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05.05.2013

14:06 Uhr

Neuemissionen

Schlechtes Geschäft für den Anleger

VonJürgen Röder

Aktien mit hoher Dividendenrendite und das Bedürfnis nach Sicherheit - zwei aktuell wichtige Themen für Anleger. Neue Produkte sollen beide Wünsche erfüllen. Wie sie funktionieren.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist ein Performanceindex, Dividenden werden stets mit eingerechnet. Anleger sollte bei der Auswahl von den Zertifikaten darauf achten, ob der Basiswert ein Kurs- oder Performance-Index ist. dpa

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist ein Performanceindex, Dividenden werden stets mit eingerechnet. Anleger sollte bei der Auswahl von den Zertifikaten darauf achten, ob der Basiswert ein Kurs- oder Performance-Index ist.

DüsseldorfHäufig entwickeln sich die Kurse von dividendenstarken Aktien auf lange Sicht besser als die der knauserigen Firmen. Das zeigen verschiedene Studien und natürlich ein Blick auf die wichtigsten Dividendenindizes. So konnten beispielsweise sowohl der S&P Dividend Aristocrats – ein Index, der US-Aktien abbildet, die innerhalb der letzten 20 Jahre kontinuierlich ihre Dividende erhöht haben – als auch der DivDax – ein Aktienindex, der die 15 Unternehmen im Dax mit der höchsten Dividendenrendite enthält – die Leitindizes im langfristigen Vergleich deutlich schlagen. Die Dividendenindizes weisen auch eine geringere Schwankungsbreite (Volatilität) auf, also ein geringeres Risiko.

Vermutlich ein Grund für die Société Générale und Raiffeisen Centrobank, zwei Garantieprodukte mit dem Stoxx Global Select Dividend 100 als Basiswert auf den Markt zu bringen. Das Zertifikat der französischen Großbank (WKN: SG3XSB,  mit einer Laufzeit von acht Jahren) kann noch bis zum 10. Juni, das vom österreichischen Institut (WKN: RCE6PT, mit einer Laufzeit von sechs Jahren) bis zum 8. Mai vor dem Handelsstart an der Börse, gezeichnet wird. Bereits im März dieses Jahres hat die Societe Générale ein ähnliches Garantiezertifikat (WKN: SG3M1A, Laufzeit sieben Jahre)  mit dem gleichen Basiswert emittiert.

Dividenden - Fragen und Antworten

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft, den ein Konzern direkt an die Anleger ausschüttet. Einen Anspruch auf Dividende haben Aktionäre nicht. Unternehmen können das Geld auch nutzen, um Schulden zurückzuzahlen, Investitionen zu tätigen oder Übernahmen zu finanzieren. Manche Unternehmen wie die Deutsche Telekom zahlen Aktionären auch eine Mindest-Dividende.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite gibt den prozentualen Anteil der Dividende am Aktienkurs an.

Wer bekommt eine Dividende und wann?

Dividendenberechtigt ist jeder, der am Tag der Hauptversammlung mindestens eine Aktie des Unternehmens im Depot hat – egal, ob er sie bereits vor Jahren oder erst am Tag zuvor gekauft hat. Der vom Management vorgeschlagene Bonus wird mit den Stimmen der Aktionäre bei der Hauptversammlung beschlossen. Schon direkt am Folgetag oder kurz darauf landet die Dividende auf dem Konto des Anlegers. In Deutschland ist eine jährliche Dividendenzahlung üblich.

Lohnt es sich, eine Aktie nur zur Ausschüttung zu kaufen?

Von der verlockenden Strategie, kurz vor dem Stichtag zu kaufen, um einen Tag danach wieder zu verkaufen, raten Experten Normalanlegern ab. Denn schon vorher ist üblicherweise die vom Unternehmen angekündigte Dividende im Aktienwert „eingepreist“. Das heißt, der Kurs ist in den Wochen vor der Hauptversammlung um diesen Betrag gestiegen – und fällt danach meist wieder.

Was bekommt das Finanzamt?

Seit 2009 gilt die Abgeltungsteuer für Kapitaleinkünfte, die eine pauschale Besteuerung von 25 Prozent vorsieht. Für Aktionäre bedeutet dies, dass ein Viertel ihrer Dividenden an den Fiskus wandert. Die Banken, bei denen Aktionäre ihre Depots verwalten, führen die Steuer automatisch ab. Bei Wertpapierbeständen im Ausland müssen Anleger selbst aktiv werden und die Dividenden in der Steuererklärung angeben.

Der Stoxx Global Select Dividend 100 setzt sich aus 100 Unternehmen aus Nordafrika (40 Aktien), Europa (30 Aktien) und Asien sowie Australien (30 Aktien) zusammen. Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite (netto) erhalten die stärkste Gewichtung. Die maximale Gewichtung pro Aktie ist auf zehn Prozent begrenzt. Aus Deutschland sind aktuell die Aktien von RWE, Eon und Munich Re (Ex Münchner Rück) im Auswahlindex.

Eine prima Sache, mag der Anleger denken: Mit Garantie auf vollständige Rückzahlung des investierten Kapitals, von den vollständigen Kurssteigerungen eines aussichtsreichen Index profitieren. Doch weit gefehlt.

Kommentare (1)

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ystoffel

05.05.2013, 15:47 Uhr

Soweit ich es verstanden habe, hat das Produkt der Societe Generale keine Durchschnittsbildung, sondern einen Höchststandsmechanismus (festhalten halbjährlicher Höchststände). Das ist schon etwas deutlich anderes...

MfG,
YS

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