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17.04.2012

11:43 Uhr

Leichtes Wachstum

Anleger hebeln die Aktienrally

Der Derivatemarkt meldet sich zurück. Nach dem starken Schrumpfkurs Ende 2011 geht es wieder aufwärts. Der Markt für Zertifikate und Hebelprodukte wächst, allerdings deutlich geringer, als es auf den ersten Blick scheint.

Anlegern sind die Kursschwankungen an der Börsen scheinbar nicht stark genug - sie hebeln. AFP

Anlegern sind die Kursschwankungen an der Börsen scheinbar nicht stark genug - sie hebeln.

FrankfurtEnde Februar 2012 verwalteten diese verbrieften Derivate 101,8 Milliarden Euro und damit 1,4 Prozent mehr Geld als Ende Januar, wie eine am Dienstag veröffentlichte Statistik des Deutschen Derivate Verbandes (DDV) zeigte.

Der Großteil des Wachstums entfiel dem DDV zufolge allerdings auf steigende Börsenkurse der Basiswerte. Denn wenn die Aktienkurse steigen, wachsen automatisch auch die Volumina vieler Zertifikate und Hebelprodukte. Rechne man diesen Effekt heraus, sei der Derivatemarkt um 0,2 Prozent gewachsen, hieß es vom Verband.

Hebelprodukte

Contracts for Difference (CFD)

Mit CFDs – auch Differenzkontrakte genannt – partizipieren Anleger an steigenden und fallenden Kursen unterschiedlicher Basiswerte. Über einen Hebel, der weit über 100 Prozent sein kann, können sie dabei ein Vielfaches des eingesetzten Kapitals gewinnen – oder auch verlieren. CFDs sind keine Wertpapiere, CFD-Anleger haben keine Rechte an dem Basisinstrument.

Optionsschein

Ein Optionsschein ist ein derivatives Finanzinstrument, mit dem Anleger gehebelt von der Kursbewegung eines Basiswerts profitieren können. Optionsscheine sind verbriefte Wertpapiere. Ein Kaufoptionsschein (Call) verbrieft das Recht, einen Basiswert zu einem bestimmten Preis zu einer festgelegten Zeit beziehen zu können. Der Verkaufsoptionsschein (Put) verbrieft dagegen das Recht, den Basiswert zu einem bestimmten Preis zu einem festgelegten Zeitpunkt zu verkaufen.

Hebelzertifikat

Mit einem Hebelzertifikat können Investoren einen Basiswert, beispielsweise eine Aktie, zu einem günstigeren Preis kaufen. Hebelzertifikate werden auch unter dem Begriff Knock-out-Produkte angeboten, die je nach Emittent Waves, Mini-Futures, Classic/Unlimited/BEST oder Smart Turbos oder einfach nur Turbos heißen. Hebelzertifikate haben eine Knock-out-Grenze, bei der das Zertifikat wertlos wird. Durch den Hebel partizipieren Anleger stärker an den Kursschwankungen des zugrunde liegenden Basiswerts. Verlieren können Anleger nur den eingesetzten Betrag.

Hebel-ETF

Auch börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETF), die die Entwicklung eines Index eins zu eins nachbilden, gibt es mit Hebel. Diese Hebel-ETFs gibt es als Long- und als Short-Version. Verlieren können Anleger nur den eingesetzten Betrag.

Mit der leichten Erholung im Februar setzte sich die positive Entwicklung vom Januar fort. Trotzdem liegt die Größe des deutschen Marktes für Zertifikate und Hebelprodukte noch weit hinter dem Niveau vor einem Jahr zurück: Ende Februar 2011 war der Markt 109,7 Milliarden Euro schwer.

Experten zufolge haben sich in den vergangenen Monaten viele Anleger angesichts des unsicheren Marktumfeldes mit Investitionen zurückgehalten. Angesichts der Aktienrally im Frühjahr 2012 sei diese Zurückhaltung teilweise gewichen.

Von

rtr

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