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10.12.2014

18:05 Uhr

Nasdaq-Index

Die Wiederauferstehung des Tech-Sektors

Quelle:Börse am Sonntag

Nach der Technologieblase im Jahre 2000 wurde der Tech-Sektor mit Vorsicht behandelt. Doch mittlerweile hat sich die Lage geändert. Der US-Index Nasdaq ist wieder auf dem Vormarsch. Wie Anleger davon profitieren können.

Beim Nasdaq geht es rasant nach oben. Mit den richtigen Index-Zertifikaten auf den Nasdaq kann man an dieser wilden Fahrt teilnehmen. Reuters

Beim Nasdaq geht es rasant nach oben. Mit den richtigen Index-Zertifikaten auf den Nasdaq kann man an dieser wilden Fahrt teilnehmen.

Mittlerweile stellt sich beim US-Technologiewerten ein völlig anderes Bild dar. Social Media-Aktien sind gefragt, Apple gehört zu den nach Marktkapitalisierung teuersten Unternehmen der Welt. Die Musik spielt für Technologieaktien in den USA und damit an der Börse für dieses Marktsegment, der Nasdaq. Zum Jahresanfang startete der Index bei 3.576 Punkten, mittlerweile notiert er gut 20 Prozent höher bei 4300 Punkten und damit nahe am Jahreshoch. Zertifikateanleger können mit Discount-Zertifikaten auf den Nasdaq-100 bereits von einer Seitwärtsbewegung des Index profitieren

Bei den US-amerikanischen Technologieindizes der Nasdaq muss zwischen dem breiten Markt-Index dem Nasdaq Composite, und dem Nasdaq-100, der die 100 Werte des Nasdaq Composite mit der höchsten Marktkapitalisierung beinhaltet, unterschieden werden. Unter den Top Ten befindet sich das „Who´s Who“ der US-amerikanischen High Tech-Konzerne. Mit knapp 15 Prozent Gewichtung führt Apple den Reigen an, mit deutlichem Abstand gefolgt von Microsoft mit gut acht Prozent und Intel mit circa vier Prozent.

Auch die Biotech-Branche ist unter den zehn am stärksten gewichteten Aktien mit Gilead Sciences und Amgen vertreten. Am Verlauf des Nasdaq-100 lassen sich die turbulenten Zeiten der Technologiebranche ablesen. Der Index wird seit Januar 1985 berechnet, damals mit einer Indexbasis von 250 Punkten. In den 1990er-Jahren wurde der Index allerdings 2:1 gesplittet, so dass sich die Indexbasis seit Berechnungsbeginn auf 125 Punkte ermäßigt hat. Die bisherigen Höchstkurse hat der Index bislang auf dem Höhepunkt der Technologieblase im März 2000 bei 4817 Punkten gesehen.

Zertifikate-Typen

Was sind Bonuszertifikate?

Bonuszertifikate bieten einen Risikopuffer gegen Kursverluste bis zu einer bestimmten Kursschwelle, gleichzeitig Gewinnchancen in seitwärts tendierenden Märkten und unbegrenzte Gewinnchancen in steigenden Märkten.

Wie funktionieren Bonuspapiere?

Die Papiere bestehen aus drei Komponenten: Erstens die Chance, an der positiven Entwicklung eines Basiswertes zu verdienen – ein Index oder eine einzelne Aktie; zweitens am Laufzeitende ein Bonus, der bei Auflage des Zertifikats festgelegt, aber nur dann gezahlt wird, wenn drittens eine deutlich unter dem Startwert des jeweiligen  Basiswertes liegende Kursbarriere, die sogenannte Knock-in-Schwelle, während der gesamten Laufzeit nie berührt oder unterschritten wurde. Bis zur Knock-in-Schwelle hat der Anleger also einen Risikopuffer.

Kann der Bonus verloren gehen?

Ja. Wird die Knock-in-Schwelle während der Laufzeit unterschritten oder auch nur berührt, wandelt sich das Produkt in ein klassisches Index- oder Partizipations-Zertifikat. Der Bonus geht verloren.

Wie funktionieren Discountzertifikate?

Im Vergleich zum Kauf einer Aktie oder eines Index bezahlen Anleger bei einem Discountzertifikat durch den Abschlag (Discount) einen günstigeren Preis. Notiert der Kurs des Basiswertes am Ausübungstag auf oder oberhalb des festgelegten Höchstbetrags (Caps) des Discountzertifikates, wird der maximal mögliche Auszahlungsbetrag erzielt. Steigt der Kurs des Basiswertes darüber hinaus, nehmen Anleger an dieser Kursentwicklung nicht mehr teil.

Wann profitieren Discounter?

Das Sicherheitspolster in Form des Discounts kommt insbesondere bei Seitwärtsbewegungen oder leicht fallenden Kursen des Basiswertes zum Tragen. Erst wenn der Kurs des Basiswertes unter den individuellen Kaufpreis des Discountzertifikates fällt, tritt ein teilweiser Kapitalverlust ein. Dafür sind die Gewinnchancen begrenzt – der Preis des Sicherheitspolsters. Ein Verlust ist bei einem Discounter immer geringer als bei dem zugehörigen Basiswert.

Wie funktionieren Indexzertifikate?

Index- oder Partizipationszertifikate bilden einen Index eins zu eins ab. Somit ist die Performance des Zertifikats stets identisch mit der  Wertentwicklung des zugrunde gelegten Basiswertes. Manche Indexzertifikate haben eine begrenzte Laufzeit, viele laufen jedoch endlos. Die Papiere werden häufig mit einem Bezugsverhältnis von 100:1 emittiert, so dass ein Zertifikat jeweils ein Prozent des jeweiligen Index abbildet.

Welchen Vorteil haben Indexzertifikate?

Sie bieten gegenüber dem Kauf von Einzelaktien den Vorteil der Diversifikation über verschiedene Aktien. Außerdem sind diese Zertifikate eine kostengünstige Alternative zum klassischen Fondsinvestment.

Was sind Hebelzertifikate?

Hebelzertifikate sind häufig hochspekulativ, der Kapitaleinsatz ist gering, die Gewinnchance überproportional. Der Hebel gibt an, in welchem Verhältnis das Papier die Kursbewegung des Basiswertes nachvollzieht. Dax-Papiere gibt es bis zu einem Hebel von 200. So wird aus einem Kursplus von fünf Prozent beim Basiswert ein Plus von 1000 Prozent beim Zertifikat.

Können Hebelpapiere wertlos verfallen?

Ja. Fällt das Papier unter ein  festgeschriebenes Niveau, das sogenannte Knock-out-Niveau, wird es wertlos. Hebelzertifikate gibt es mit begrenzter Laufzeit und als Endlos-Papiere. Spekulieren können Anleger auf steigende (long) und fallende (short) Kurse.

Welche Vorteile haben kapitalgarantierte Zertifikate?

Kapitalgarantierte Zertifikate bieten einen Kapitalschutz oder eine Teilgarantie auf das zum Emissionszeitpunkt eingezahlte Kapital – wenn das Papier bis zur Fälligkeit gehalten wird. Zudem kann der Investor von einer positiven Kursentwicklung des Basiswertes, etwa einer Aktie, profitieren. Der Kapitalschutzbetrag sowie die Partizipationsquote werden direkt bei der Emission vom Emittenten festgelegt.

Wie hoch ist der Kapitalschutz?

Der Kapitalschutzbetrag kann bis zu 100 Prozent betragen. Entwickelt sich  das Zertifikat negativ, weil die Aktie zum Laufzeitende unterhalb des (garantieren) Basispreises notiert, erhält der Anleger mindestens diesen Betrag ausbezahlt. Die sogenante Partizipationsquote ist am Laufzeitende mitentscheidend für die Auszahlung an den Anleger. Notiert der Basiswert über dem Basispreis, erhält der Anleger den Nennwert zuzüglich der Differenz zwischen dem Schlusskurs des Basiswertes und dem Basispreis, multipliziert mit der Partizipationsquote zurück.

Was sind Aktien- und Indexanleihen?

Aktien- und Indexanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die mit einem hohen, oft zweistelligen Coupon ausgestattet sind. Ihre Preisentwicklung ist an den Kursverlauf eines der Anleihe zugrunde liegenden Basiswertes, einer Aktie oder eines Index, gebunden. Die bei Emission einer solchen Anleihe fixierten Rahmenbedingungen enthalten den Basiswert, den zugehörigen Basispreis, die Laufzeit, die Höhe des Zinscoupons und den Nennwert.

Wie werden die Papiere zurückgezahlt?

Liegt der Kurs der Aktie am Stichtag unter dem festgelegten Basispreis, erhält der Anleger kein Bargeld, sondern eine bestimmte Anzahl von Aktien. Die Tilgung von Indexanleihen erfolgt durch Lieferung von Indexzertifikaten, Fondsanteilen oder durch die Zahlung des aktuellen Indexstands in Geld. Obwohl sie „Anleihen“ genannt werden, sind die Produkte Zertifikate.

Wann punkten Expresszertifikate?

Expresszertifikate sind Produkte mit begrenzter Laufzeit, mit denen sich in seitwärts tendierenden oder leicht steigenden Märkten Geld verdienen lässt. Sie beziehen sich auf einen Basiswert – eine Aktie, einen Aktienkorb oder einen Index. Obwohl sie mitunter Laufzeiten von mehreren Jahren haben, bieten sie die Chance einer Sonderzahlung, wenn sie bereits deutlich vor ihrem Laufzeitende fällig werden, etwa wenn der Basiswert am Ende einer Betrachtungsperiode, nach drei Monaten oder einem Jahr, gleich oder höher notiert ist als an ihrem Anfang. Der Anleger erhält dann den Emissionswert des Zertifikats zuzüglich dieser Sonderzahlung. Er erzielt eine vor Emission festgelegte Rendite, die höher sein kann als die Kurssteigerung der Aktie oder des Index.

Was passiert bei stark steigenden Kursen?

Bei stark steigenden Kursen verdient er allerdings weniger als mit dem Basiswert. Zwischen den Beobachtungstagen darf das Papier in die Verlustzone geraten, wichtig ist nur, dass an einem der Beobachtungstage das Startniveau erreicht wird. Nach unten besteht volles Verlustrisiko, falls das Produkt keine Sicherheitsschwelle hat. Aber auch wenn Expresszertifikate einen Risikopuffer haben, können sie genauso viel verlieren wie eine Aktie oder ein Index. Das passiert, wenn der Kurs des Expresszertifikats am Fälligkeitstag auf oder unter der Untergrenze liegt.

Die Tatsache, dass die Börse keine Einbahnstraße sondern manchmal eine Achterbahn ist, mussten Anleger schmerzlich erleben, als der Index im Oktober 2002 unter die Marke von 800 Punkten fiel. Mit dem Heranpirschen an alte Hochs stellt sich die Frage, ob möglicherweise im Technologiesektor wieder eine Blasenbildung im Gange ist. Die Antwort muss differenziert ausfallen. Einige Technologieunternehmen sind im Einzelfall recht hoch bewertet, allerdings stehen auch viele Unternehmen des Sektors mit niedrigen Verschuldungsquoten und hohen Cashbeständen besser da als zu Zeiten der Dotcom-Blase.

Technologie-Aktien mit Preisnachlass

Das Discount-Zertifikat der Citigroup, (WKN: CC1TFJ) das gegenwärtig zu 31,68 Euro erworben werden kann, ist mit einem Cap bei 4300 Indexpunkten ausgestattet. Bei Discount-Produkten können Anleger preiswerter den Basiswerte - in diesem Fall den Nasdaq 100 - erwerben, im Gegenzug ist die Rendite zum Laufzeitende auf den Cap begrenzt. Laufzeitende ist am 22. Dezember 2015.

Das Bezugsverhältnis liegt bei 100:1, so dass bei Fälligkeit maximal 43 US-Dollar ausgezahlt werden. Das ist der Fall, wenn der Index am Bewertungstag bei 4300 Punkten oder darüber notiert. Anleger würden dann bei gleichbleibendem Dollarkurs eine Rendite von knapp neun Prozent erzielen. Andernfalls erhalten Anleger ein Hundertstel des Indexstandes ausgezahlt. Das Produkt ist nicht währungsgeschützt, so dass der Auszahlungsbetrag zum dann aktuellen Wechselkurs des Euro zum US-Dollar umgerechnet wird.

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