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05.04.2011

13:42 Uhr

Lehman Brothers

Weitere Klagen wegen falscher Beratung

Viele Anleger wollten die Lehmann-Papiere als Altersvorsorge nutzen. Doch zum Schluss waren die Zertifikate kaum mehr etwas wert. Kurz vor der Verjährung gibt es deshalb immer noch zahlreiche Klagen.

Die Zentrale der Investmentbank Lehman Brothers in New York. Quelle: dpa

Die Zentrale der Investmentbank Lehman Brothers in New York.

FrankfurtKurz vor der Verjährung reißen die Klagen von Zertifikateanlegern wegen des Vorwurfs einer falschen Beratung im Zusammenhang mit der Lehman-Pleite nicht ab. So hat eine Rentnerin die Commerzbank verklagt, weil ihr ein Berater dieses Instituts ein Discountzertifikat von Lehman Brothers empfohlen habe, teilte der Anwalt der Frau gestern mit. Daraufhin habe die Anlegerin im Juni 2008 rund 200000 Dollar in das Papier investiert. Dieses Geld habe sie durch die Insolvenz von Lehman Brothers im September 2008 komplett verloren. Der Anwalt habe Indizien dafür, dass der Bank bereits Mitte 2008 das erhöhte Risiko einer Zahlungsunfähigkeit von Lehman bekanntgewesen sei, teilte er mit.

Die Dresdner Bank, die heute zur Commerzbank gehört, habe in den Informationen zu dem Discountzertifikat auf die ausgeweiteten Credit Spreads von Lehman Brothers hingewiesen. Laien könnten mit diesem Begriff, der auf erhöhte Risikoaufschläge am Anleihemarkt hinweist, jedoch nichts anfangen. Der Anwalt argumentiert, die Bank hätte seine Mandantin deshalb darauf hinweisen müssen.

Seit Herbst 2008 hat es eine regelrechte Klagewelle von Anlegern gegen Banken wegen des Vorwurfs falscher Beratung beim Kauf von Lehman-Zertifikaten gegeben. Die bisherigen Gerichtsurteile haben teils den Banken und teils den Anlegern Recht gegeben. Im Sommer 2011 läuft die dreijährige Verjährungsfrist für eventuelle Schadenersatzansprüche der Anleger ab. Daher reichen viele Anleger nun noch schnell Klage ein. Reuters


Von

rtr

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