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05.08.2015

10:26 Uhr

Öl-Investments

Das geht runter wie Öl

VonJürgen Röder, Georgios Kokologiannis

Der Preis für ein Fass Brentöl ist am Dienstag unter 50 US-Dollar je Fass gefallen. Der Terminmarkt signalisiert aber steigende Preise. Mit speziellen Produkten können Anleger auf eine Stabilisierung des Marktes setzen.

Rotes Drehrad an der Ölförderanlage: Der Preis für Rohöl hat sich in den vergangenen Monaten mehr als halbiert. dpa

Öl

Rotes Drehrad an der Ölförderanlage: Der Preis für Rohöl hat sich in den vergangenen Monaten mehr als halbiert.

DüsseldorfDer Preis für Rohöl kennt derzeit einen Weg: nach unten. Ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September dieses Jahres kostete am Dienstagnachmittag weniger als 50 Dollar. Der Preis für US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) lag bei knapp über 45 Dollar.

Damit haben sich die Preise innerhalb eines Jahres mehr als halbiert. Allein im Juli fielen sie um über 15 Prozent. Für Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, sind aus Anlegersicht Rohstoffe wie Öl – neben Asiens Börsen – „die Enttäuschung des Jahres“. Der wichtigste Grund für fallende Preise ist das Überangebot, das aus den Staaten des Ölkartells Opec stammt. An eine Senkung der Fördermengen denken die Opec-Mitglieder jedoch nicht.

Wovor sich Anleger hüten sollten

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Fühlen sie sich nicht zu sicher - denn dieses Gefühl kommt immer vor bösen Überraschungen.

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Zocken mit dem Sparschwein

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Hin und her macht Taschen leer: Hibbelige Finger sind der schnellste Weg, sein Geld zu verbrennen.

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Zu viel Selbstsicherheit hat noch nie gut getan. Wer meint, alle Gewinne beruhten auf Können, alle Verluste aber seien Pech, ist auf der falschen Fährte.

Daytrading

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Crashpropheten

Hören Sie besser nicht auf Menschen, die ständig vor dem Untergang warnen. Es soll Leute geben, die 128 der letzen zwei Crashs richtig vorhergesagt haben...

Dafür gibt es ein gutes Argument: Am Markt werden steigende Kurse in den kommenden Monaten erwartet. Nach Daten des Finanzdienstleisters Bloomberg rechnen Rohstoff-Experten im vierten Quartal 2015 durchschnittlich mit einem WTI-Preis von 62 Dollar, für Brentöl erwarten sie sogar 67 Dollar pro Fass.

Auch der Handel am Terminmarkt signalisiert anziehende Notierungen. So kostet etwa WTI-Öl zur Auslieferung im Dezember 2015 mit etwa 47 US-Dollar knapp zwei Dollar mehr als bei sofortiger Abnahme. Der April-Future wird noch zwei Dollar höher gehandelt (siehe Grafik).

Viele Privatanleger wollen von der erwarteten Entwicklung profitieren – und wählen dabei oftmals das falsche Anlageprodukt. Sie kaufen Indexzertifikate auf WTI oder Brent und setzten dabei voll auf einen Anstieg des schwarzen Goldes, wie sich am gestrigen Dienstag an der Börse Stuttgart zeigte, wo viele Privatanleger aktiv sind. Unter den fünf am häufigsten gehandelten Indexzertifikaten waren vier Finanzprodukte mit Rohöl als Basiswert.

Doch Öl zählt zu den Rohstoffen, deren Preisermittlung schwierig sein kann. In bestimmten Marktphasen fallen sogenannte „Rollverluste“ an.

Hintergrund zu diesen Rollverlusten: Indexzertifikate basieren auf Warenterminkontrakten, die an den großen Rohstoffbörsen gehandelt werden. Doch die Laufzeit der Kontrakte beträgt anders als bei den meist endlos laufenden Indexzertifikaten nur wenige Monate. Die Anbieter der Derivate müssen daher auslaufende Terminkontrakte immer wieder gegen neue austauschen, die dann später fällig werden.

Kommentare (9)

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Herr Marc Otto

05.08.2015, 10:45 Uhr

Dank dem IRAN wird das Öl nun wohl doch noch günstig werden.

Ich freue mich, dass der IRAN zurück gekehrt ist und nun endlich Frieden in der Region sein wird. Aus wenn es dem schlimmsten Kriegstreiber dieses Planten nicht gefällt (s. Gaza), so wird der IRAN den Frieden bringen.

Und der dt. Wirtschaft wird er Aufträge und Arbeit bringen. Alles Sachen, die uns extrem nützen und die aber bezahlt werden wollen. Im Gegensatz zu GR / IS-rael bezahlt der friedliebende IRAN aber für Sachen, die er bekommt.

Und das geht im Moment nur mit Öl / Gas.

Herr Vitto Queri

05.08.2015, 11:55 Uhr

>> Damit haben sich die Preise innerhalb eines Jahres mehr als halbiert. Allein im Juli fielen sie um über 15 Prozent. >>

Dies wird allerdings an den Zapfsäulen nicht sichtbar : im Gegenteil, die Spritpreise ziehen langsam wieder an.

Der schwache € und die Gier des Staates und Mineralölgesellschaften machen den Ölpreisverfall für den Verbraucher zu Nichte !

Herr Marc Otto

05.08.2015, 12:00 Uhr

---@ Herr Vitto Queri

kauf dir aktien von den Unternehmen, die (angeblich) alles in die eigene Tasche streichen und hör auf zu nerven mit deinem Gejammer, menno.

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