direktinvestment Vorteile. Mit diesen Derivaten lassen sich sogenannte Seitwärtsrenditen erzielen, solange die Aktie nicht eine vorher festgelegte Sicherheitsschwelle berührt oder unterschreitet. Falls das geschieht, notiert das Zertifikat aber auch auf dem Kurs der Aktie – minus der anteiligen Dividendenzahlung. Denn die Dividende behält die Bank ein, um die Bonusstruktur zu finanzieren.

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