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11.01.2010

11:07 Uhr

Neue Anbieter

Schweizer greifen auf dem deutschen Zertifikatemarkt an

Nach der Lehman-Pleite hatten viele dem deutschen Zertifikatemarkt eine Schrumpfkur und das Aus für zahlreiche Emittenten prophezeit. Doch gut ein Jahr später sieht es anders aus. Kaum ein Emittent ist verschwunden, es stehen sogar einige neue Anbieter in den Startlöchern. Vor allem Schweizer Banken gehen in die Offensive.

HB FRANKFURT. Bereits seit längerem kursieren Gerüchte, dass ausländische Anbieter den Einstieg am deutschen Derivatemarkt planen und sich über die Einstiegsbedingungen informiert hätten. Vor allem Schweizer Anbieter sollen Interesse haben.

"Es gibt immer wieder Anfragen von ausländischen Emittenten aus London und Zürich, die Derivate in Frankfurt notieren lassen wollen", erklärt Christian Reuss, Chef von der Derivatebörse Scoach. Er bestätigt, dass die Schweizer EFG bereits eine Emission als Privatplatzierung an der Frankfurter Börse eingeführt hat.

"Wir planen, im Laufe des Jahres als Derivateemittent in Deutschland zu starten", sagt Manfred Schwientek von der EFG Financial AG in Zürich. Die EFG will ein Büro in Frankfurt eröffnen, um am deutschen Markt präsent zu sein. Sie wird nicht die einzige Schweizer Adresse sein, die den Schritt an den deutschen Markt wagt.

Auch die Zürcher Kantonalbank (ZBK) bestätigt, dass man in fortgeschrittenen Vorbereitungen stehe, an den deutschen Markt zu gehen. Geplant sei eine Börseneinführung von strukturierten Produkten an der Börse Stuttgart. Ein genauer Termin stehe jedoch noch nicht fest. Als weitere potentielle Emittenten nennt der Markt Sarasin und Julius Bär. "Wir machen im Zertifikategeschäft bereits seit drei Jahren Privatplatzierungen für Privatkunden, planen aber zur Zeit keinen Massenvertrieb über andere Finanzintermediäre oder die Börsen", sagte und Frank Niehage, Chef von Sarasin Deutschland. Julius Bär nimmt generell zu Gerüchten keine Stellung.

Ausbauen wollen ihr Geschäft hier zu Lande auch UBS und Vontobel, die bereits seit langem strukturierte Produkte im öffentlichen Vertrieb anbieten. Die UBS ließ jüngst wissen, dass sie für dieses Jahr deutlich mehr Neuemissionen als im vergangenen Jahr plant. Vontobel ging bereits 2009 in die Offensive und baute das Geschäft mit Hebelpapieren neu auf. "Für 2010 streben wir weiteres Wachstum an und wollen vor allem in den Kernprodukten wie Discountzertifikaten, Aktienanleihen, Strategiezertifikate und Hebelpapiere weitere Marktanteile gewinnen, sagt Heiko Geiger, der bei Vontobel in Frankfurt das Derivategeschäft für Privatanleger leitet.

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