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21.01.2008

09:00 Uhr

Rohstoff-Zertifikate

Palladium auf lange Sicht interessant

Während Platin mit 1 550 Dollar pro Unze so teuer ist wie nie zuvor, kostet das Schwestermetall Palladium noch zwei Drittel weniger als zur Jahreswende.

Palladium-Chart. Grafik: Wirtschaftswoche Nr. 3 v. 14.1.08

Palladium-Chart. Grafik: Wirtschaftswoche Nr. 3 v. 14.1.08

Damals sorgten Spekulationen über einen möglichen Lieferengpass aus Russland für eine Preisrally bis auf 1 100 Dollar pro Unze. Russland ist der wichtigste Produzent und Anbieter von Palladium. Das Land kontrolliert gut die Hälfte des Weltangebots, gefolgt von Südafrika mit 34 Prozent Marktanteil. Nach Schätzungen des Londoner Edelmetallhauses Johnson Matthey stieg das weltweite Angebot von Palladium 2007 um 3,2 Prozent auf 8,32 Millionen Unzen, die Nachfrage um 2,1 Prozent auf 6,61 Millionen Unzen.

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Seit nunmehr sechs Jahren übersteige das Angebot die Nachfrage, die Lagerbestände hätten sich gegenüber 2006 um 1,71 Millionen Unzen erhöht. Produktionsüberschuss und Unsicherheiten über die tatsächliche Höhe russischer Lagerbestände bremsen den Preis noch. Laut Johnson Matthey könnte es noch Jahre dauern, bis die russischen Vorräte abgebaut seien, es gibt aber auch Schätzungen, dass es schneller geht. Palladium wird wie Platin überwiegend in Katalysatoren eingesetzt, etwa zwei Drittel der Nachfrage kommt aus der Autobranche.

Da Palladium ähnliche chemische Eigenschaften besitzt wie Platin, ersetzen Autohersteller vermehrt das inzwischen mehr als viermal so teure Platin durch Palladium. Allerdings vollzieht sich der Wechsel zäher als im umgekehrten Fall nach der Jahrtausendwende. Das liegt an langen Lieferverträgen zwischen den Autokonzernen und den Produzenten, zudem lief der Einsatz von Palladium im wachsenden Markt für Diesel-Pkws wegen technischer Probleme schleppend an. Auf lange Sicht sollte sich ein mit physischem Palladium unterlegter Exchange Traded Commodity (ETC) rechnen.

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