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26.06.2012

12:21 Uhr

Rohstoff-Wetten

Spekulanten verzocken sich kräftig

Spekulanten haben zuletzt darauf gewettet, dass die Rohstoffpreise deutlich steigen. Doch damit lagen sie kräftig daneben. Stattdessen sind die Preise weiter gefallen.

Der Goldpreis verzeichnete seinen stärksten Wochenrückgang in diesem Jahr. Reuters

Der Goldpreis verzeichnete seinen stärksten Wochenrückgang in diesem Jahr.

Spekulanten haben in der vergangenen Woche ihre Wetten auf eine Rally bei den Rohstoffpreisen erneut ausgebaut. Sie wurden damit allerdings auf dem völlig falschen Fuß erwischt. Die Preise sackten weiter deutlich ab und traten in einen Bärenmarkt ein, nachdem die US- Notenbank keine zusätzlichen geldpolitischen Stützungsmaßnahmen ankündigte.

Hedgefonds und andere Vermögensverwalter erhöhten die Zahl ihrer Netto-Kaufaufträge für 18 US-Terminkontrakte und Optionen in der Woche bis zum 19. Juni um sieben Prozent auf 628.560 Kontrakte, wie aus Daten der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hervorgeht. Das entspricht der höchsten Zahl in vier Wochen und dem zweiten Wochenanstieg in Folge.

Schon am 21. Juni trat der Rohstoffmarkt in eine Bärenphase ein - er hat also in letzter Zeit mehr als 20 Prozent nachgegeben. Einen Tag zuvor hatte die Federal Reserve zwar angekündigt, ihr Programm zum Verkauf kurzfristiger Anleihen und Kauf längerfristiger Papiere (Operation Twist) etwas aufzustocken. Allerdings gab es keine dritte Runde von Anleihekäufen, eine so genannte quantitative Lockerung. Hinzu kamen einige negative Konjunkturzahlen: So fielen die Arbeitslosenzahlen in der vergangenen Woche schwach aus und auch Zahlen vom Immobilienmarkt und zum herstellenden Gewerbe enttäuschten.

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“Alle haben damit gerechnet, dass es zu einer weiteren geldpolitischen Lockerung kommt und haben sich entsprechend positioniert”, sagt Jeffrey Sherman, Vermögensverwalter bei DoubleLine Capital in Los Angeles. “Wir stehen vor volatilen Zeiten bei den Rohstoffen, da alle versuchen herauszufinden, was der nächste Wachstumsmotor sein wird.”

Der Rohstoffindex Standard & Poor's GSCI Spot Index büßte in der vergangenen Woche 3,2 Prozent ein und hat damit seit seinem Jahreshoch im Februar 21 Prozent verloren. Von den 24 Rohstoffen in dem Index rutschen die Preise von 16 letzte Woche ab. Angeführt wurde die Verliererliste von Silber, das sich um sieben Prozent verbilligte. Der Baumwollpreis sackte am 21. Juni um 6,9 Prozent ab - so stark wie seit 1991 nicht mehr.

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Kommentare (6)

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Account gelöscht!

26.06.2012, 12:35 Uhr

ein weiterer verzweifelter Versuch des Systems, die Flucht in die Sachwerte zu stoppen. Selbst meine Partnerin, die eher zur Gattung "verblödete Weiblichkeit" gehört, hat tierische Angst, dass ihre Ersparnisse bald wertlos sind. Also ist sie gerade bei der Bank und ordert Gold!

Petra

26.06.2012, 12:47 Uhr

Wenn ein Spekulant auf steigende Kurse setzt, muß ein anderer auf fallende Kurse setzten. Wenn sich laut Überschrift Spekulanten kräftig verzocken, müssen andere Spekulaten kräftige Gewinne gemacht haben. An der Börse wird eben kein Geld verbrannt oder verzockt, es wechselt nur den Besitzer!

Account gelöscht!

26.06.2012, 12:55 Uhr

Stets amüsant, wenn Spekulanten ein anvertrautes Vermögen schneller zur Schmelze bringen, als die Sonne es bei Eis vermag. Von welcher fachlichen Kompetenz kann noch die Rede sein, wenn die Beteiligten an ihren Spieltischen sitzen und lediglich hoffen und auf Fortuna vertrauen? Auch die Analysten sollten in einem Rutsch aus allen Unternehmen entsorgt werden. Wahrsager sind auf jeder Kirmes im Dutzend billiger zu haben und bieten wenigstens noch einen Unterhaltungswert.

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