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18.01.2013

13:47 Uhr

Rally stockt

Goldige Strategien

VonMatthias von Arnim

Der Goldpreis steigt nicht mehr. Etliche Investoren erwarten kurzfristig sogar sinkende Notierungen. Doch mit den passenden Produkten auf das Edelmetall lassen sich ordentliche Renditen erzielen.

Anleger müssen nicht unbedingt Goldbarren kaufen, um in das Edelmetall zu investieren. Reuters

Anleger müssen nicht unbedingt Goldbarren kaufen, um in das Edelmetall zu investieren.

DüsseldorfDie Preisentwicklung des Edelmetalls Gold gibt Anlegern und Analysten derzeit einige Rätsel auf. Die Anleger sind vorsichtig geworden: Nach einer beispiellosen Rally, die innerhalb von zehn Jahren den Goldpreis von rund 260 auf 1900 US-Dollar pro Feinunze getragen hat, scheint es so, als ob den Gold-Bullen Mitte 2011 die Luft ausgegangen sei. „Wer in Gold investieren wollte, hat dies in den vergangenen Jahren bereits getan“, sagt Markus Jakubowski von der Société Générale.

Glaubt man dem aktuellen Umfrage-Ergebnis des „Citi-Investmentbarometer“, das alle drei Monate von TNS Infratest erhoben wird, rechnet etwa die Hälfte der Befragten mit einem stagnierenden oder fallenden Goldpreis in den kommenden drei bis zwölf Monaten. Knapp jeder Zweite geht von steigenden Preisen für Gold aus.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Auch die Analysten sind unentschieden und üben sich in kryptischen Prognosen. Die Experten der Société Générale rechnen mittelfristig mit einem durchschnittlichen Preis von 1.700 US-Dollar pro Feinunze, die Deutsche Bank hat ihre Prognose um 12,1 Prozent auf 1.865 Dollar je Feinunze gesenkt, während Goldman Sachs mit Sicht auf zwölf Monate einen Goldpreis von 1.750 Dollar pro Unze erwartet.

Aktuell notiert die Feinunze bei 1.667 US-Dollar. Ob der Preis von diesem Niveau aus nun eher steigt oder fällt, ist den Analysten zufolge völlig offen. Man könnte auch sagen: Die Banken haben zum Goldpreis derzeit eigentlich gar keine Meinung.

Kommentare (3)

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Zahlmeister

18.01.2013, 14:47 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Anleger

18.01.2013, 17:12 Uhr

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Bankvertreter für Gold werben. Beispiel: Eugen Weinberg von der Commerzbank. Dann ist man bankseits schon längst investiert und sucht noch die Dummen, die den Kurs mitziehen. Oder: Journalisten wie Stephan Riße, die sich als Fondsmanager betätigen, ohne Verständnis über ökonomische Sachzusammenhänge zu besitzen ...

goldstube24

19.01.2013, 02:20 Uhr

Wer sich "Papiergold" in Form von Zertifikaten ins Depot legt, der verzichtet auf wichtige Vorteile von physischem Gold:

Physisches Gold hat kein Gegenpartei Risiko. Es gibt keine Gegenpartei, die pleite gehen kann und dann nicht liefert.

Kursgewinne sind bei physischem Gold nach 1 Jahr steuerfrei. Bei "Papiergold" hält Vater Staat auch nach 10 Jahren und länger noch die Hand auf.

Aber die Bank verkauft ihren Kunden natürlich lieber Papier statt physisches. Papier kann man am Computer handeln.

Und es ist einfacher dem Kunden nach einiger Zeit wieder was neues aufs Auge drücken (neue Provisionen).

Das Geld des Kunden, das in physischem Gold angelegt ist, ist für die Bank verloren.

Nicht vergessen, sich das Material aushändigen zu lassen. Sonst kann es passieren, dass die Barren nur auf dem Papier existieren (samt Lagergebühr).

Und erst gekauft werden, wenn man sie tatsächlich ausgehändigt haben will. Inzwischen zockt die Bank munter mit dem Geld des Kunden.

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