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09.07.2011

15:06 Uhr

Rohstoffe

Billiges Öl bleibt ein Wunschtraum

VonRegine Palm, Jürgen Röder

Die meisten Experten rechnen nicht damit, dass der Ölpreis nachgeben wird. Die Unsicherheit an den Märkten ist groß, und die Reserven schrumpfen.

Lagerung von Ölfässern. Quelle: Reuters

Lagerung von Ölfässern.

DüsseldorfDer Rohölpreis notiert wieder über 110 Dollar. Ein Barrel – 159 Liter – der Nordseesorte Brent ist damit an den Rohstoffbörsen so teuer wie Anfang März. Die Möglichkeit eines baldigen kräftigen Rückgangs schätzen Experten eher gering ein, sie erwarten vielmehr, dass sich der Ölpreis auf dem jetzigen hohen Niveau halten wird.

Ausgelöst hatte den jüngsten Preissprung die Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Das Kartell, das für mehr als ein Drittel der Weltölförderung steht, konnte sich bei seiner Sitzung im Juni nicht wie erwartet auf höhere Förderquoten einigen.

Zwei Lager im Ölkartell

Die Folge: Mit der wachsenden Unsicherheit stiegen an den Ölmärkten die Preise. Im Ölkartell standen sich zwei Lager gegenüber. Die einen – dazu gehörte das weltgrößte Ölanbieterland Saudi-Arabien – wollte die Produktion erhöhen, um den Preisanstieg zumindest zu bremsen. Dahinter steckt die Sorge, dass zu hohe Preise zu einer Gefahr für die Konjunktur werden könnten. Andere Kartellmitglieder wie Iran oder Venezuela sind gegen eine Erhöhung der Förderquote, weil sie vermeiden wollen, dass der Ölpreis fällt.

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„Die Krux liegt in den Erwartungen“, erklärt Ole Hansen, Rohstoffexperte der dänischen Saxo Bank. „Der eine Block, angeführt von Saudi-Arabien, rechnet im dritten Quartal mit einer Angebotslücke von fast zwei Millionen Barrel Öl pro Tag und drängt auf eine Fördererhöhung. Andere Staaten wie Iran hingegen produzieren schon am Limit und rufen eher nach steigenden Preisen.“

In der Opec verschiebe sich damit das Gewicht laut Hansen zugunsten von Ländern wie Saudi-Arabien, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die ihre Förderung noch erhöhen könnten.

Da die Kapazitätspuffer insgesamt aber schrumpfen, treibt dies den Preis. Seit Jahresbeginn hat sich Öl um mehr als 20 Prozent verteuert: Von 95 bis 100 US-Dollar im Januar auf in der Spitze über 125 US-Dollar im April 2011.

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

09.07.2011, 15:37 Uhr

Wo ist das Problem?
soll doch der die Produktion erhöhen der möchte, und wer nicht möchte lässt es sein.

Und im übrigen, es war schon immer so, mit dem einzigen Unterschied, die einen haben es freiwillig, und die anderen unfreiwillig gemacht, stellt sich nur die Frage, wer gehört zu welchem Lager.
.

Account gelöscht!

09.07.2011, 18:38 Uhr

„Langfristig sehen die Researcher der französischen Großbank wie die meisten anderen Experten leicht steigende Preise. Kurzfristig sei das Bild aber vielschichtiger. So könnten kräftige Bewegungen in beide Richtungen der Fall sein“.

Meine Glaskugel sagt aber etwas konkreteres:
Da noch im Laufe dieses Jahres die Weltwirtschaft kollabiert, weil alle Konjunkturstrohfeuer wirkungslos verpufft sind und jetzt fast alle westlichen Industriestaaten einen auf „Griechenland“ machen, sinkt die Ölnachfrage rapide. Doch darauf auf fallende Ölpreise schließen, lässt meine Glaskugel nicht zu.

Weltweit sitzen die Spekulanten auf Billionen Dollars und Euros zinsloser Zentralbankgelder, also Steuergelder, die zum Schaden der Allgemeinheit zweckentfremdet werden, die gewinnbringend angelegt werden müssen, damit die Reichen noch reicher werden.
So lange wie der dumme Pöbel über hohe Benzinpreise an der Tankstelle schimpft, die mit ihren Steuergeldern in immer höhere Sphären katapultiert werden und sich die „Investoren“ vor Lachen schon Krämpfe bekommen, wird sich daran auch nichts ändern.

„Es ist wieder an der Zeit, dass die Bürger die Guillotine flott machen“, Kommentierte ein Forist in der SZ. Er hat verstanden. Weltweit verhungern und verdursten immer mehr Menschen, auch in DE haben wir eine Armut, die wir nach dem Krieg noch nie hatten. Und dies, obwohl die Sparmaßnahmen weltweit jetzt erst beginnen.

Alles zum Wohle der Spekulanten, die sich um das Wohl einer kriminellen, korrupten und selbsternannten Elite kümmern müssen. Mit jedem Pfund Sterling, das ein Investmentbankster erwirtschaftet, werden gleichzeitig 7 Pfund Gemeinschaftsvermögen vernichtet.
Und diesem Spuk könnte man sofort ein Ende bereiten!! Was wir benötigen sind nordafrikanischen Zustände – das Einzige, wovor sich diese Ganoven, mit Recht, fürchten!

Und auf was warten wir eigentlich noch?

oilgone

10.07.2011, 12:24 Uhr

Ende 2010 hat die Internationale Energieagentur (IEA) festgestellt, dass 80% der 800 größten Ölfelder weltweit bereits über den "Peak" gelaufen sind. Wer erwartet da bitte, dass der Ölpreis sinken soll...?

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