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22.02.2011

12:09 Uhr

Minen

Kohlepreis steigt massiv

VonMatthias von Arnim

Glück im Unglück: Weil viele der Minen in Australien stark von Überschwemmungen betroffen sind, steigt, aufgrund des knappen Angebots, der Kohlerpreis. Südafrikanische oder indonesische Minengesellschaften helfen aus.

Ein Stück Kohle: Die Preise für den Rohstoff sind in letzter Zeit stark angestiegen. Quelle: dpa

Ein Stück Kohle: Die Preise für den Rohstoff sind in letzter Zeit stark angestiegen.

FrankfurtDen Minen in Australien steht das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals. Die schweren Überschwemmungen Ende vergangenen Jahres haben weite Teile der australischen Kohleindustrie lahmgelegt. Minenbetriebe mit einer jährlichen Produktionskapazität von rund 80 Millionen Tonnen mussten ihre Förderung einstellen. Rund 30 Prozent des australischen Kohleexports fallen aus. Der australische Bundesstaat Queensland gilt als der weltweit größte Exporteur von Kokskohle, die vor allem für die Stahlproduktion benötigt wird.

Die Folge: Durch das verringerte Angebot sind die Preise für Kokskohle stark gestiegen. Die für das erste Quartal noch vor der Flut ausgehandelten Preise liegen zwar noch bei rund 225 Dollar. Der Preis am Spotmarkt stieg zuletzt jedoch bereits auf über 300 US-Dollar. Es gibt Marktteilnehmer, die erwarten, dass der Preis für Kokskohle auf bis zu 500 US-Dollar pro Tonne steigen könnte. Der Auslöser: Konzerne wie die britisch-australischen Bergbauriesen Rio Tinto und BHP Billiton oder auch das schweizerische Unternehmen Xstrata melden auch für die kommenden Monate starke Produktionseinschränkungen. Dabei kann von einem Kohle-Enpass eigentlich keine Rede sein. Denn beispielsweise südafrikanische Minengesellschaften springen gerne in die Bresche.

„Profitieren könnten von der Marktsituation auch Minenunternehmen aus Indonesien“, sagt Johan Sidik, Investmentspezialist von BNP Paribas Investment Partners. Denn die Unwetter haben Indonesien weit weniger hart getroffen als Australien. Auch langfristig seien die Aussichten für Indonesiens Kohleindustrie aufgrund der großen Nachfrage günstig. „Als weltgrößter Exporteur von Thermalkohle wird Indonesien seine Kohleproduktion im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um 19 Prozent auf 327 Millionen Tonnen steigern. In den nächsten fünf Jahren ist durch Wachstum in den größten Minenbetrieben des Landes mit einer Fortsetzung des Trends zu rechnen“, so Sidik.

Der steigende Kohlepreis sorgt für steigende Kurse bei den Minengesellschaften – und zwar nicht mehr nur in Indonesien und Südafrika. Selbst die Aktienkurse betroffener Konzerne, die Kohle in Australien fördern, haben sich in den vergangenen Wochen von ihren kurzfristigen Kurseinbrüchen wieder erholt.

Chancenreiche Kohlezertifikate

So lässt die Kohlehausse auch die Preise für die drei Kohlezertifikate steigen, die derzeit angeboten werden. Diesen Zertifikaten liegt jeweils ein Index zugrunde, in dem die Kursentwicklung von Minengesellschaften abgebildet wird. Beim Zertifikat der UBS (ISIN: DE000UB1CAL3) ist dies der Stowe Global Coal Index, in dem 39 Aktien zusammengefasst sind, darunter auch fünf indonesische Unternehmen. Australische Minengesellschaften machen rund neun Prozent des Index aus. Beim Global- Coal-Zertifikat der Royal Bank of Scotland (NL0000725257) sind drei der 15 Indexmitglieder australische Unternehmen. Ihr Anteil am Index beträgt rund 18 Prozent. Beide Zertifikate haben in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 30 Prozent an Wert zugelegt. Der Schwerpunkt liegt bei den beiden Indizes auf US-amerikanischen Kohleförderern. Ebenso wie beim Dax Global Coal Index, der von der Deutschen Börse berechnet wird. Das entsprechende Zertifikat der HVB (DE000HV1DBT5) ist erst seit Ende November auf dem Markt und hat seitdem rund fünf Prozent an Wert gewonnen.


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