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10.01.2005

11:12 Uhr

Neues Industriemetall-Zertifikat:

China entscheidet über die Trends der Basismetalle 2005

VonChristian W. Röhl und Werner H. Heussinger (Zertifikatejournal)

Die starken Aufwärtstrends und die geringe Korrelation mit Aktien haben Rohstoffe mittlerweile zu einem der wichtigsten Anlagethemen gemacht. Und diese Stellung dürfte der Commodity-Bereich auch im Jahr 2005 weiter verteidigen.

Ein hohes Interesse haben mittlerweile die Industriemetalle auf sich gezogen. Allenthalben ist davon die Rede, dass China die Märkte der wichtigsten Grundstoffe Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel und Zink leer kauft. Wenn man sich dabei fragt, ob die zum Teil stürmischen Preisentwicklungen jetzt schon ihre Spitze erreicht haben, lohnt ein Blick auf die langfristige Entwicklung seit Ende der achtziger Jahre. Dann zeigt sich nämlich, dass bisher eigentlich nur der Preisverfall in den Neunzigern ausgebügelt wurde. Der große Hunger aus dem Reich der Mitte hat also bisher keinesfalls dazu geführt, dass wir uns auf völlig übertriebenen Niveaus bewegen. Und dieser Eindruck wird noch verstärkt, wenn man die Preise inflationsbereinigt betrachtet.

Manche Basismetalle waren zwischenzeitlich einfach so billig, dass die Produzenten zum Teil ums Überleben kämpften. Die Exploration neuer Lagerstätten und die Ausweitung der Produktionskapazitäten war demnach schlichtweg unrentabel. Mittlerweile stehen aber Nachfrageüberhänge auf der Tagesordnung. Und das Angebot lässt sich nur durch langwierige und teure Investitionen ausweiten. So machen mitunter auch kaum für denkbar gehaltene Äußerungen aus dem Rohstoff-Bereich die Runde. Der hohe Preis für Koks etwa lässt Stimmen laut werden, dass sogar der deutsche Bergbau wieder wettbewerbsfähig werden könnte.

Die Schlüsselrolle bei der Diskussion um die Trends gerade bei Metallen nimmt derweil China ein. Das ehemals als Exporteur auftretende Riesenreich zeichnet sich mittlerweile für gut ein Fünftel des weltweiten Bedarfs verantwortlich. Das macht die Rohstofftrends natürlich einerseits anfällig. So führte etwa der Rückgang der chinesischen Importe im Juli und Oktober sofort zu einer Verunsicherung. Die Rohstofftrends hängen damit maßgeblich an der Frage, ob der Boom in China anhält. Andererseits bestehen daran aber keine größeren Zweifel, selbst wenn sich die Wachstumsraten leicht abschwächen sollten. Im November zeigte bereits der erneute Anstieg der Frachtraten, dass Chinas steigender Bedarf an Rohstoffen ungebrochen ist.

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