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07.01.2011

14:32 Uhr

Marktausblick

Die wichtigsten Anlagetrends für 2011

VonMatthias von Arnim

Aktien und Rohstoffe sind „in“, Anleihen sind „out“, so ließe sich die Marktentwicklung Ende vergangenen Jahres auf den Punkt bringen. Doch wie geht es im neuen Jahr weiter? Was die spannendsten Trends sind, und was Experten erwarten.

Aluminiumlager: Rohstoffe werden auch in diesem Jahr die Märkte stark beschäftigen. dpa

Aluminiumlager: Rohstoffe werden auch in diesem Jahr die Märkte stark beschäftigen.

Die Trends, die sich zum Ende des vergangenen Jahres an den Kapitalmärkten abzeichneten, könnten schon die Vorboten für dieses Jahr sein. Für Anleger hieße das: Aktien und Rohstoffe sind „in“, Anleihen sind „out“. War das Jahr 2010 aus Sicht der Börsianer lange Zeit eher mittelprächtig verlaufen, folgte mit der Herbst-Rally die Erlösung. Der Dax startete durch bis über die Marke von 7 000 Punkten. Auch der Dow-Jones-Index erklomm nach einem kräftigen Sommerdurchhänger noch einmal die 1 1000 Punkte, und sogar der seit 20 Jahren chronisch schwache Nikkei 225 setzte zu einem kleinen Jahresendspurt an und notierte zum Jahreswechsel über der Marke von 10 000 Punkten. Auch Rohstoffe wurden auf breiter Front teurer. Gleichzeitig gerieten die Kurse von Staatsanleihen in den letzten vier Monaten des Jahres zunehmend unter Druck.

Doch wie geht es weiter an den Märkten? Handelsblatt ZertifikateNews wollte es genauer wissen und hat Analysten verschiedener Häuser und Emittenten zu den Trends für das neue Jahr und zu den passenden Produkten befragt. Im Blickpunkt stehen Europas Börsen, die aussichtsreichen Wachstumsmärkte in Brasilien, Russland, Indien und China, sowie Gold, Silber, Seltene Erden und Öl.

Europa: Lokomotive Deutschland fährt unter Volldampf

Vor Jahren wurde der Begriff „Europa der zwei Geschwindigkeiten“ geprägt. Gemeint war ein unterschiedliches Tempo im Rahmen der europäischen Integration mit dem Fernziel einer europäischen Föderation. Einige Länder strebten voran, andere benötigten etwas mehr Zeit. Beim Blick auf die aktuelle Entwicklung in Europa könnte der Begriff der zwei Geschwindigkeiten mittlerweile neu interpretiert werden: auf der einen Seite die Länder, die mit den Sünden der Vergangenheit und daraus resultierenden gigantischen Schuldenbergen zu kämpfen haben, und auf der anderen Seite die Länder, deren Wirtschaft wächst – allen voran Deutschland. Die Bundesbank hat ausgerechnet, dass die deutsche Wirtschaft 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent gewachsen ist. Das ist die stärkste Wachstumsrate unter den G7-Staaten.

Auch für die nahe Zukunft sind die Bundesbanker optimistisch: Die konjunkturelle Erholung in Deutschland werde sich in den beiden kommenden Jahren fortsetzen und der Aufschwung gewinne zusehends an Breite, so die Bundesbank. Matthias Jörss, Europa-Analyst bei der australischen Investmentbank Macquarie, sieht ebenfalls ein zweigeteiltes Europa – und einen Aufschwung in Deutschland. „Die Schuldenkrise in den südeuropäischen Staaten wird sich wahrscheinlich noch weiter zuspitzen. Auf der anderen Seite wächst die Wirtschaft in den Kernstaaten Europas“, erklärt Jörss. Insbesondere viele deutsche Unternehmen stünden heute gut da. Und das werde an der Börse honoriert. „Wir halten es für realistisch, dass der Dax auf 7 600 Punkte steigen wird“, meint Jörss.

Auch die Analysten der Unicredit mahnen zwar „angesichts der Schuldenkrise in der Europäischen Union und der ungelösten Spannungen“ für europäische Aktien zur Vorsicht. „Doch wenn sich die globalen Frühindikatoren schneller als erwartet stabilisieren, würden sich die Performance-Aussichten des deutschen Aktienmarktes verstärken“, kommentiert Dominik Auricht, Experte für Wertpapier-Anlagelösungen der Hypovereinsbank, die Prognosen seiner Kollegen. Denn die Experten der Unicredit sind für den deutschen Aktienmarkt optimistisch: „Unsere Analysten können sich einen Dax-Stand von 7 400 Punkten zum Jahresende 2011 vorstellen“, sagt Auricht. Allerdings sei bei stark exportorientierten Unternehmen schon viel Optimismus in den Aktienkursen eingepreist, schränkt Matthias Jörss von Macquarie ein.

Kommentare (1)

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LBS

08.01.2011, 19:14 Uhr

Nichts gelernt ?

beim Lesen dieses Artikels fragt man sich zunächst, an welchen Leserkreis er eigentlich gerichtet ist. Wohl kaum an die Profis, die für ihre konkreten Anlageentscheidungen auf andere Medien zugreifen als auf eine Tageszeitung. bleibt also eher der private Anleger.

Und was wird dem hier empfohlen?

Ein bunter Mix aus bankzertifikaten, die munter verschiedene Märkte, Kappungsgrenzen und boni in sich vereinen. Also genau jene Papiere, die Heerscharen von Anlegern in den letzten Jahren zur Verzweiflung getrieben haben und die Gegenstand der (berechtigten) Kritik an der Anlegerberatung der banken sind, weil kaum ein Anleger deren Mechanismen wirklich durchschaut. Zudem wird die Sicherheit dieser Papiere durch die bonität der emittierenden bank bestimmt, was für zusätzliche Überraschungen sorgen kann.
Der immer noch nicht falsche Satz „kaufe nur, was du verstehst“ wird hier drastisch konterkariert nach dem Motto „was geht uns unser Geschwätz von gestern an“.

Eine Wirtschaftsblatt, welches so etwas ohne Hinweis auf mögliche Folgen und Risiken publiziert, kann man nicht mehr ernsthaft als seriös bezeichnen und der Autor sollte vielleicht mal seine Affinität zu banken kritisch hinterfragen. Artikel dieser Art sind in anderen Wirtschafts-Medien als Werbung gekennzeichnet.

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