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28.06.2013

16:43 Uhr

Nach dem Kurssturz

Ausverkauf bei Gold?

VonJürgen Röder, Frank Wiebe

Finanzkrise überstanden, niedrige Inflation und günstige Rohstoffe: Gold ist billig wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Die Frage lauten nun: Wie tief wird der Preis fallen? Und wie können Anleger davon profitieren?

Investment

Wie tief fällt der Goldpreis noch?

Investment: Wie tief fällt der Goldpreis noch?

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DüsseldorfDas Edelmetall ist heutigen Freitag  unter die Marke von 1.200 Dollar gefallen. So tief wie seit drei Jahren nicht mehr.  Zwischen April und Juni hat der Goldpreis damit ein Viertel seines Wertes eingebüßt und damit auf Quartalssicht nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters so viel verloren wie seit mindestens 1968 nicht mehr. Ein elf Jahre währender Anstieg des Goldpreises, der im September 2011 mehr als 1.900 Dollar erreicht hatte, ist Geschichte.

Nach der großen Finanzkrise und während der Euro-Krise war es vor allem die Angst, die viele Menschen ins Gold trieb. Und weil der Preis seit dem Jahr 2000 schon ordentlich angezogen hatte, schien das eine sichere Sache zu sein. Die Phase der Angst ist aber endgültig vorbei.

Goldnachfrage weltweit (in Tonnen)

2003

Schmuck: 2.484
Barren und Münzen: 304
ETFs: -
Industrie: 386
Zentralbanken: -620
Gesamt: 2.594 Tonnen

2004

Schmuck: 2.616

Barren und Münzen: 355

ETFs: 133

Industrie: 419

Zentralbanken: -479

Gesamt: 3.044

2005

Schmuck: 2.719

Barren und Münzen: 396

ETFs: 208

Industrie: 438

Zentralbanken: -663

Gesamt: 3.098

2006

Schmuck: 2.300

Barren und Münzen: 414

ETFs: 260

Industrie: 468

Zentralbanken: -365

Gesamt: 3.077

2007

Schmuck: 2.423

Barren und Münzen: 435

ETFs: 253

Industrie: 476

Zentralbanken: -484

Gesamt: 3.104

2008

Schmuck: 2.304

Barren und Münzen: 869

ETFs: 321

Industrie: 461

Zentralbanken: -235

Gesamt: 3.720

2009

Schmuck: 1.814

Barren und Münzen: 780

ETFs: 623

Industrie: 410

Zentralbanken: -34

Gesamt: 3.593

2010

Schmuck: 2.017

Barren und Münzen: 1.205

ETFs: 382

Industrie: 466

Zentralbanken: 77

Gesamt: 4.147

2011

Schmuck: 1.972

Barren und Münzen: 1.515

ETFs: 185

Industrie: 453

Zentralbanken: 457

Gesamt: 4.582

2012

Schmuck: 1.908

Barren und Münzen: 1.256

ETFs: 279

Industrie: 428

Zentralbanken: 535

Gesamt: 4.405

2013

Schmuck: 2.671

Barren und Münzen: 1.702

ETFs: - 916

Industrie: 354

Zentralbanken: 625

Gesamt: 4.436

2014

Schmuck: 2.457

Barren und Münzen: 1.004

ETFs: - 183

Industrie: 347

Zentralbanken: 588

Gesamt: 4.212

Q1 2015

Schmuck: 601

Barren und Münzen: 253

ETFs: 26

Industrie: 80,4

Zentralbanken: 119

Gesamt: 1.079
Auf das Jahr hochgerechnet: 4.316

Viele Investoren fürchten, dass es mit dem Goldpreis noch weiter bergab geht. „Schnäppchenjäger halten sich vorerst zurück“, kommentierte George Gero von RBC Capital gegenüber dem „Wall Street Journal“. Die Analysten kommen mit ihren Prognosen dem Markt gar nicht mehr hinterher: Morgan Stanley senkte sie für 2013 von 1.487 auf 1.409 Dollar und rechnet bis 2015 jetzt mit einem anschließenden Rückgang auf 1.300 Dollar, was immer noch über dem aktuellen Niveau liegt.

„Obwohl wir langfristig einen weiteren Goldpreisrückgang erwarten, ist das kurzfristige Bild alles andere als klar“, schreibt Goldman Sachs in einer Studie. Die jüngste Korrektur preist ein, dass die US-Notenbank schneller aus ihren Wertpapierkaufprogrammen aussteigen und schneller den Leitzins wieder anheben wird, als dies von Goldman Sachs erwartet wird. Jedoch bewegt der Mittelabfluss aus Goldfonds sowie die Dynamik der Korrektur im Goldpreis die Analysten dazu, ihr Jahresendziel für den Goldpreis von 1.435 auf 1.300 Dollar zu senken.  Die Analysten senken auch ihr Kursziel für das Jahresende 2014. Dann werde der Goldpreis bis auf 1.050 Dollar gesunken sein – bislang war man noch von 1.270 Dollar ausgegangen.

Kommentare (70)

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ANALyst

28.06.2013, 17:03 Uhr

Wenn es die ANALysten nicht gäbe, hätten wir weniger zu lachen :-)

Numismatiker

28.06.2013, 17:16 Uhr

"Finanzkrise überstanden, ..."

HAHAHA, ich lach' mich schlapp. Das dicke Ende kommt erst noch. Dagegen waren die Probleme bis jetzt nur ein laues Lüftchen im Sommer.

Account gelöscht!

28.06.2013, 17:25 Uhr

"Finanzkrise überstanden, niedrige Inflation und günstige Rohstoffe"

DÜMMER GEHT'S NIMMER !!!!!

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